30.04.2020 - 15:06 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

"Kinderschutz ist systemrelevant"

Die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) bündelt im Landkreis Tirschenreuth alle Angebote und Hilfen für Schwangere und Familien mit Kleinkindern. Sie ist auch in Coronazeiten für ihre Klienten da.

Eine Kontaktaufnahme mit Marianne Fütterer und Pia Kürschner (von links) von KoKi der ist jederzeit möglich.
von Externer BeitragProfil

Die Betreuung und Begleitung von Eltern und Kindern sowie ein präventiver Kinderschutz ist laut KoKi-Pressemitteilung mehr denn je notwendig, "aber durch den fehlenden persönlichen Kontakt mit den Familien wesentlich schwerer durchführbar". Was aber sicher gesagt werden könne: "Kinderschutz ist systemrelevant."

Der Begriff des Kinderschutzes umfasse bei weitem nicht nur die Tatsache, dass bei einer akuten Gefährdung die Fachkräfte des Jugendamtes sich unmittelbar einen eigenen Eindruck vom Kind in der Familie machen müssen, sondern er umfasse auch erzieherische Hilfen oder präventive Maßnahmen. Fallen in Zeiten von Corona tragende Elemente, beispielsweise der Besuch einer Kita, weg, bedeute dies eine erhebliche Mehrbelastung für Familien und könne zu vermehrten Stress bei Eltern und Kindern führen. Stress wiederum führe leicht zu einer Überforderung der Eltern und zu unkontrollierten Verhalten gegenüber dem Kind. Viele Misshandlungen von Kindern seien auf die Tatsache zurückzuführen, "dass bei den Eltern die Nerven einfach blank liegen".

Umso wichtiger sei es, es gar nicht zu einer solchen Entwicklung kommen zu lassen. Der präventive Kinderschutz durch die Frühen Hilfen der KoKi (Koordinierungsstelle Frühe Kindheit) versuche den Eltern, frühzeitig Begleitung und Unterstützung anzubieten, um eine krisenhafte Situation zu verhindern.

Zuständig sind die Mitarbeiterinnen Marianne Fütterer und Pia Kürschner insbesondere bereits für schwangere Frauen und Familien mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr. Mütter sollen in der Zeit vor und nach der Geburt begleitet werden, um so den Start eines Kindes ins Leben möglichst stressfrei zu ermöglichen.

Gerade bei einer verdichteten Belastungslage würden die Frühen Hilfen rechtzeitig eingreifen, zusammen mit der Familie an einer Klärung arbeiten und Eltern bei Bedarf neben Gesprächen auch Entlastung anbeiten. Es gibt die Möglichkeit, dass Gesundheitsfachkräfte, beispielsweise Familienkinderkrankenschwestern, Mütter beraten, Ansprechpartner für offene Fragen bei der Betreuung und Versorgung des Kindes sind und Eltern entlasten. Zudem würde die Vermittlung an andere Fachstellen im Netzwerk Frühe Hilfen dazu beitragen, dass möglichst für jede Familie eine passgenaue Hilfe gefunden wird. „Wir sind auch in dieser für Familien schwierigen Zeit sehr gerne Ansprechpartner, behandeln jede Anfrage vertraulich und versuchen immer zusammen mit den Eltern eine geeignete Lösung zu finden“, versprechen Fütterer und Kürschner.

Hintergrund:

Eine Kontaktaufnahme mit der KoKi ist per E-Mail oder Telefon jederzeit möglich. Marianne Fütterer: marianne.fuetterer[at]tirschenreuth[dot]de, Telefon 09631/ 88-279; Pia Kürschner: pia.kuerschner[at]tirschenreuth[dot]de, Telefon 09631/ 88-365.

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