01.08.2021 - 13:40 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Nachhaltigkeit im Haushalt lohnt sich für Familie und Umwelt

Wie lässt sich auch im Privathaushalt nachhaltig leben? Studierende der Hauswirtschaftsschule in Tirschenreuth haben nach Antworten gesucht und sie auch gefunden.

Janine Wührl hat ihren Vorratsraum auf Vordermann gebracht und spart damit Lebensmittel, die oftmals weil übersehen weggeworfen werden müssen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Nachhaltig leben für Klima und Umwelt ist ein Lernprozess, der bis in den Privathaushalt greift. Die Studierenden der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, in Tirschenreuth haben das Thema Nachhaltigkeit in ein Projekt integriert, das beispielgebend für alle Familienhaushalte sein kann. Schon im Februar wurde das langfristige Projekt in Angriff genommen. Begleitet wurden die Frauen dabei von Schulleiterin Doris Eckl.

Für die praktische Arbeit daheim suchten sie sich Familienmitglieder, die halfen. Die Ergebnisse wurden schriftlich dokumentiert und fotografiert. „Die Vielfalt der Projektideen hat mich sehr erstaunt“, freute sich Doris Eckl über erstaunliche Ergebnisse. „Die Frauen konnten in ihren Projekten Vieles aus dem bisherigen Unterricht umsetzen.“

Alexandra Schrott und Elena Kreuzer zum Beispiel arbeiteten mit ausgedienten Holzpaletten. Während Schrott die Paletten als Kräuterkasten verwendete, baute Kreuzer Terrassen-Möbel. Sie machte einen detaillierten Schnittplan, wie sie mit möglichst wenig Abfall, bequeme Sitzmöbel zuschneiden und zusammenschrauben kann und informierte sich, welche Oberflächenbehandlung für Holz im Außenbereich sinnvoll ist. Sie suchte sich Material, das daheim vorhanden war und baute mit Tipps und Tricks aus dem Netz die Möbel.

Hang als Herausforderung

Mit Nachhaltigkeit hatte sie vorher wenig am Hut, sagt Kreuzer. Aber das hat sich geändert: "Seitdem ich auf dem Bauernhof meines Freundes lebe, achte ich sehr darauf, regional einzukaufen. Denn durch die Arbeit, sieht man einige Punkte auch mal von einer ganz anderen Seite. Somit gebe ich gern mal den einen oder anderen Euro mehr aus, um gute Qualität zu haben."

Patricia Stock und Karin Wöhrl wurden durch den Unterricht bei Else Köstler in Gartenbau angeregt und entschieden sich, neue Beete anzulegen. Wöhrl baute ein Hochbeet aus ausgedienten Paletten. Danach befasste sie sich intensiv mit dem Innenleben eines Hochbeets und den geeigneten Pflanzen. Stock musste ihre Beete aufwendig in ein Hang-Grundstück einbauen. Danach erst konnte sie sich dem Anbau-Plan für Gemüse eingehend widmen. Patricia Stock sagt, Nachhaltigkeit und Umwelt sei für sie schon immer ein Thema gewesen. "Mein Garten besteht quasi komplett aus Recyclingmaterial. Somit haben die ausgedienten Gegenstände wieder einen Wert bekommen und dienen mir und meiner Familie zur Nahrungsmittelproduktion. Und gleichzeitig kann ich meinen Kindern wieder weitervermitteln, wie schön es ist, aus etwas gebrauchtem etwas neues zu entwickeln", sagt Stock.

Kosten im Blick

Viele andere tolle Ideen sind im Projektverlauf von Mitschülerinnen entstanden. Janine Wührl hat beispielsweise ihren Vorratsraum auf Vordermann gebracht und spart damit Lebensmittel, die oftmals, weil übersehen, weggeworfen werden müssen. Und Claudia Dietz hat ihre Waschküche komplett umgestaltet, um in Zukunft nachhaltiger waschen zu können.

In den Präsentationen wurden abschließend auch die Kosten und der Zeitaufwand verglichen. Die Möglichkeiten der Umnutzung vorhandener Materialien und der besseren Gestaltung von Arbeitsplätzen regten zum Nachdenken über eine nachhaltige Lebensweise an. „Die Frauen haben den Gedanken der Nachhaltigkeit hervorragend umgesetzt“, meint Hauswirtschaftsdirektorin Doris Eckl. Ein schöner Nebeneffekt: Bei der Abschluss-Diskussion kamen viele weitere gute Ideen und Möglichkeiten für einen nachhaltigen Haushalt zur Sprache.

Hauswirtschaft zum Beruf gemacht

Waldershof

"Mein Garten besteht quasi komplett aus Recyclingmaterial."

Patricia Stock

 

 

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