25.06.2019 - 18:00 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neue Masten möglichst kompakt

Durch vier Gemeinden im Landkreis zieht sich der Neubau des Ostbayernrings. Aus diesem Grund hat sich das Landratsamt für die Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren mit diesen Kommunen besonders beraten. Einige Forderungen fließen ein.

Der alte Ostbayernring wird abgebaut. Ersatzmasten sind nicht immer nah am Bestand vorgesehen: Das Waldnaabtal wie hier der Bereich Hammermühle bleibt von der künftigen Trassenführung verschont.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

"Diese Stromtrasse ist im Gegensatz zu anderen notwendig, darüber sind wir uns wohl einig", brachte SPD-Fraktionssprecher Rainer Fischer die grundsätzliche Akzeptanz im Kreisausschuss auf den Punkt. Die Firma Tennet ist damit beauftragt, einen Ersatzneubau für die Höchstspannungsleitung von Redwitz in Oberfranken bis nach Schwandorf zu planen.

"Es steht schon genau fest, wo die neuen Masten stehen und wie der Ostbayernring verläuft", erklärte Oberregierungsrätin Regina Kestel den Stand. Im Gegensatz zum Südost-Link ist die Trasse als reine Freileitung geplant. Der Neubau soll 2020 beginnen. Erst nach Fertigstellung ist der Abbruch der alten Leitung möglich. Kestel verwies darauf, dass Tennet eine Bauzeit von drei Jahren veranschlagt. "Da haben wir noch viel Freude", kommentierte Roland Grillmeier (CSU). Als Sprecher der vier betroffenen Kommunen Konnersreuth, Mitterteich, Wiesau und Falkenberg meinte er, dass die Gemeinden mit dem Projekt durchaus eine Herausforderung zu bestehen hätten. "Aber dann haben wir mit der neuen Trasse die nächsten 30 oder 40 Jahre Ruhe."

In die einstimmig beschlossene Stellungnahme wurden einige Forderungen wie die nach möglichst kompakten Masten aufgenommen. Auch will der Landkreis, dass die alten Fundamente komplett entfernt werden, nicht nur bis in eine Tiefe von 1,20 Metern. "Da sind wasserfördernde Schichten betroffen", sagte Ely Eibisch. Der Sprecher der Freien Wähler, gleichzeitig Kreisobmann des Bauernverbandes, verdeutlichte auch die Forderung, Eingriffe in die Landschaft mit der bestehenden Trasse und Waldstücken auf der neuen Trasse zu kompensieren. Den Landwirten sollten möglichst wenig nutzbare Flächen entzogen werden durch den neuen Ostbayernring.

Hintergrund:

Sieben Punkte umfasst die Stellungnahme des Landkreises im Planfeststellungsverfahren für den Ostbayernring:

Bemängelt werden "nicht sehr transparente" Unterlagen. Die Wege zu den einzelnen Masten seien nicht oder nur schwer erkennbar.

Bauarbeiten sollen möglichst leise (Bagger mit Abbruchzange) und nur zwischen 7 und 20 Uhr erfolgen.

Die Masten müssen die gesetzlich geregelten Abstände zu den Kreisstraßen einhalten. Zufahrten sind vom Landkreis zu genehmigen, eventuelle Straßenschäden zu beheben.

Die Strommasten sollen in landschaftsverträglichster Form mit möglichst geringer Höhe und Breite ausgeführt werden.

Gleich nach Inbetriebnahme der neuen Trasse sind die alten Masten zurückzubauen, und zwar inklusive der kompletten Fundamente. Die Löschung von Grunddienstbarkeiten erfolgt auf Kosten der Tennet. Die frei werdende Bestandstrasse darf nicht für den Südost-Link verwendet werden.

Kommunale Entwicklungsflächen wie Gewerbegebiete dürfen durch den Ersatzneubau nicht beeinträchtigt werden.

Die Kompensation des Eingriffs in Natur und Landschaft soll auf der bestehenden Trasse erfolgen. Dazu sind Nutzungsverträge mit den betroffenen Landwirten zu schließen.

Der alte Ostbayernring wird abgebaut. Ersatzmasten sind nicht immer nah am Bestand vorgesehen: Das Waldnaabtal wie hier der Bereich Hammermühle bleibt von der künftigen Trassenführung verschont.
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