Hauptamtliche und ehrenamtliche Betreuer engagieren sich im Landkreis für Behinderte und Senioren. Diese gute Versorgung habe sich wohl weit herumgesprochen, sagte Sachgebietsleiter Wolfgang Fenzl in einer Sitzung des Kreistagsausschusses für Senioren, Soziales, Gesundheit und Inklusion. Fenzl erzählte von Münchenern, die sich fürs Alter aus Kostengründen einen Umzug in den Landkreis Tirschenreuth vorstellen könnten.
Damit es für die Senioren noch schöner wird, müssen aber auch Fleißaufgaben im Verwaltungsbereich erledigt werden. Dazu gehört es, das jetzt achtjährige seniorenpolitische Gesamtkonzept und den Pflegebedarfsplan fortzuschreiben und zu aktualisieren. Zur Unterstützung hat sich der Landkreis die Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung für Bayern ins Boot geholt. Erste Besprechungen sollen am 16. Mai bei einem Workshop stattfinden. Teilnehmer werden Fraktionsmitglieder sowie Vertreter der Sozialverbände sein.
Vorgestellt hat sich auch der neue Integrationslotse, David Runschke. Dessen Aufgabe es ist, ehrenamtliche Integrationshelfer zu unterstützen. Runschke, der bereits seit September im Landratsamt arbeitet, appellierte an alle ehrenamtlichen Mitarbeiter, bei Problemen in der Migrationsarbeit sofort zu ihm zu kommen. Das spare Zeit. "Voraussichtlich weiß ich, wie man helfen kann", sagte Runschke, der wenig Sinn darin sah, immer erst zehn verschiedene Stellen anzurufen zur Problemlösung.
Geht es nach dem Gesetzgeber, soll die Schuldner- und Insolvenzberatung gebündelt unter ein Dach gestellt werden. Dies mache Sinn, sagte Sozialamtsleiter Wolfgang Jäger. Zur Finanzierung des Personals strebt der Landkreis eine Kooperation mit dem Landkreis Neustadt und der Stadt Weiden als Kommunale AG an. Zum Umfang dieser Beratung nannte der ARV etwa 70 Fälle jährlich mit daraus 30 bis 40 Insolvenzen.
Einen umfangreichen Tätigkeitsbericht lieferte der Behindertenbeauftragte Reinhard Schön. Was ihn freute: Immer mehr behinderte Menschen hätten einen Job. Dies sei der guten Konjunktur, aber auch mehr Aufgeschlossenheit der Betriebe zu verdanken. Weniger schön fand er, die Ablehnung von nahezu jedem Antrag auf Förderung durch die Krankenkassen. Man müsse sich als Betroffener gehörig auf die Hinterbeine stellen, um überhaupt noch was zu bekommen.
Abteilungsleiter Wolfgang Fenzl stellte ein arbeitsintensives Veranstaltungsprogramm 2018 und 2019 in der Seniorenarbeit vor. Als Highlights nannte Fenzl den Seniorenfasching, die Maiandacht mit über 500 Teilnehmern sowie das Oktoberfest in Kemnath, an dem überraschend gut 400 Senioren teilnahmen. Gut laufen würden die Impulsfahrten für die Seniorenbeauftragten der Kommunen.
Als überregional begehrtes Beispiel nannte Fenzl die Musterwohnung. Aus ganz Bayern kämen unzählige Anfragen dazu. "Vorher mussten wir um Fördermittel anfragen. Jetzt werden wir gefragt, ob wir an Projekten mit Förderung teilnehmen wollen", nannte Fenzl einen positiven Nebeneffekt der erfolgreichen Seniorenarbeit im Landkreis.
Olga Luft bat, bei allen positiven Aktivitäten jene alten Menschen nicht zu vergessen, die in den Heimen einsam seien aufgrund mangelnder Mobilität. Wolfgang Fenzl versprach, dies im Bedarfsplan aufzunehmen. Einstimmig gebilligt wurde der Haushaltsplan des Sozialamtes. Jäger freute sich, dass man für das Jahr 2019 die Ausgaben um über 150 000 Euro senken könne.













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