15.06.2021 - 14:42 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Monatswallfahrt: Für Frieden bei sich selbst anfangen

Domkapitular Thomas Pinzer aus Regensburg führte die 410. Monatswallfahrt in Tirschenreuth an. Der gebürtige Kemnather zeigte sich beeindruckt von 35 Jahren immerwährender Anbetung.

Wallfahrtsanführer der 410. Monatswallfahrt war Domkapitular Thomas Pinzer (mitte). In Konzelebration feierten Stadtpfarrer Georg Flierl (links) und Kaplan Daniel Fenk (rechts) mit.
von Konrad RosnerProfil

Wallfahrtsanführer der 410. Monatswallfahrt für die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt war am Monatsdreizehnten Monsignore Thomas Pinzer aus Regensburg. Der gebürtige Kemnather betonte in seiner Predigt, dass er seinem großen Förderer, dem ehemaligen Tirschenreuther Stadtpfarrer Georg Maria Witt, Vieles zu verdanken habe. „Ohne den Witt Schorsch – wie ich ihn väterlich nennen durfte – wäre ich heute nicht hier“, sagte Pinzer. Musikalisch wurde der Wallfahrtsgottesdienst von Kornelia Cichon an der Orgel sowie gesanglich von Christine Kohl und Ottmar Andritzky umrahmt. Zudem war erstmals nach vielen Monaten wieder der Volksgesang zugelassen.

Ganze Nacht hindurch gebetet

Zu Beginn des Gottesdienstes freute sich Stadtpfarrer Georg Flierl, mit Domkapitular Monsignore Thomas Pinzer einen alten Bekannten, begrüßen zu können. Pinzer sei schon mehrmals Anführer der Wallfahrt gewesen. Zudem bat er für die Erneuerung der Kirche, die aktueller denn je sei, zu beten. Nach dem Evangelium, vorgetragen von Kaplan Daniel Fenk, verwies Domkapitular Thomas Pinzer auf die Tatsache, dass es seit 329 Jahren die Wallfahrt zur Lieben Frau von Tirschenreuth und seit 35 Jahren die immerwährende Anbetung gebe. „Dazu kann ich nur gratulieren“, betonte Pinzer.

Er erinnerte daran, dass der damalige Stadtpfarrer Georg Maria Witt sich für die immerwährende Anbetung eingesetzt habe. „Ich selbst bin damals als Seminarist skeptisch gewesen, ob das mit der immerwährende Anbetung auch funktioniert, ob dies noch zeitgemäß ist und ob man genügend Beter und Beterinnen findet“, gab Pinzer zu. Heute könne er sagen: „Ja, es hat funktioniert. Es ist gut, immerwährend zu beten.“ Der Domkapitular dankte allen, die das Gebet am Leben erhalten, auch in Zeiten von Corona, wo manche wegen der Ausgangsbeschränkungen die ganze Nacht durch gebetet hätten. „Dankeschön für dieses tiefe Glaubenszeugnis.“

Anfang bei sich selbst machen

Beten sei nicht einfach, dies habe auch schon Papst Franziskus gesagt. Dem menschlichen Geist falle es oft schwer, bei einem Gedanken zu bleiben, gebe es doch zu viel Ablenkung. Papst Franziskus habe dazu einen ganz einfachen Tipp: "Einfach weiter machen und nicht aufhören." Doch wie soll man beten, was soll man beten? Die aktuelle Situation der Kirche sei nicht die Beste, es gebe viel Streit und Krisen. Deshalb sei es sehr wichtig, weiter für die Ausbreitung des Glaubens zu beten. Der Domkapitular warf die Frage auf: "In welcher Welt wollen wir leben? Wollen wir eine Welt voll Hass und Streiterei oder eine Welt voller Freude, eine Welt mit Frieden?" Dazu müsse man bei sich selbst anfangen. Wenn man für das Reich Gottes bete, bete man auch für seine eigene kleine Welt, für seine Familie.

Beten für ein offenes, reines Herz

Dabei sei das Herz, das offen oder auch verschlossen sein könne, der Mittelpunkt. Das Herz könne verdorben oder lieblos sei, es könne aber auch voller Wahrheit und Gerechtigkeit sein. "Deshalb gibt es hier in Tirschenreuth die immerwährende Anbetung, die uns vor einem harten Herz bewahrt und unser Herz rein hält." Der Domkapitular forderte die Gläubigen auf, offen und ehrlich zu sein, zu sich selbst und zu den Anderen. "Achte auf deine Gedanken, denn es werden deine Worte. Achte auf deinen Charakter, denn es wird dein Schicksal."

Wallfahrtsanführer der 411. Wallfahrt am Dienstag, 13. Juli, wird Pfarrer Christian Schulz aus Hahnbach, der Heimatgemeinde von Kaplan Daniel Fenk, sein.

Christine Kohl und Ottmar Andritzky sorgten für die gesangliche Umrahmung.

 

 

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