24.04.2019 - 11:56 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ohne Bäder keine Zukunft

Der Schwimm-Club kann sich nicht nur über tolle sportliche Erfolge freuen. Solide Finanzen und steigende Mitgliederzahlen runden die Jahresbilanz ab.

Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl (rechts) und TSC-Vorsitzender Hubert Brech (hinten links) nahmen bei des TSC-Hauptversammlung die Ehrungen für mehr als 500, 750 und 1000 Wettkampfstarts vor (von links): Julia Walter (779), Lukas Bachmeier (1088), Kathrin Bachmeier (1091), Florian Sammüller (1094), Lena Rath (682), Jonas Ducheck (522), Viktoria Bogner (553), Kilian Züllich (770), Melissa Zölch (610), Patrick Walter (694), Leon Ducheck (528), Sebastian Seidel (504) und Annika Brech (585).
von Autor RBGProfil

Eigentlich könnten TSC-Vorsitzender Hubert Brech und seine Vorstandskollegen Christian Züllich, Barbara Legat-Kasel und Florian Sammüller rundum zufrieden sein. In der Jahreshauptversammlung präsentierten sie eine in allen Belangen erfolgreiche Bilanz. Wären da nicht die Sorgen um die Zukunft der beiden Tirschenreuther Schwimmbäder.

Vom Hallenbad am Stiftland-Gymnasium und dem Freibad an der Mähringer Straße ist der Schwimm- Club nämlich sowohl als Trainings- wie auch als Wettkampfstätten auf Gedeih und Verderben abhängig. Das war zumindest dem Rechenschaftsbericht von Hubert Brech zu entnehmen, der den über 50 anwesenden Mitgliedern zunächst die sportlichen Strukturen des Vereins mit dem Ausbildungs- und Trainingsbetrieb in Aufbau- und Fördergruppen, zweiter Mannschaft, Wettkampfteam und Masters sowie dem Kursbetrieb mit Babyschwimmen, Eltern- und Kind- sowie Anfängerschwimmkursen und der TSC-Aquarobic vorstellte.

Steigende Mitgliederzahlen

Neben den sportlichen Erfolgen auf regionaler, überregionaler und bundesdeutscher Ebene zeigte sich Brech vor allem über die steigenden Mitgliederzahlen erfreut. "Allerdings", so Brech, "lassen sich gerade die sportlichen Erfolge nicht in Geld ummünzen, sondern sind im Gegenteil mit Kosten verbunden". Verbandsabgaben, Lizenzen, Startgebühren und die Kosten für Wettkampffahrten und Übernachtungen summieren sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Und das, obwohl beim TSC Trainer, Übungsleiter, Betreuer und Kampfrichter ausnahmslos ehrenamtlich tätig sind. Der Vorsitzende dankte in diesem Zusammenhang nicht nur seinem Mitarbeiterstab, sondern auch dem Landkreis und der Stadt Tirschenreuth für die Überlassung der Bäder und Sportanlagen für den Trainings- und Wettkampfbetrieb.

Die in Tirschenreuth ausgetragenen offiziellen Titelkämpfe (Oberpfalzmeisterschaften im Mehrkampf, über die langen Strecken sowie auf der Langbahn) hätten dem TSC ebenso zu einer gesunden finanziellen Basis verholfen, wie auch das Adventspokal- und das Frühlingsschwimmfest. Zu diesen Einladungswettkämpfen seien Gäste aus den tschechischen Nachbarvereinen Tachov, Cheb und Pilzen gekommen.

Werbeträger

Bürgermeister Franz Stahl, für den das Tirschenreuther Freibad eine "emotionale Angelegenheit" ist, sprach angesichts der sportlichen und finanziellen Bilanz von einem "Unternehmen Schwimm-Club" und erklärte den TSC aufgrund seiner leistungssportlichen Erfolge zu einem Werbeträger für die Stadt. Bedeutende Verdienste erwirbt sich der TSC nach den Worten des Stadtoberhaupts aber auch im Bereich der Schwimmausbildung.

Unter den zahlreichen sportlichen Erfolgen der TSC-Schwimmer 2018 ragten die Leistungen bei den Bayerischen, Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften heraus.

Überregionale Erfolge

Bei den Bayerischen Meisterschaften holten unter anderem Kathrin Bachmeier drei Silber- und eine Bronzemedaille und Fynn Legat eine weitere bronzene. Auch bei den süddeutschen Titelkämpfen schaffte Kathrin Bachmeier als Vizemeisterin über 200m Freistil den Sprung auf das Siegerpodest. Zusammen mit Viktoria Bogner hatte sich die mittlerweile 17-Jährige zudem erstmals für die Deutschen Jugendmeisterschaften qualifiziert. Garanten für besondere Erfolge sind Bachmeier und Bogner zudem zusammen mit Lena Rath und Carina Bönisch seit einigen Jahren als Freistilstaffeln. Über Top-Ten- Plätze bei den "Bayerischen" und "Süddeutschen" schwammen sich die 4x 200 und 4x 100m Freistil- Damenstaffel bei den Deutschen Meisterschaften auf die Plätze 14 und 16.

Medaillen für viele Starts

Zusammen mit Bürgermeister Franz Stahl konnte TSC-Vorsitzender Hubert Brech eine Reihe aktiver Sportler mit der neu geschaffenen Medaille für 500 (Bronze), 750 (Silber) oder 1000 (Gold) Starts für den TSC auszeichnen. Im Einzelnen waren dies: Sebastian Seidel (504), Jonas und Leon Ducheck (522/528), Viktoria Bogner (553), Annika Brech (585), Melissa Zölch (610), Lena Rath (682), Patrick Walter (694), Kilian Züllich (770), Julia Walter (779), Lukas und Kathrin Bachmeier (1088/1091) und Florian Sammüller (1094).

Fast 30 000 Kilometer zu Wettkämpfen:

Ein beeindruckendes Zahlenwerk präsentierte Hubert Brech bei der Jahresversammlung des Schwimm-Clubs. Ein paar Fakten: Die Mitgliederzahl des TSC stieg 2018 um rund 18 Prozent von 174 auf 206. Insgesamt 86 Sportler des TSC vollzogen bei 49 Wettkämpfen 3144 Einzel- und 63 Staffelstarts. Bei den fünf Wettkämpfen, die in Tirschenreuth ausgetragen wurden, waren insgesamt 1076 Sportler mit 4787 Starts zu Gast. Bei den Wettkampffahrten wurden 29 590 Kilometer mit Privatautos zurückgelegt, weitere 72 022 Kilometer haben die Eltern auswärtiger Aktiver zurückgelegt, um ihre Kinder zum Training nach Tirschenreuth zu bringen.

20 Übungsleiter und Betreuer leisteten insgesamt 3890 Stunden im Trainings- und Kursbetrieb – ohne die Zeiten bei den oftmals auch mehrtägigen Wettkämpfen. Von den aktuell 28 ausgebildeten Kampfrichtern waren immerhin 23 im Einsatz. (rbg)

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