09.02.2020 - 13:57 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Neues Regionalbüro für Demokratieprojekte in Tirschenreuth

Homophobie, Antisemitismus, Rechtsextremismus oder Rassismus. Das sind nur einige Beispiele an Themen, denen sich das neue Regionalbüro der "Partnerschaft für Demokratie" widmen möchte. Das wurde nun durch Landrat Wolfgang Lippert eröffnet.

In Tirschenreuth gibt es jetzt ein neues Regionalbüro der "Partnerschaft für Demokratie". Bei der Eröffnung waren (von links) Vorsitzender des Kreisjugendrings Jürgen Preisinger, Landrat Wolfgang Lippert, die bisherige Koordinatorin für "Demokratie leben!" im Landkreis Franziska Tauber, Projektleiter "Demokratie leben in der Mitte Europas" Stefan Denzler, Integrationslotse David Runschke, die neue Koordinatorin Jennifer Scheffler, Sprecherin des bisherigen Begleitausschusses Theresia Kunz, Jugendforum-Sprecher Fabian Ernstberger und Walter Brucker, der federführend für „Demokratie leben!“ im Amt ist.
von Susanne Forster Kontakt Profil

"Es ist ein denkwürdiger Termin", so Landrat Wolfgang Lippert. Die Rede ist von dem neuen Regionalbüro der "Partnerschaft für Demokratie", das am Mittwoch im Landratsamt Tirschenreuth eröffnet wurde. Dort können Vereine, Verbände, Initiativen oder Bündnisse, aber auch Privatpersonen und Schulen einen Förderantrag stellen.

Bunte Projektthemen

Unterstützt werden Projekte etwa zu den Themen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Inklusion, Demokratiestärkung im ländlichen Raum, Islamismus oder Homophobie, erklärt Jennifer Scheffler. Sie ist die neue Koordinatorin für den Landkreis und im neuen Regionalbüro nun Ansprechpartnerin vor Ort. Sie unterstützt bei der Antragstellung, bei der finanziellen Handhabe und auch bei der Umsetzung von Projekten. "Die Veranstaltungen und Projekte, die im Konzept "Demokratie leben!" umgesetzt werden, richten sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an junge Erwachsene, Eltern, Erzieher, Sozialarbeiter oder Lehrer. Gefördert werden die Projekte vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend", teilen die Verantwortlichen mit. Das Programm richte sich an "Projekte, die Demokratie fördern, Vielfalt gestalten und Extremismus vorbeugen möchten".

Zwei Fördertöpfe

Schon seit 2015 ist es möglich, im Landkreis Fördergelder aus dem Programm "Demokratie leben!" zu erhalten, erklärt Walter Brucker, der ein federführendes Amt für "Demokratie leben!" hat. Seit 2015 sei der Landkreis zudem als "Partnerschaft für Demokratie" teil des Projekts "Demokratie leben!". Das sei nun bis Ende 2024 verlängert worden. Und auch die Fördersumme sei auf jährlich 45000 Euro aufgestockt worden. Davon seien im Jugendfonds, der sich speziell an Projekte von Jugendlichen für Jugendliche richtet, Fördergelder in Höhe von 10000 Euro und im Aktions- und Inititativfonds Fördergelder in Höhe von 35000 Euro.

Bis zu 80 Prozent Förderung sei möglich, sagt Scheffler. Die verbleibenden 20 Prozent seien durch Eigenmittel, etwa durch Eintrittsgelder oder Spenden, zu erbringen. Als Beispiele für mögliche Projekte nannte sie etwa Theater- und Tanzveranstaltungen, Exkursionen zu Museen oder Gedenkstätten, Ausstellungen oder Workshops zu Foto- Film,- oder Plakatgestaltung. Auch Demokratiekonferenzen oder Fachtagungen seien denkbar, so Scheffler.

Zusammenarbeit mit KJR

Bei der Eröffnung des Regionalbüros stellte Lippert die neue Koordinatorin Jennifer Scheffler vor. Und blickte auf die vergangenen fünf Jahre zurück, in denen "viele Projekte bearbeitet wurden". Im Landkreis wolle man nun noch mehr Projekte generieren. Deshalb sei die Stelle in Tirschenreuth ausgeschrieben worden.

"Wir sind sehr froh, dass die erfolgreiche Arbeit von "Demokratie leben!" im Landkreis fortgesetzt wird. Ich wünsche mir, dass dadurch noch mehr Aktionen mit Demokratiegedanken initiiert werden, um damit einen Beitrag zum friedlichen Miteinander zu leisten", sagte Lippert. Er wünschte Scheffler einen "guten Auftakt und gute Projekte".

Theresia Kunz, die bisherige Sprecherin des Begleitausschusses, der über die Förderanträge entscheidet, blickte ebenfalls zurück. "Von Ausflügen und Ausstellungen über Feste und Konzerte bis zu Workshops und Zeltlagern war alles dabei", resümiert sie die bisher geförderten Projekte. "Ich freue mich, dass du hier bist, Jennifer", freute sich Stefan Denzler, Projektleiter von "Demokratie leben in der Mitte Europas", über den Einsatz von Scheffler im neuen Regionalbüro.

Ansprechpartner vor Ort

Durch das neue Büro solle das Programm bekannter gemacht und die Antragsteller ortsnah beraten werden, erklärte Scheffler. "Es ist wichtig, vor Ort zu sein" sagte sie. Und verwies auch auf das "gute Arbeitsumfeld". Denn sowohl einen Migrationsbeauftragten gebe es im gleichen Gebäude, und auch der Kreisjugendring (KJR) sei "praktisch gleich nebenan". Denn in Kooperation mit dem KJR sollen Kontaktpunkte, etwa mit Sportvereinen oder lokalen Verbänden, geknüpft werden, sagt Scheffler. Deshalb war auch Kreisjugendring-Vorsitzender Jürgen Preisinger bei dem Termin dabei. Er sprach sich für eine "gute Zusammenarbeit" mit der neuen Koordinatorin aus. "Ich finde es toll, dass die Jugend durch die Projekte Werte vermittelt bekommt", so Preisinger.

Die Gäste lauschen den Worten von Landrat Wolfgang Lippert (Vierter von links).
Die neue Koordinatorin des Regionalbüros in Tirschenreuth, Jennifer Scheffler, im Eingangsbereich ihres Büroraumes im Landratsamt. Sie ist im Zimmer 602 in Amtsgebäude 3 zu finden.
Landrat Wolfgang Lippert (links) schaut sich im neuen Büro von Jennifer Scheffler (rechts) um.
Im Blickpunkt:

Das neue Regionalbüro

An das neue Regionalbüro können sich Vereine und Verbände, aber in gewissen Fällen auch Privatpersonen und Schulen wenden. Dort koordiniert Jennifer Scheffler die Antragstellung der Projekte, die sich für Demokratie und Toleranz und gegen Extremismus einsetzen. „Durch das einfache Antragsverfahren lohnt es sich auch für kleine Vereine und lokale Initiativen. Jeder, der eine Idee oder schon einen konkreten Plan für ein Projekt hat, kann sich bei mir melden“, so Scheffler.

Das Regionalbüro ist zu finden im Landratsamt Tirschenreuth im Amtsgebäude 3, Raum 602 im Erdgeschoss. Jennifer Scheffler steht dort am Montag von 13.30 bis 16.30 Uhr, am Mittwoch von 8.30 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 8.30 bis 16.30 Uhr zur Verfügung. Sie ist per Email unter scheffler[at]ebz-alexandersbad[dot]de oder unter Telefon 0 96 31 / 882 20 zu erreichen. Das Projekt „Demokratie leben in der Mitte Europas“ wird koordiniert durch das Evangelische Bildungszentrum in Bad Alexandersbad. Betreut werden die Landkreise Tirschenreuth und Wunsiedel sowie die Stadt und der Landkreis Hof. Projektanträge stellen können nicht-staatliche Einrichtungen. Das Projekt sollte im Landkreis stattfinden oder sich zum größten Teil an Teilnehmer aus dem Landkreis richten. Bei der Antragstellung ist zu beachten, dass das Projekt nicht bereits vor der Bewilligung gestartet hat. Auch muss es zum Jahresende abgeschlossen sein. Eine Eigenleistung von mindestens 20 Prozent ist Pflicht. Über den Antrag entscheidet ein Begleitausschuss. Für jeden der drei Landkreise Tirschenreuth, Hof und Wunsiedel und die Stadt Hof gibt es einen eigenen Ausschuss.

Weitere Infos zum Projekt: www.demokratie-leben.de oder www.demokratie-leben-in-der-mitte-europas.de

Es ist wichtig, vor Ort zu sein.

Jennifer Scheffler, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle in Tirschenreuth

Jennifer Scheffler, Leiterin der Koordinierungs- und Fachstelle in Tirschenreuth

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