Tirschenreuth
03.02.2022 - 13:20 Uhr
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Kommentar: Friedliche "Spaziergänge" mit Vorsicht zu genießen

Auf den ersten Blick wirken die "Spaziergänge" im Landkreis Tirschenreuth harmlos. Jedoch steckt hinter der Protestbewegung wesentlich mehr, als auf Anhieb zu erkennen ist, findet Redakteurin Lucia Brunner in ihrem Kommentar.

Kommentar von Lucia Brunner
130 Teilnehmer nahmen am Montag in Mitterteich bei einem sogenannten "Spaziergang" teil. Die Versammlung wurde nicht angemeldet verlief aber bisher friedlich. Warum Veranstaltung wie diese trotzdem mit Vorsicht zu genießen ist, erörtert Lucia Brunner in ihrem Kommentar. Bild: lue
130 Teilnehmer nahmen am Montag in Mitterteich bei einem sogenannten "Spaziergang" teil. Die Versammlung wurde nicht angemeldet verlief aber bisher friedlich. Warum Veranstaltung wie diese trotzdem mit Vorsicht zu genießen ist, erörtert Lucia Brunner in ihrem Kommentar.

Als friedlich und störungsfrei bewerten Polizei und Landratsamt die "Spaziergänge" im Landkreis Tirschenreuth. Tatsächlich laufen die Proteste ohne gewalttätige Ausschreitungen und überwiegend ohne Sprechchöre und Transparente ab. Obwohl diese Versammlungen auf den ersten Blick harmlos erscheinen, sind sie dennoch mit Vorsicht zu genießen. So werden die Proteste in sozialen Medien organisiert und beworben. Darunter sind auch regionalen Gruppen von Rechtsextremen und Querdenkern auf Telegram, wo verschwörungstheoretischer Inhalt wie auch rechtes Gedankengut in einem Atemzug geteilt werden.

Natürlich ist nicht jeder Teilnehmer der "Spaziergänge" ein Querdenker oder ein Rechter. Viele möchten das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit nutzen, um ihre kritische Haltung zum aktuellen politischen Geschehen etwa in Bezug auf die Impfpflicht oder Corona-Maßnahmen zu zeigen. Jeder hat das Recht Meinungen, Sorgen und Ängste mitzuteilen. Das gehört in einem demokratischen Staat dazu. Doch bis auf die Versammlung in Tirschenreuth sind die Proteste im Landkreis nicht angemeldet. Teilnehmer zeigen hier keine klare Haltung. Mischt man sich unter die "Spaziergänger" wird schnell klar, dass jeder eigene individuelle Beweggründe hat, die aber nicht offen kommuniziert werden.

Den neuen Aufwind der Corona-Proteste wollen auch rechte Gruppen nutzen. Sie knüpfen an Ängste, Ärger und Sorgen an, indem sie an Versammlungen teilnehmen und diese als Bühne missbrauchen. Wer nicht auf diesen Zug aufspringen möchte, sollte sich ganz klar davon abgrenzen.

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Tirschenreuth03.02.2022
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