12.06.2019 - 11:46 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Österreich als Vorbild

Ein Miniauto ohne Fahrer, Bustickets für 1 Euro pro Tag und ein Mitfahrbankerl sind nur einige Beispiele, die Grünen-Landtagsabgeordneter Markus Büchler in Tirschenreuth vorstellt. Sein Thema: Wie kann der Nahverkehr ökologischer werden?

Landtagsabgeordneter Markus Büchler schwärmte vom Verkehrsverbund in Österreich, wo jeder nur einen Euro pro Tag für Fahrten mit einem Verkehrsmittel des Nahverkehrs zahlen müsse.
von Ulla Britta BaumerProfil

Zwar war die Einladung öffentlich, dennoch hatten sich nur einige Mitglieder der Kreisgruppe Bündnis 90/Die Grünen am Freitag inm Hotel Seenario eingefunden. Dort begrüßte Landtagsabgeordnete Anna Toman ihren Kollegen Markus Büchler, den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. Während draußen die Kreisstädter die Eröffnung des „cooltour-Sommers“ feierten, hörten sich die Grünen an, wie es durchaus möglich sei, die Verkehrspolitik in eine ökologisch verträgliche Wende zu bringen.

Büchler ließ kein gutes Haar an der Bayerischen Staatsregierung, die 2019 wieder 2,4 Milliarden Euro für neuen Straßenbau ausgebe. Er sprach von "eine Lösung von gestern“. Zur Bevölkerungssituation teilte der Politiker Bayern in rot und blau ein. Rot bedeute eine Bevölkerungszunahme von 15 bis 20 Prozent in und um München in der Zukunft, während blau den ländlichen Raum erfasse mit genau dem Gegenteil. Beides sei verkehrspolitisch eine Herausforderung, mit der man fertig werden müsse.

Wichtig sei, trotzdem die Infrastruktur auf dem Land zu erhalten. Büchler forderte einen flächendeckend einheitlichen Verkehrsverbund sowie einheitliche Tarife. Als Vorbild nannte er Österreich, wo alle Bürger pro Tag für einen Euro den Nahverkehr bis hin zu Leihrädern am Straßenrand nutzen könnten. Dies habe dazu geführt, dass nahezu jeder Österreicher ein Jahresticket besitze und das System kostendeckend arbeite.

Büchler wünschte sich ,zumindest für die etwas größeren Kommunen, einen Nahverkehr im Stundentakt. „Wenn nie ein Bus kommt, ist es doch kein Wunder, dass nur drei Leute drin sitzen.“ An Bus- und Bahnparkplätzen müssten Einrichtungen geschaffen werden für die Verkehrsteilnehmer zum diebstahlsicheren Aufbewahren ihrer E-Bikes. Dass es vieles schon gebe, zeigte Büchler anhand einiger Vorzeigeprojekte. Auch sei es notwendig, einen Winterdienst für Fahrradwege einzuführen. „Bei uns in München werden die Radwege mit Schnee von der Straße zugeschaufelt. Wahrscheinlich ist das hier auch so“, erzählte der Referent. Nicht so in Kopenhagen, wo unzählige Berufstätige auch im Winter mit dem Fahrrad auf geräumten Radwegen zur Arbeit fahren würden.

Als weitere Idee hatte Büchler Fotos von einem „Mitfahr-Bankerl“ in Irschenberg dabei. „Und das funktioniert wirklich“, verkündete er. Heidrun Schelzke-Deubzer räumte ein, dass man dies auch in Kemnath einführen wollte. Aber es hätte niemand in Anspruch genommen. Wenigstens seien die Bankerln nicht umsonst gewesen, da sie zu Haltestellen fürs E-Baxi umfunktioniert wurden.

Gut findet Büchler digitale Smartphone-Mitfahrgelegenheiten. „Das ist Zukunftsmusik und sollte kostenlos über den Verkehrsverbund laufen“, meinte der Abgeordnete, der auch hier auf ein bereits laufendes Beispiel aus Österreich verwies. Keine Zukunftsmusik mehr sind autonom fahrende Kleinfahrzeuge. Büchler berichtete von einem Pilotprojekt in Bad Birnbach, wo solche Fahrzeuge vollautomatisch ohne Fahrer laufen und Fahrgäste zu Bushaltestellen oder zum Bahnhof bringen.

Markus Büchlein (links), der auf Einladung von Anna Toman (Zweite von links) nach Tirschenreuth kam, zeigte mit vielen, kreativen Beispielen, wie der Nahverkehr auf dem Land verbessert werden könnte.
So schaut die Zukunft des ÖVP aus, geht es nach MdL Markus Büchlein: Ein Auto ohne Fahrer bringt die Fahrgäste von A nach B.

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