Der Landkreis will sukzessive die Zahl der artenreichen Blühflächen entlang der Kreisstraßen vergrößern. Seit knapp zwei Jahren versucht die Behörde dadurch etwas für die Artenvielfalt zu tun.
Bereits im Winter 2018 begannen die Planungen, den Landkreis Tirschenreuth auf landkreiseigenen Flächen insektenfreundlicher zu gestalten. Es sollten entlang verschiedener Kreisstraßen im ganzen Landkreis mehr blütenreiche Lebensräume für Insekten, Schmetterlinge und Käfer geschaffen werden. „Die Straßenränder sollen künftig durch entsprechendes Mähmanagement einen wichtigen ökologischen Beitrag zur biologischen Vielfalt leisten. Sie müssen nicht nur als wertlose Abstandsflächen zwischen dem Verkehrsgeschehen und der angrenzenden Nutzung wahrgenommen, sondern können in wertvolle Biotope mit hoher Biodiversität umgewandelt werden“, so informiert das Landratsamt in einer Pressemitteilung.
Unter der Federführung der Tiefbauabteilung des Landratsamtes werden seitdem auf geeigneten Flächen mehrjährige Blütenmischungen ausgesät und entsprechend gepflegt. „Bei der Saatenauswahl wird bewusst sehr viel Wert gelegt auf nachhaltiges, artenreiches, mehrjähriges Saatgut aus regionalen Herkünften. Dieses muss für die freie Landschaft geeignet sein, um einer Florenverfälschung vorzubeugen“, so ein Sprecher des Landratsamts. Bereits im Jahr der Aussaat gehen attraktive einjährige Arten wie Klatschmohn und Kornblume auf und sorgen für bunte Farbtupfer. Das Erscheinungsbild der Flächen ändert sich in den kommenden Jahren. Je nach der gewählten Mischung prägen andere Arten später das Bild, darunter Margerite, Wilde Malve, Wegwarte und Glockenblume. Noch später sorgen Bocksbart, Witwen- und Flockenblume in den bunt blühenden Wiesen für Insektennahrung und helfen, vorhandene Lebensräume besser zu vernetzen.
Der Start war dabei nach Angaben der Behörde nicht leicht. „Im ersten Jahr stellte die extreme Trockenheit bei Keimung und Wuchs die Blühflächen vor große Herausforderungen. Trotzdem konnte man bereits farbigen Blütenreichtum und reichen Insektenbesuch bestaunen.“
Die Biodiversität an den Kreisstraßen soll nach Mitteilung des Landratsamtes in den nächsten Jahren nachhaltig weiterentwickelt werden. Es kamen heuer wieder einige neue Standorte hinzu. Momentan wertet die Tiefbauabteilung zehn Flächen für Insekten ökologisch auf. Zusammengerechnet sind dies etwa 5 400 Quadratmeter. „Weitere solche Flächen sind für die nächsten Jahre entlang der Landkreisstraßen bereits in der Vorbereitung“, betont das Landratsamt.
Mitarbeiter der Tiefbauabteilung mähen diese Blühstreifen ein-, zwei- bis dreimal pro Jahr, je nach Bepflanzung. Die Mahd erfolgt möglichst insektenschonend. Dazu hat die Behörde extra einen Balkenmäher angeschafft. Das Mähgut wird nach dem Antrocknen abtransportiert, um den Artenreichtum auf der Fläche zu erhalten. „Denn derartige Blühwiesen sind ursprünglich durch die maßvolle Bearbeitung des Menschen und die Nutzung als Weide- oder als Heuflächen entstanden“, erläutert das Landratsamt.
Diese Art der Bewirtschaftung sei im Gegensatz zur Pflege der sonstigen straßenbegleitenden Grünflächen sehr viel aufwändiger. Die Tiefbauabteilung ist aber nach eigenen Angaben überzeugt, dass sich der höhere Aufwand im Sinne der Ökologie für die Zukunft rechnet.















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