22.10.2019 - 15:33 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Landwirte wollen nicht länger Buhmänner der Nation sein

Mächtig Ärger aufgestaut hat sich bei den Landwirten. Am Dienstag starteten vom Tirschenreuther Großparkplatz aus mit rund 60 Traktoren nach Bayreuth, wo sie am Nachmittag an einer Großdemonstration vor der Tierzuchthalle teilnahmen.

Schon in aller Früh machten sich am Dienstag rund 60 Traktorfahrer vom Tirschenreuther Großparkplatz aus auf die Fahrt zur Großkundgebung nach Bayreuth. An der Haltestelle in Kemnath reihten sich weitere Traktorfahrer in den Demonstrationszug nach Bayreuth ein. Vor der Abfahrt in Tirschenreuth stellten sich die Bauern zu einem Bild und hielten die Transparente, mit denen sie später demonstrierten. Mit im Bild Organisator Johannes Dietz (Sechster von links).
von Josef RosnerProfil

Der Tirschenreuther Konvoi setzte sich gegen 8.15 Uhr in Bewegung und wurde zwischendurch immer wieder mit weiteren Traktoren verstärkt. Gemeinsam ging es dann von Kemnath aus in die Wagnerstadt. Bis nach Bayreuth waren die Landwirte rund zwei Stunden unterwegs.

Der Großensterzer Johannes Dietz hatte die Organisation innerhalb des Landkreises übernommen. „Wenn wir jetzt nichts tun und so weitermachen, kann es bald das berufliche Aus für uns alle sein“, erklärte Dietz. Umso mehr freute er sich, als immer mehr Traktoren eintrafen. Auffallend war, dass vor allem viele Jungbauern dabei waren. Und wo waren die Älteren? „Einer muss ja daheim sein und die nötige Arbeit leisten“, hieß es. Dietz sagte, dass es die Bauern satt hätten, immer als Buhmann der Politik und Interessenvertreter herhalten zu müssen. Das neue Agrarpaket gefährde die deutsche Landwirtschaft. Vor allem die Verschärfung der Düngeverordnung sei ihnen ein Dorn im Auge. „Die neue Verordnung geht voll zulasten der Landwirte. Obwohl auch Wasser aus der Kläranlage in die Gewässer läuft, wird dies in der neuen Verordnung überhaupt nicht berücksichtigt“, kritisieren sie. Weiter monieren sie, dass 50 Prozent aller Abwasserkanäle Mischkanäle seien. Bei einem starken Regenguss fließe das Wasser auch in die Gewässer.

Die Bauern seien keineswegs nur aus Eigeninteresse unterwegs, es gehe um die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe. „Je mehr zukunftsfähige landwirtschaftliche Betriebe es in der Region gibt, desto besser ist es für die Bevölkerung.“

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