05.12.2019 - 14:58 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Auch ÖDP will in Tirschenreuth in den Kreistag

Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Frage stellt sich die ÖDP. Die klassischen Themen der Partei werden derzeit eifrig diskutiert. Das will die Partei nutzen, um in den Tirschenreuther Kreistag einzuziehen.

Die anwesenden nominierten Kandidaten der ÖDP sind (vordere Reihe von links) Markus Remold, Magdalena Becher, Robert Lechner und Angela Frank sowie (hintere Reihe von links) Gerald Schmid, Klaus Würner, Peter Wittmann, Hans Schmidkonz, Hermann Philipp, Ulrike Remold, Wolfgang Kunz und Erhard Siller.
von Externer BeitragProfil

Erstmals will die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) mit einer Liste zur Wahl für den Tirschenreuther Kreistag antreten. 15 Kandidaten, zumeist Mitglieder, erklärten sich bei der Aufstellungsversammlung am Montag im Gasthaus "Weißenstein" bereit zu kandidieren.

Dank an Hermann Philipp

Bezirksvorsitzender Christian Wallmeyer aus Ottenrieth bei Waldthurn (Landkreis Neustadt/WN) bedankte sich für das persönliche Engagement von Herrmann Philipp aus Waldershof. "Ohne dessen großen Einsatz wäre die Liste sicher nicht zustande gekommen", meinte er. Wallmeyer ging auch auf wesentliche Punkte des Programms der ÖDP ein und zeigte auf, in welcher Weise es auf kommunale Fragen angewandt werden könne.

Die ÖDP stehe vollkommen hinter der aktuellen Schüleraktion "Fridays for Future" und ihrer Initiatorin Greta Thunberg, denn der Klimawandel sei Realität und Nichthandeln ein Verbrechen an der Menschheit, meinte er. Insbesondere auf die nächsten zehn Jahre komme es an, und viele Veränderungen seien irreversibel.

"Was wir fordern, das sind Photovoltaikanlagen auf allen kommunalen Dächern", betonte Wallmeyer. Zusätzlich müssten private Haushalte mit Fördermitteln für energetische Maßnahmen unterstützt werden. Bei der Windenergie solle man sich auf Bürgerwindparks beschränken und Großinvestoren abweisen. Der Ausbau des Tankstellennetzes für Erdgas- und Elektroautos sei ebenso wie die Vernetzung des öffentlichen Nahverkehrs eine grundlegende Aufgabe. "Auch ein kostenloser ÖPNV wäre durchaus finanzierbar, deutschlandweit würde das nicht mehr kosten als die jetzt geplante Reduktion des Solidaritätszuschlags", meinte er. Die Kreis- ÖDP sprach sich zudem für ein kostenloses Schülerticket unabhängig vom Alter aus. Die Eindämmung des Verpackungsmülls könne durch Unverpacktläden gelingen, wie es sie schon in Großstädten gebe. Die CO2-Problematik lasse sich nur bewältigen, wenn auch die materiellen Ansprüche reduziert würden. Ein zwei oder drei Tonnen schwerer Elektro-SUV sei keine Lösung. Wichtig sei jetzt der Einstieg in eine Gemeinwohlökonomie. Mindestens bis zum sechsten Lebensjahr eines Kindes solle einem Elternteil ein Erziehungsgehalt gewährt werden.

"Begehbare Mikrowellen"

Die Landwirtschaft müsste einen Weg von der Massenproduktion hin zu Qualitätsprodukten beschreiten. Der Ausbau des 5G-Netzes werde die Städte in begehbare Mikrowelle verwandeln, zugleich werde die Rückverfolgbarkeit jeder menschlichen Bewegung realisiert. Stattdessen sollten Glasfaserkabel verlegt werden. Auch selbstfahrende Autos finden bei der ÖDP wenige Interessenten, neue Technologien sollten sich auf sinnvolle Themen beschränken. Die neuen Stromtrassen seien ein Milliardengrab und dienten nur den Interessen der Konzerne, für den Landkreis Tirschenreuth sei der Nutzen gleich Null. Gewerbegebiete sollten möglichst in Kooperation mehrerer Kommunen ausgewiesen werden, um dem Flächenverbrauch Grenzen zu setzen. Für Leerstände in vielen Ortszentren brauche man neue Nutzungskonzepte, so die ÖDP.

Hintergrund:

Unterschriften für Kandidatur nötig

Da die ÖDP zum ersten Mal mit einer eigenen Liste zur Kreistagswahl antritt, müssen die Bewerber vor dem Wahlkampf noch eine besondere Hürde nehmen: Da die ÖDP weder im Landtag noch im Bundestag vertreten ist, müssen mindestens 340 im Landkreis wahlberechtigte Bürger bei ihrer jeweiligen Gemeinde mit Unterschrift die neue Liste unterstützen. Ansonsten wird sie nicht zur Wahl zugelassen. Diese Unterstützerlisten liegen ab 19. Dezember bei allen Gemeinde- und Stadtverwaltungen auf, das Verfahren entspricht dem eines Volksbegehrens wobei der Datenschutz gewährleistet ist. Der letztmögliche Termin für eine Unterschrift ist der 4. Februar.

Die Kandidaten der ÖDP:

Robert Lechner führt Liste an

Die Nominierung erbrachte folgendes Ergebnis: Als Spitzenkandidat tritt Robert Lechner (Pechbrunn) an, ihm folgen Magdalena Becher (Tirschenreuth) und Markus Remold (Plößberg), alle wurden einstimmig gewählt. Die weiteren Kandidaten sind Angela Frank (Neualbenreuth), Erhard Siller (Waldershof), Martin Wittmann (Neusorg), Ulrike Remold (Plößberg), Gerald Schmid (Mitterteich), Herrmann Philipp (Waldershof), Vera Röckl (Plößberg), Klaus Würner (Wildenau), Hans Schmidkonz (Plößberg), Peter Wittmann (Neusorg), Wolfgang Kunz (Neualbenreuth) und Sebastian Ihlow (Plößberg).

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