28.09.2020 - 14:23 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Kunst, die aus der Schule kommt

Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte das Museumsquartier zu einer Vernissage eingeladen. Ausstellende sind Schülerinnen der Fachoberschule Weiden, 12. Klasse, Fachrichtung Gestalten.

Die Schülerinnen haben deteilreiche Bilder geschaffen. Die Arbeiten sind im April daheim entstanden, als die Schulen geschlossen waren wegen Corona.
von Ulla Britta BaumerProfil

Zum ersten Mal in diesem Jahr hatte das Museumsquartier zu einer Vernissage eingeladen. Ausstellende sind Schülerinnen der 12. Klasse der Fachoberschule Weiden, Fachrichtung Gestalten. "Repeat" ist die Kunstausstellung überschrieben. Wiederholungen im Leben eines Menschen sollten dargestellt werden, dann kam die Pandemie und gab der Thematik einen neuen Aspekt: Diese Aufgabenstellung haben Schülerinnen der Fachoberschule Weiden in der 12. Jahrgangsstufe mittels Kollagen umgesetzt. Gezeigt werden die durchaus eindrucksvollen Arbeiten nun im MQ. Bürgermeister Franz Stahl hatte die Ausstellung bei einer kleinen Vernissage gemeinsam mit den Schülerinnen und den Lehrkräften sowie Gabriele Dill, der Schulleiterin der FOS/BOS Weiden, eröffnet.

Der Bürgermeister begrüßte die Gäste aus Weiden aber nicht zum ersten Mal. Vor drei Jahren, berichtete er, habe die FOS/BOS Weiden ebenfalls hier ausgestellt. Franz Stahl war es wichtig, den Stellenwert von Kunst und Kultur für die Stadt Tirschenreuth hervorzuheben. "Mir ist es wichtig, dass auch in der Krise das sozialkulturelle Leben beibehalten wird", betonte er. Den jungen Leuten aus der Regerstadt und dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab stellte er kurz die Stadt, das Museumsquartier und die Fronfeste als neuen Studienstandort vor. Zudem verwies Stahl auf das angrenzende ehemalige Kino, in dem eine neue Kultur- und Theaterstätte entstehen soll.

Schulleiterin Dill bedankte sich herzlich für die Bereitstellung des Ausstellungsraums in Tirschenreuth und erklärte die Hintergründe zur Aufgabenstellung an die Klasse. Mit "Repeat", Wiederholung, sollte die Klasse darstellen, was während der noch nie dagewesenen Pandemie, wo alles plötzlich anders war, dennoch beständig geblieben sei. Anders als üblich, berichtete Kunstlehrer Jochen Lüftl, hätten die Schülerinnen ihre Arbeiten diesmal daheim anfertigen müssen. Das habe eine umfangreiche Planungsphase erforderlich gemacht. Über Videochats hätten sich die Schülerinnen ausgetauscht und sich in Teams an das Thema herangearbeitet. "Wir waren alle sehr überrascht, dass auch von zu Hause aus schöne Sachen herausgekommen sind", lobte Lüftl seine Schülerinnen.

Mit dem Lockdown beschäftigte sich die zurückliegende Ausstellung im MQ

Franz Stahl eröffnete die Ausstellung mit Blumen für die Gäste, unter anderem für die beiden Musikerinnen Hannah Plößner an der Gitarre und Christine Licha mit Gesang. Die sehenswerte Ausstellung zeigt großflächige Kollagen, mit sich ständig wiederholenden Motiven in Verbindung der Pandemie. Die Schülerinnen haben sich viele Gedanken gemacht. Unter anderem stellen sie "Repeat" nahezu auf allen Arbeiten mit einer Uhr dar. Banale Dinge wie ein Türdrücker, ein Stiefel, eine Coca Cola oder ein Glas aus dem roter Wein (oder Blut?) tropft, werden Gegenstand von Kunst. Nahezu immer tragen die abgebildeten Menschen Stoffmasken im Gesicht. Mimik und Gesten sind verzerrt vor Entsetzen, Unverständnis und dem Leid, das Corona auslöst, dargestellt. Die Ausstellung kann im Museumsquartier während der normalen Öffnungszeiten besichtigt werden.

Hannah Plößner (links) und Christine Licha umrahmten die Vernissage musikalisch.
Bürgermeister Franz Stahl dankte den Gästen aus Weiden für die schöne Ausstellung. Im Bild (von rechts) Franz Stahl, Lehrerin Gabi Busch, Lehrer Jochen Lüftl und Schulleiterin Gabriele Dill).
Auch Schulleiterin Gabriele Dill (li.) hatte Geschenke für Franz Stahl und Musuemsmitarbeiterin Herta Zölch dabei.
Die durchwegs eindrucksvollen Kollagen sind einen längeren Blick wert. Die Aussagekraft liegt in den Details.
Bürgermeister Franz Stahl begrüßte seine Gäste diesmal auf Abstand, aber deshalb nicht weniger gut gelaunt und herzlich.
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