25.10.2018 - 13:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kreisjugendring Tirschenreuth und Feuerwehr Bärnau erhalten Inklusionspreis

Diesmal hat die Jury viel zu grübeln: Aus acht Bewerbungen muss sie den Sieger des Inklusionspreises 2018 ermitteln. Das Rennen macht der Kreisjugendring Tirschenreuth. Aber auch eine Feuerwehr erhält eine Auszeichnung.

Der Inklusionspreis 2018 der Stiftung Lebenshilfe Landkreis Tirschenreuth geht an den Kreisjugendring Tirschenreuth. Vorsitzender Jürgen Preisinger (Vierter von links) nimmt ihn in Empfang. Über den Anerkennungspreis freut sich die Feuerwehr Bärnau mit ihrem zweiten Vorsitzenden Florian Schwägerl (Vierter von rechts).
von Martin Maier Kontakt Profil

Der Begriff Inklusion kommt etwas sperrig daher. Daher versucht sich Laudator Ludwig Spreitzer bei der Verleihung des Inklusionspreies der Stiftung Lebenshilfe Landkreis Tirschenreuth mit einer Definition. Letztendlich landet er bei der "Aktion Mensch", die Inklusion mit drei Wörtern beschreibt: "Gemeinsam verschieden sein."

Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft habe sich die Lebenshilfe zur besonderen Aufgabe gemacht. Dies zeige auch der Inklusionspreis, der mit 1000 Euro dotiert ist. Die acht Bewerbungen kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Darunter waren Einzelpersonen, Schulen, Organisationen, eine Kommune, ein Verein und sogar ein Hotel.

Die Jury entschied sich nach langer Beratung einmütig für den Kreisjugendring Tirschenreuth. Bei vielen Fahrten und Terminen beziehe er Behinderte mit ein. "Dass dies gerade von einer Jugendorganisation ausgeht, hat die Jury besonders beeindruckt", hob Spreitzer hervor.

Als Beispiel nannte er die Tour zum Rockmärchen "Tabaluga" und den Auftritt der Tanzgruppe der Lebenshilfe bei der 70-Jahr-Feier des Kreisjugendrings. Die eingereichte Arbeit der Organisation hab sich durch eine profihafte Darstellung ausgezeichnet. "Die vielfältigen Aktivitäten eröffnen die Möglichkeit des Transfers in vorbildlicher Weise", begründet der Laudator die Entscheidung. Auch beweise die Jahresplanung des Kreisjugendrings, dass der Aspekt der Kontinuität voll zum Tragen komme. "Alle sollen an unseren Aktionen teilnehmen können. Das ist unser wichtigstes Ziel", erklärt Vorsitzender Jürgen Preisinger in seiner Dankesrede.

"Gelebte Inklusion" gibt es auch bei der Feuerwehr Bärnau. Sie erhält einen Anerkennungspreis, der mit 250 Euro verbunden ist. Laut Spreitzer zeigt der Verein beispielhaft auf, wie es gelingt einen Behinderten aus den eigenen Reihen am Vereinsleben aktiv mitwirken zu lassen.

Bei einem Beachvolleyballturnier der Wehr hatte der zweite Kommandant Florian Schwägerl einen schweren Unfall erlitten. Seitdem ist er querschnittsgelähmt mit einem Behindertengrad von 100 Prozent. Die Feuerwehr fungiere als Stütze und Hilfe für ihren Kameraden. Besuche im Klinikum Bayreuth gehörten nach dem Unfall zur Selbstverständlichkeit.

"Er ist immer mit dabei, wird überall, beispielsweise bei Vereinsausflügen, mitgenommen und betreut, und kann so am gesellschaftlichen Leben voll teilnehmen", erklärt Spreitzer. Die volle Akzeptanz gipfele schließlich darin, dass die Wehr Schwägerl zum zweiten Vorsitzenden gewählt hat. Dies Führungsaufgabe gebe ihm Würde und Anerkennung neben seiner beruflichen Integration bei Schott in Mitterteich.

"Uns war klar, dass wir Florian nicht fallen lassen. Er gehört zu uns dazu wie immer", hebt Kommandant Michael Zintl hervor. Schwägerl bedankt sich auch bei seiner Mutter, die die Bewerbung zum Inklusionspreis verfasst hatte. "Ich war schon immer Feuerwehrler. Mittlerweile haben wir gute Wege gefunden, dass ich weiter voll mitmachen kann."

Inklusionspreis:

Seit 2013 verleiht die Stiftung Lebenshilfe Landkreis Tirschenreuth den Inklusionspreis für gute Beispiele für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gesellschaft. "Er wird vergeben an Einzelpersonen, Gruppen, Gemeinden oder Organisationen, die sich in besonderer Weise im Landkreis mit dem Inklusionsgedanken befassen und dies durch praktische Umsetzung untermauern", erklärt Franz Malzer, zweiter Vorsitzender der Lebenshilfe Kreisvereinigung Tirschenreuth. Eine Jury ermittelt die Preisträger.

Landrat Wolfgang Lippert bezeichnete den Kreisjugendring und die Feuerwehr Bärnau als zwei super Beispiele wie Inklusion dauerhaft funktioniere. (rti)

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