Klare Worte sprach der Wallfahrtsanführer der 417. Wallfahrt für die Kirche, Professor Dr. Christoph Binninger aus Regensburg, in seiner Predigt, als er sagte, "eine Welt, die auf Spaß und Geld ausgerichtet ist, ist hoffnungslos. Ein versteinertes Herz und die geballte Faust scheint immer mehr das Symbol zu werden". Dabei gebe Jesus den Menschen das offene Herz zum Leben, es sei das Herz für die Menschen. Gesanglich wurde der Wallfahrtsgottesdienst von Christine Kohl umrahmt, an der Orgel spielte Kornelia Cichon.
Zu Beginn des Wallfahrtsgottesdienstes freute sich Stadtpfarrer Georg Flierl, dass der Hauptzelebrant trotz "lädiertem Knie" gekommen sei, um zum zweiten Mal die Monatswallfahrt in Tirschenreuth anzuführen. Sein weiterer Gruß galt den anwesenden Klosterschwestern. Flierl bat die Gläubigen in ihr Gebetsanliegen auch Diözesanbischof Rudolf Voderholzer mit einzuschließen, der am 26. Januar dieses Jahres das neunte Jahr als Bischof von Regensburg antrete.
Pfarrer Binninger freute sich über die freundliche Begrüßung und erinnerte an das Jahr 1917, als inmitten der Wolken ein Lichtstrahl am Himmel erschien und Jesus uns seine Mutter Maria geschickt habe als Zeichen zur Umkehr, "kehrt um und tut, das uns der Herr sagt". Nach dem Evangelium, dass Stadtpfarrer Georg Flierl vortrug, ging Professor Dr. Christoph Binninger auf das Tagebuch eines achtzehnjährigen Soldaten ein, in dessen Armen am 12. Mai 1917 sein bester Freund starb. Er habe damals geschrieben: "Viele Tote, was machen wir hier, ich will nach Hause. Gottesmutter hilf mir, wo ist dein Sohn. Ich bin dabei, den Glauben zu verlieren. Zeig uns doch deinen Sohn. Ich will leben, ich bin doch erst 18 Jahre". Danach bricht das Tagebuch ab, in der Nacht stirbt er.
Wenige Stunden später, am 13. Mai 1917, so der Prediger, erscheinen drei Kindern in Fatima Maria, "der Sohn Gottes hat die Menschen nicht vergessen". Der Sohn Gottes habe seine geliebte Mutter, er habe Maria uns zum Geschenk gemacht, zur Botschafterin des Heiles. In Fatima hätten sich Himmel und Erde berührt, der offene Himmel habe sich Kindern offenbart. Es seien Kinder gewesen, deren Herzen sich offen für Gott zeigten.
Die Herzen der Erwachsenen seien in dieser Zeit hingegen steinhart gewesen, es herrschte Verbitterung und Angst, es wurde getötet, um zu siegen. In Fatima habe Maria Europa zur Umkehr aufgerufen, "öffnet eure versteinerten Herzen, öffnet es für meinen Sohn". 105 Jahre später, 2022, lebe man erneut in einer schwierigen Zeit, nicht nur wegen Corona. Es regiere zwar der Wohlstand, aber es gebe immer mehr verbitterte Herzen, auch hier in Deutschland. Diese Weltsicht beherrsche weite Teile der Gesellschaft, auch einige Teile der eigenen Kirche, ja selbst in der eigenen Familie. Sie breite sich immer weiter aus und zerstöre vieles. Eine Welt ohne Gott sei perspektiv- und hoffnungslos. Jesus aber schütte sein offenes Herz über uns. Das offene Herz gebe Leben, es sei das Herz für uns. "Wir empfangen Leben, sein Leben", so der Prediger. Das offene Herz Jesu sei unsere Perspektive. "Du oh Mensch, wähle das Leben, lass uns das Leben mit Christus leben. Amen". Die 417. Monatswallfahrt schloss mit dem eucharistischen Segen. Anführer der 418. Wallfahrt wird am 13. Februar Pater Isaak Maria Käferlein aus Neuzelle (Niederlausitz) sein.















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