Tirschenreuth
29.03.2019 - 13:25 Uhr

Landkreis investiert in Schulen

Wenn es um Ausgaben für Schulen geht, macht der Landkreis seine Hausaufgaben. Diesen Schluss lässt ein Blick in den Haushaltsentwurf für 2019 zu. Der Ausschuss für Schulen, Bildung und Sport nahm die Einzelposten ohne Einwände zur Kenntnis.

Kaum ist die Sanierung des Berufsschulzentrums Wiesau für rund 13 Millionen Euro abgeschlossen, folgt mit dem Neubau der Dreifachturnhalle beim Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth das nächste Großprojekt für 7,5 Millionen Euro. Dafür sollen mit dem Bau des neuen Allwetter-Platzes (200000 Euro) schon dieses Jahr die Weichen gestellt werden. "Die Eingabeplanung steht bevor", blickte Christian Kropf vom Kreisbauamt auf die ersten Schritte auf dem Weg zur neuen Turnhalle. 1 Million Euro im Kreishaushalt machen in diesem Jahr den Anfang. Am Gymnasium werden derzeit 650 Schüler (Vorjahr: 678) unterrichtet.

Auch an der Realschule im Stiftland sanken die Schülerzahlen leicht auf 329 (Vorjahr: 341). Langfristig gehe man durch die Kooperation mit der Mädchenrealschule wieder von mehr Schülern aus, sagte Konrektor Reiner Summer als Zuhörer im Ausschuss. An größeren Baumaßnahmen sind dieses Jahr die Neugestaltung der Schulküche (120000 Euro) und ein neuer Heizkessel (50000 Euro) eingeplant.

"An der Realschule in Kemnath sind wegen des geplanten Neubaus relativ geringe Investitionen vorgesehen", erläuterte Landrat Wolfgang Lippert. Rektor German Helgert ging auf Nachfrage von einer langfristig konstanten Schülerzahl aus. Derzeit werden 848 Jugendliche (Vorjahr: 894) unterrichtet.

Bereits vom Kreistag beschlossen ist der Neubau der Realschule Kemnath für insgesamt rund 35 Millionen Euro. 1 Million für Architektenleistungen sind im Haushalt 2019 veranschlagt. Kreisbaumeister Klaus Weig erklärte, dass es einen europaweiten Wettbewerb gebe: "Ziel ist, dass wir im November oder Dezember ein Architekturbüro haben, das die Schule baut."

Die größte Bildungseinrichtung im Landkreis ist das Berufliche Schulzentrum. In Wiesau werden derzeit 1741 junge Leute (Vorjahr: 1813) unterrichtet. Für Umbau und Erweiterung in den vergangenen Jahren sind heuer noch Restmittel von 800000 Euro eingeplant, außerdem ein Sonderbudget von 550000 Euro für die Ausstattung des generalsanierten Klassentraktes. "Es schaut gut aus", zeigte sich Simone Schraml-Siebenweiber mit dem Fortschritt der Arbeiten zufrieden. Die Sachgebietsleiterin für den Bauunterhalt kreiseigener Gebäude rechnete mit dem Abschluss der Arbeiten in den Osterferien.

An der Landwirtschaftsschule Tirschenreuth sind 21 Studierende der Hauswirtschaft (Vorjahr: 14) registriert. Eine Hauptmaßnahme hier ist die Erneuerung der Schulküche für 290000 Euro.

Im Förderzentrum Immenreuth (52 Schüler/Vorjahr: 58) sind keine größeren Investitionen geplant. Im Förderzentrum Tirschenreuth (92 Schüler/Vorjahr: 90) sind höhere Ausgaben durch Anmietung zusätzlicher Räume eingeplant, damit die Schule über einen abgeschlossenen Gebäudekomplex verfügt.

Zur Kenntnis nahm der Ausschuss auch die Zuschussansätze für die kreiseigenen Hallenbäder Tirschenreuth (207000 Euro), Waldsassen (139000 Euro) und Kemnath (140000 Euro). Unverändert ist der Bedarf für die Volkshochschule mit 100000 Euro. Der Ansatz für die Kreismusikschule ist mit 676000 Euro wie die Zahl der Unterrichtsstunden leicht gesunken.

Hintergrund:

2,1 Millionen Euro für Gastschüler

Die Summe klingt enorm: Für Schüler, die außerhalb des Landkreises wohnen und „einpendeln“, kann der Kämmerer fast 1,3 Millionen Euro einplanen. Allerdings ist der Ausgabeposten für Gastschülerbeiträge wesentlich höher. Rund 2,1 Millionen Euro sind nämlich für junge Leute fällig, die den Landkreis für den Unterricht verlassen. Das hat vor allem geografische Gründe. So hat das Tirschenreuther Gymnasium mangels „Hinterland“ kaum Gastschüler, während der Landkreis für die Beschulung von Gymnasiasten in Marktredwitz, Eschenbach, Bayreuth oder Weiden mehr als 500 000 Euro zahlen muss. Umgekehrt kommen auch durch auswärtige Schüler Einnahmen zusammen – die größten durch die Realschule Kemnath (316 000 Euro) und die Berufsschule Wiesau (950 000 Euro).

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.