Tirschenreuth
22.06.2022 - 12:20 Uhr

Musical über Geld, Gnade und Hartherzigkeit begeistert in Tirschenreuth

Wenn Geschichten aus der Bibel lebendig werden, steckt oft der Verein Adonia dahinter. Mit dem Musical „77“ begeisterten junge Protagonisten in Tirschenreuth. Dabei wurde auch das Geheimnis des Titels gelüftet.

Der Verein Adonia mit Sitz in Karlsruhe hat sich der christlichen Jugendarbeit verschrieben. Die Musical-Camps, mit denen der Verein auch auf Tournee geht, profitieren vom reichen Schatz an musikalischen Bühnenstücken in farbenfrohen Kulissen und Kostümen. Agiert wird mit viel Freude am Spiel und Gesang. Der gelungene Brückenschlag zwischen Kunst, Jugend und Glaube sorgte auch im Kettelerhaus für einen vollen Erfolg.

Die freikirchliche Gemeinde „Go Church Oberpfalz“ hatte das Adonia-Jugendmusical „77“ in die Kreisstadt geholt. Trotz der hohen Temperaturen auch im Saal entschieden sich rund 350 Besucher bei freiem Eintritt für einen Besuch der Aufführung.

Das Bühnenstück, das in nur wenigen Probentagen erarbeitet wurde, bot einen Augen- und Ohrenschmaus. Auf und hinter der Bühne lief alles wie am Schnürchen. Die Szenen boten ein Wechselbad der Eindrücke: Thematisiert wurden das Geldleihen und Verleihen, Hartherzigkeit und Großzügigkeit.

In den Mittelpunkt rückten ein reicher Geldgeber und ein Ehepaar, das bald verdrängt hatte, dass das geliehene Vermögen eigentlich einem anderen gehört. Djamal und die geldgierige Shanila standen schließlich mit 35.153.041 Rupien in der Kreide. Auf die Tilgungen samt Zinsen wartete der Gläubiger, ein Maharadscha, vergeblich. Das Stück nahm ein gutes, aber auch überraschendes Ende. Völlig baff erlebten die Zuschauer nämlich mit, wie sich Menschen fortentwickeln, deren Herzen sich vor lauter Raffgier in Steine verwandelt hatten.

Hinter den nicht zurückbezahlten Rupien verbarg sich ein Geheimnis, das vom Schatzmeister im Epilog gelüftet wurde: „Die vierte Wurzel aus 35.153.041 ist nämlich 77." Die Zahl mahnte zur unendlichen Vergebung, die man jeden Tag und - so lehrte das Stück - mehr als nur 77 Mal in die Tat umsetzen sollte. Davon schrieb schon der Apostel Paulus in seinem Brief an die Kolosser: "Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr."

Eineinhalb Stunden lang machten die 70 Jungdarsteller die Kettelerhaus-Bühne zur ihrigen. Der Funke der Begeisterung sprang aufs Publikum über. „Alle waren von Anfang an dabei, als es darum ging, ein biblisches Gleichnis mit Texten und 16 Songs nachzuerzählen“, freut sich die Themenreutherin Angelika Würner von "Go Church Oberpfalz" über die bunte Interpretation und ein musikalisches Feuerwerk. Lang anhaltender Applaus und viele Geldscheine, die in die Spendenkasse flossen, waren der verdiente Lohn für die Darsteller. „Wir sind sehr zufrieden und feilen bereits an weiteren Aktionen“, versprach Angelika Würner.

Hintergrund:

Der Verein Adonia

  • Bestehen: Adonia gibt es in Deutschland seit 2001, Vereinssitz ist Karlsruhe
  • Name: Die Vornamen Adonia und Adonai entstammen dem Hebräischen und bedeuten übersetzt „Gott ist (mein) Herr“
  • Finanzielle Basis: Adonia arbeitet überkonfessionell, finanziell und organisatorisch eigenständig mit Spenden als wichtigster Einnahmequelle
  • Vereinsziele: Förderung der Kinder und Jugendlichen in ihrem Glauben, ihren Fähigkeiten und ihrer Persönlichkeit.
  • Entwicklung: Musicalcamps für Teens im Alter von 9 bis 19 Jahren gibt es in allen Bundesländern
  • Informationen: Internetseite www.adonia.de
 
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