17.06.2019 - 17:54 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Luftige Akrobatik aus Brasilien und Mexiko

Akrobatische Kunststücke in einem schwebenden Ring oder an einem Tau zeigten die Tirschenreutherin Anna Zant und die Company "Fuego Rojo" aus Berlin. Brasilianisches und mexikanisches "Feuer" versetzte das Stiftland in Staunen.

von Redaktion ONETZProfil

"Wahnsinn" - "ist ja irre" - "wow". Das Publikum staunte nicht schlecht, als sich Anna Zant in ihrem schwebenden Ring kopfüber oder im Spagat hängend präsentierte. Schon vor zwei Jahren hatte die Akrobatin einen Auftritt beim "cooltour"-Sommer - damals hing sie an zwei Tüchern über den Zuschauern. Für ihre Show in diesem Jahr brachte Anna Zant nicht nur ein neues Arbeitsgerät mit in das Stiftland, sondern auch ihre drei Freunde Yoka, Aïssatou und Solrak von der Company "Fuego Rojo" aus Berlin.

Zu dem Lied "Alles auf Anfang" von Sängerin Phela, die aus Falkenberg stammt, ließ sich die Tirschenreutherin in ihrem Ring in die Luft ziehen. Den Song hatte sie sich für ihren Auftritt gewünscht - "passend zur Heimat", wusste Vinzenz Rahn bei seiner Ankündigung. Die international erfolgreiche Künstlerin begeisterte mit ihrer Performance die Besucher in ihrer ehemaligen Heimatstadt, in der sie "gerne zu Besuch ist", wie sie verriet.

Eine Premiere gab es von Akrobat Solrak zu sehen. Sein Stück "Por Don Carlos", was für ihn "Für meinen Großvater" bedeutet, sorgte sogar für einen kurzen Schockmoment. An einem Band hängend strotze seine Performance nur so vor Körperspannung. Der aus Mexico stammende Künstler hatte sichtlich Spaß, sich dem Publikum zu zeigen. Wie Tarzan schwang er sich an seinem Seil vor den staunenden Augen der Gäste hin und her und bewies dabei seine Körperbeherrschung. Auch, als er sich das Seil nur um sein Kinn wickelte und seinen Körper baumeln ließ. In einen kurzen Schock versetzte Solrak die Gäste, als er sich Richtung Boden gleiten ließ, ohne sich dabei an seinem Band festzuhalten. Für einen kurzen Augenblick stockte dem Publikum der Atem. Kurz bevor er den Boden erreichte, hatte er sein Band aber wieder fest im Griff - die Gäste konnten aufatmen.

Der Mexikaner ist aber nicht nur akrobatisch aktiv. Bevor er sich seinem artistischen Leben widmete, war er neun Jahre lang Profi-Fußballer, verriet Anna Zant, die die Moderation für den Auftritt von "Fuego Rojo" übernahm. "An alle Fußballer: Es ist also noch nicht zu spät für einen Wechsel zur Akrobatik", scherzte die Tirschenreutherin. Und auch Musiker ist Solrak - schreibt selbst Texte und performt. Dass sein mexikanisches Feuer brennt, war während seines Auftritts deutlich zu sehen.

Die Performance des Duos Yoka und Aïssatou spielte sich an einem Tau ab. Sie trug den Namen "Katúk" und auch sie feierte an diesem Nachmittag Premiere. Aïssatou, die aus Barcelona stammt, wurde sogar von ihrer Familie in Tirschenreuth besucht. "Es war eine echte Überraschung, als sie auf einmal in unserem Esszimmer standen", freute sich Anna Zant über den Besuch. Aïssatou´s Familie kam Freitagnacht im Stiftland an - um den Auftritt ihrer Tochter am nächsten Tag persönlich miterleben zu können, erzählte die Tirschenreutherin bei der Anmoderation. Beide Akrobatinnen seien nicht nur Künstler-Kolleginnen, sondern auch gute Freundinnen von ihr, verriet sie. Yoka habe sie 2015 in Berlin kennen gelernt, nachdem sie von London in die Hauptstadt gezogen war.

Bei ihrem Auftritt schwebten die beiden Frauen durch die Luft, als wären sie schwerelos - das Tau war fast schon Nebensache. Dabei bewiesen sie nicht nur extreme Körperspannung, sondern auch ihr Vertrauen zueinander. Das kam bei einem Kunststück besonders zur Geltung: Aïssatou hatte das Tau um ihre Hüfte gewickelt und ließ sich mit dem Kopf nach unten hängen, wo sie nur mit ihrer Hand Yoka festhielt. Diese hing in der Luft und wurde alleine durch Aïssatou´s Muskelkraft gehalten. Ein Anblick, der faszinierte.

Ein gelungener Auftritt, das fand auch Vinzenz Rahn. "Besser kann man es nicht machen", freute er sich über die Darbietungen von Anna Zant und "Fuego Rojo". Und auch Akrobat Solrak griff nach den Auftritten selbst zum Mikrofon. Er bedankte sich bei dem Publikum, die den vier Artisten einen kräftigen Applaus schenkte, für das Interesse an "Fuego Rojo". "Ich freue mich, dass auch in einer kleinen Stadt wie Tirschenreuth die Kunst unterstützt wird", so der Mexikaner, der übrigens sehr gut Deutsch spricht, was er bei seiner Dankesrede bewies. Ganz herzlich bedankte er sich auch bei Anna Zant, die den Auftritt der Gruppe möglich gemacht hat.

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