18.12.2018 - 20:01 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Lebensrettung macht im Landkreis Tirschenreuth Schule

Die Atmung prüfen, professionelle Hilfe rufen und dann immer wieder drücken: So leicht ist es im Ernstfall, ein Leben zu retten. Im Landkreis kommt dieses "kleine Erste-Hilfe-Abc" nun in allen Schulen auf den Stundenplan.

Viele Bürgermeister im Landkreis, Landrat Wolfang Lippert (Vierter von rechts) und Uschi Huber vom Rotary-Club Stiftland unterstützen die Aktion.
von Wolfgang Benkhardt Kontakt Profil

Künftig werden die wichtigsten Wiederbelegungs-Handgriffe bei Herzstillstand ab der "Siebten" in allen Mittelschulen und weiterführenden Bildungsstätten einmal pro Jahr auf dem Stundenplan stehen. Mit Hilfe von Reanimationspuppen lernen die Schüler, auf welche Handgriffe es ankommt, wenn jemanden einen Herzstillstand erleidet.

Chefarzt Dr. Mathias Kalkum vom Tirschenreuther Krankenhaus stellt in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rettungszentrums Regional Oberpfalz-Nord im Landratsamt mit Rotarier-Präsidentin Uschi Huber, Landrat Wolfgang Lippert und den Bürgermeistern der Schulstandorte das ehrgeizige Projekt vor.

Dank der Unterstützung erhalten alle Schulen ein Satz von je zehn Puppen für den Unterricht in Erster Hilfe. "Mindestens einmal jährlich sollen alle Schüler an den Mittelschulen damit unterrichtet werden", kündigen die Organisatoren an. Damit es bei der Ausbildung keine personellen Engpässe beim Lehrpersonal gibt, werden vorab an allen Schulen Lehrkräfte in der richtigen Handhabung der Übungspuppen geschult. Sie sollen das Wissen als Multiplikatoren weitertragen.

"70 000 Menschen sterben alljährlich in Deutschland an einem plötzlichen Herztod. Jedes Jahr könnten 5000 dieser Leben gerettet werden, wenn bei beobachteten Herzstillständen in Bayern genauso häufig geholfen würde wie im europäischen Durchschnitt", erklärt Dr. Kalkum. Dazu sei gar kein großes Wissen nötig, das kleine Abc der Ersten Hilfe reiche völlig aus, um ein Leben zu retten. Die Schüler müssten eigentlich nur drei Dinge wissen beziehungsweise können: Atmung prüfen, Hilfe rufen und drücken.

Die Ausgaben für die "konzertierte Aktion" sind überschaubar. Ein Zehnersatz Puppen für eine Schule kostet nicht einmal 500 Euro. Rotarier-Präsidentin Uschi Huber und Rettungszentrum-Vorsitzender Dr. Kalkum mussten da keine große Überzeugungsarbeit bei den Bürgermeistern und Sponsoren leisten, sich an dem Projekt "Schüler retten leben" zu beteiligen, zumal sich auch die Kultusministerkonferenz für dieses Projekt ausgesprochen hat.

Der Landkreis Tirschenreuth übernimmt dabei eine Vorreiterrolle. Dr. Kalkum hofft, dass dieses Beispiel möglichst schnell auch in Weiden und im Landkreis Neustadt Schule macht.

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