Tirschenreuth
12.08.2018 - 12:08 Uhr

Naturfan durch und durch

Susanne Pätz stammt aus einem Dorf bei Plauen. Die 31-jährige Biologin studierte in Bayreuth und war dort im Umweltplanungsbüro und an der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) tätig. Jetzt ist sie Naturschutzfachkraft an der UNB Tirschenreuth.

Susanne Pätz (rechts) ist neue Naturschutzfachkraft an der Unteren Naturschutzbehörde in Tirschenreuth. Zurzeit geht ihr beim Kartieren Praktikantin Stefanie Braun zur Hand. tr
Susanne Pätz (rechts) ist neue Naturschutzfachkraft an der Unteren Naturschutzbehörde in Tirschenreuth. Zurzeit geht ihr beim Kartieren Praktikantin Stefanie Braun zur Hand.

(tr) Sie ist Nachfolgerin von Richard Schleicher, der im Herbst vergangenen Jahres in Ruhestand gegangen ist. Als sie noch an der UNB Bayreuth war, erfuhr sie von einer freien Fachstelle in Tirschenreuth und bewarb sich mit Erfolg. Hier begann sie ab Januar 2017 ihre Ausbildung zur Naturschutzfachkraft, die 15 Monate dauert.

Dazu gehörten auch Ausbildungsmodule in der Landeshauptstadt und in Augsburg. Während des Studiums arbeitete sie in Forschungsprojekten, als Tutorin in Pflanzenbestimmungskursen und leitete botanische Exkursionen. Bei der UNB gäbe es keine Hierarchie, teilten sich die Mitarbeiter bestimmte Gebiete im kreisweiten Zuständigkeitsbereich. Susanne Pätz ist demnach zuständig für den Raum Tirschenreuth, den Grenzkamm mit Waldsassen, Bärnau, Mähring und Neualbenreuth sowie den Teil des Fichtelgebirges der mit Immenreuth, Brand, Ebnath, Kulmain, Neusorg und Pullenreuth zum Landkreis gehört.

Aufgaben einer Naturschutzfachkraft seien oftmals Stellungnahmen zu Bebauungsplänen oder Einzelbauten. In der Hauptsache ginge es darum, den Menschen eine lebenswerte Umgebung zu erhalten und bei allem Baueifer den Naturschutz nicht zu vergessen.

"Besonderes Gefühl"

Dazu gehörten zum Beispiel Anregungen zur Verbesserung des Landschaftsbildes. Wenn sich jemand am Vertragsnaturschutz beteiligen will, ist er bei der UNB genauso richtig, wie jemand, der Probleme mit Hornissen- oder Wespennestern oder mit Fledermäusen hat. Derzeit geht der Neuen die Hospitantin Stefanie Braun zur Hand. Auch die Mitbetreuung der Waldnaabaue zusammen mit Thomas Kurzeck steht auf der Agenda von Susanne Pätz.

So böten manchmal Grundbesitzer Flächen an, die an das Gebiet angrenzen oder Leute wollen Grundstücke für den Naturschutz zur Verfügung stellen. Auch bei der Bepflanzung von Streuobstwiesen leiste die UNB Schützenhilfe. Das Spannendste, was Pätz während ihrer Tätigkeit in Tirschenreuth erlebte, war eine Fischadler-Beringungsaktion in der Waldnaabaue. "Ein ganz besonderes Gefühl einmal so einen majestätischen Vogel in eigenen Händen zu halten."

Hobby zum Beruf gemacht

Demnächst will Pätz, die ihre Zelte bei Kemnath aufgeschlagen hat, ihr Fahrrad mitbringen. "Dann werde ich in den Mittagspausen die Waldnaabaue noch intensiver erkunden." Die Naturschutzfachkraft kennt sich gut mit Tieren und Pflanzen aus. Der Vorteil bei Pflanzen sei, dass sie nicht weglaufen. Und das wirkt sich auch positiv auf ihr Hobby, die Makrofotografie aus. Pätz liest in der Freizeit gerne Naturzeitschriften. "Ich bin halt ein Vollblut-Naturmensch und froh, dass ich mein Hobby zum Beruf machen durfte." Wenn sie dann mal, zum Beispiel bei tagelangem Dauerregen, im Haus bleiben muss, liest sie gerne, Hermann Hesse oder Leo Tolstoi etwa. Lässt es das Wetter wieder zu, gärtnert sie mit Leidenschaft. Zwei Gärten nennt sie ihr Eigen. Dort sind nicht nur Naturpflanzen zu finden, sondern auch Rosen, bevorzugt die, die intensiv duften. "Das ist eine ganz große Schwäche von mir."

Ich bin halt ein Vollblut-Naturmensch und froh, dass ich mein Hobby zum Beruf machen durfte.

Susanne Pätz

 
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