18.05.2021 - 15:22 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Mehr Geld für kostenlose Energieberatung im Landkreis Tirschenreuth

Die Energieberatung ist für die Bürger kostenlos und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen. Dafür muss der Kreis Tirschenreuth etwas tiefer in die Tasche greifen, was er im Fall des Energie-Technologischen Zentrums (ETZ) gerne tut.

ETZ-Geschäftsführer Matthias Rösch freute sich über die Verlängerung der Kooperation mit dem Landkreis Tirschenreuth.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Das ETZ Nordoberpfalz versteht sich als unabhängiges Dienstleistungszentrum für die Einwohner, Kommunen und Firmen der Region. Finanziert wird die Energieagentur von der Stadt Weiden, den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth. Um Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre zu erhalten, lag dem Kreisausschuss ein neuer Antrag vor: Statt wie bisher 25.650 Euro jährlich sollen die Tirschenreuther 28.000 Euro beitragen. Wie Geschäftsführer Matthias Rösch in der Sitzung darlegte, hat Neustadt eine Aufstockung in gleicher Höhe bereits beschlossen. Weiden und das Kommunalunternehmen Stadtwerke beteiligen sich mit 55.000 Euro pro Jahr.

Mit der "moderaten Erhöhung", so der Tenor, konnte der Kreisausschuss gut leben. In Kürze werde der Kreis auch einen Klimaschutzmanager einstellen, kündigte Landrat Roland Grillmeier an. Die Energieagentur wolle man sich als wichtiges Bindeglied erhalten: "Wir können durch diese Partnerschaft nur gewinnen." Für eine qualifizierte Beratung, die den Bürgern nichts verkaufen wolle, gebe man gern etwas mehr aus, waren sich die Sprecher aller Fraktionen einig.

Zuvor hatte Geschäftsführer Rösch steigende Nutzungszahlen bei der Energieberatung genannt. So verzeichnete das ETZ 2020 insgesamt 582 Termine, davon ein Drittel im Landkreis Tirschenreuth. Die mit 30 Euro kostenpflichtigen Energie-Checks bei den Bürgern vor Ort, seit 2019 in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Bayern angeboten, kamen laut Rösch bis zum coronabedingten Rückgang ebenfalls gut an. Da gehe es oft um die Eignung für Solaranlagen und Fragen zum Heizungseinbau. "Manche Kommunen wie Kemnath übernehmen auch den Eigenanteil von 30 Euro", sagte Rösch.

Die Beantragung von Fördermitteln sei ein wichtiger Punkt bei der Einzelberatung, die jetzt auch wieder in den Gemeinden aufgenommen werde. "Wir beraten gerne auch Kommunen", nannte der Geschäftsführer als Beispiel die Heizungssanierung im Gemeindehaus Reuth. Man sei auch beratend für Unternehmen da und bringe Energieprojekte in der Region voran. Ein weiteres Standbein seien Dienstleistungen auf Honorarbasis. Ein Beispiel dafür sei das Energiecoaching für das Jugendheim Fuchsmühl.

"Das passt genau in die Zeit, um den Klimawandel zu stoppen", begrüßte der Landrat das bis 2024 gesicherte Angebot der ETZ. Eine schnelle und unkomplizierte Erstberatung sei wichtig, war sich CSU-Sprecher Bernd Sommer mit den anderen Fraktionen einig: "Der Wunsch nach klimaverträglichem Handeln ist in allen Bereichen angekommen. Aber man will sich ja nichts verkaufen lassen."

Wenn Corona es erlaubt, sind monatliche Beratungen im Landkreis geplant

Tirschenreuth

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.