20.08.2019 - 15:25 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neuer Oberarzt verstärkt Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe in Tirschenreuth

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die geburtshilfliche Abteilung im Krankenhaus Tirschenreuth steht hervorragend da. Genügend Hebammen und ein neuer Oberarzt spielen dabei große Rollen. Am Montag trat Dr. Viktor Beketow seinen Dienst an.

Oberarzt Viktor Beketow verstärkt die stationäre Geburtshilfe und steht sowohlk für stationäre gynäkologische Eingriffe als auch im ambulanten Sektor in der Praxis im MVZ zur Verfügung.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Seit Montag, 19. August, ist Viktor Beketow im Krankenhaus und im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) tätig. Der 58-jährige ist in Wolgograd geboren und 1994 mit der ganzen Familie als Spätaussiedler nach Deutschland gekommen. Er hat vier Kinder und lebt mit seiner neuen Tätigkeit als Single in der Kreisstadt. Seine ärztliche Ausbildung begann er in Eisenach in Thüringen. 2006 machte er seinen Facharzt in Friedrichroda. Danach arbeitete unter anderem in Waldbröl in Nordrhein- Westfalen, am Sanaklinikum Hof und seit 2010 in Zwiesel im Bayerischen Wald.

Während seines langjährigen Schaffens habe er mehrere Varianten kennengelernt, die einem als Arzt begegnen können. Er hatte eine eigene Praxis und kennt auch die Situation als angestellter Arzt im Klinikum und in Medizinischen Versorgungszentren. Am "Sharing-Job" - im Fall Tirschenreuth - eine Kombination der beiden letzteren, schätzt er vor allem, dass er die Ergebnisse seiner eigenen Arbeit sehen kann.

"Perfekte Qualifikation"

Mit Eintritt des neuen Kollegen geht Dr. Helmut Rüth mit 75 Jahren endgültig in den Ruhestand. "Jetzt genießt er seine Enkelkinder", sagt sein Sohn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Michael Rüth, der Viktor Beketow ebenfalls begrüßte. Professor Anton Scharl, Direktor der Frauenklinik, freut sich über den neuen Kollegen und nennt als künftiges Ziel insgesamt vier Fachärzte in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. "Das gibt uns der demografische Wandel vor", ergänzt Michael Rüth. Denn in den kommenden Jahren würden weitere Kollegen in den Ruhestand gehen.

Rüth ist zufrieden mit der derzeitigen Entwicklung. Stand 19. August erblickten in diesem Jahr bisher 241 Kinder das Licht der Welt im Tirschenreuther Krankenhaus. Der Chefarzt freut sich darüber, dass der neue Kollege das System, wie es in Tirschenreuth gefahren wird, bereits von seiner vorherigen Tätigkeit her kennt und sowohl für stationäre Geburtshilfe und stationäre gynäkologische Eingriffe als auch im ambulanten Sektor in der Praxis im MVZ zur Verfügung steht. "Viktor Beketow hat die perfekte Qualifikation und er schreckt auch nicht davor zurück, geburtshilflich zu arbeiten und den größer werdenden ambulanten Patientinnen-Strom mit zu versorgen.

Auf der Hebammen-Seite sei man gut aufgestellt, erklärt die Leitende Hebamme Klaudyna Golkowski-Nizewskiam. Am 1. August ist eine neue Kollegin eingestellt worden und eine neue Bewerberin gäbe es auch. Deshalb werde aktuell darüber nachgedacht, dass sich die Amberger Kolleginnen, die das Tirschenreuther Team unterstützen, künftig ein wenig zurückziehen könnten.

Erstaunliche Entwicklung

"Schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass noch im vergangenen Jahr die Situation als dramatisch eingestuft werden musste und wir heute überhaupt keine Probleme haben, was die Anzahl der Hebammen betrifft. Da würden sich viele andere die Finger danach abschlecken", ergänzt Professor Scharl.

Fünf Hebammen aus Amberg unterstützen derzeit das Team in Tirschenreuth. Dazu kommen sechs, die zum Haus Tirschenreuth gehören, plus Beleghebamme Margarete Ackermann, so dass insgesamt zwölf Damen dieser Berufsgruppe zur Verfügung stehen. Auch die Kurse, die manche von ihnen anbieten, erfreuten sich großer Beliebtheit, erklärte Sonja Stejskalova, die am Montag mit dem neuen Kurs Babymassage startete.

Krankenhausleiterin Claudia Kost nannte die Einstellung des neuen Kollegen in der Gynäkologie einen weiteren Schritt, um die Geburtshilfe in Tirschenreuth auf feste und sichere Beine zu stellen. "Damit ist die Abteilung jetzt noch stärker geworden."

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