13.08.2018 - 13:40 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Quelle der Selbstlosigkeit

Ein eindrucksvoller Marsch: Knapp 50 Vereine zogen beim Kirchenzug anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Tirschenreuth zum Festgottesdienst am oberen Marktplatz ein. Höhepunkt war die Weihe der neuen Vereinsfahne.

von Konrad RosnerProfil

Dem Festgottesdienst voraus ging ein stattlicher Kirchenzug, angeführt von der "Großkonreuther Blasmusik", beginnend vom Feuerwehrhaus mit knapp 50 Vereinen und ihren Fahnenabordnungen. Unter den Festgästen waren unter anderem auch Bundestagsmitglied Uli Grötsch, die beiden Landtagsabgeordneten Annette Karl und Tobias Reiß, Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Franz Stahl, Laufs Bürgermeister Benedikt Bisping sowie Kreisbrandrat Andreas Wührl und die Führungsdienstkräfte der Feuerwehren.

Zu Beginn des Gottesdienstes bekundete Stadtpfarrer und Regionaldekan Georg Flierl seine ganz besondere Freude über dieses "wunderbare Bild der vielen Feuerwehren mit ihren Fahnen". Gleichzeitig gratulierte er zum 150. Geburtstag, "zu 150 Jahre Dienst am Nächsten, zur Ehre Gottes". Die Feuerwehren würden mit viel Sachversand und Umsicht arbeiten, dafür könne man ihnen nicht genug dankbar sein.

In seiner Predigt ging der Geistliche auf den Wahlspruch der Wehren "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" ein, der wohl auf jeder Fahne der Feuerwehren, auch auf der neuen Fahne der Tirschenreuther Feuerwehr, stehe. Der Pfarrer dankte der Tirschenreuther Feuerwehr für ihre Tätigkeiten in der Vergangenheit und in der Gegenwart und auch für ihr Engagement in der Zukunft.

Gesellschaft gefragt

"Es erfüllt einen mit Freude, wenn man sieht, dass aus ehemaligen Täuflingen und Erstkommunionkindern gestandene Feuerwehrler geworden sind", sagte Pfarrer Georg Flierl. Der Feuerwehr-, Rettungs- und Polizeidienst habe aber auch seine Schattenseiten, die sich in letzter Zeit häuften. Er meinte damit tätliche Übergriffe auf Einsatzkräfte. "Dieses Phänomen ist eigentlich unvorstellbar", so der Pfarrer. Er forderte die Verantwortlichen auf, sich massiv mit den Ursachen zu beschäftigen. Die Gesellschaft dürfe nicht zulassen, dass Menschen, die aus Nächstenliebe im Einsatz sind, auch noch tätlich angegriffen werden, so der Prediger.

Flierl zollte in seiner weiteren Predigt den politisch Verantwortlichen Anerkennung, denn sie sorgten dafür, dass die Feuerwehren für ihre Einsätze stets gut ausgerüstet seien. Er erinnerte an den verheerenden Tirschenreuther Stadtbrand vor 204 Jahren, als eine technische Ausrüstung noch kaum vorhanden gewesen sei, und mehr als 800 Häuser in Schutt und Asche gelegt wurden.

Die Feuerwehr komme allen Menschen in Notlage zugute. Der Feuerwehrdienst sei ein gutes Beispiel echter Menschlichkeit und Opferbereitschaft. Die Quelle dieser Selbstlosigkeit sei Gott. Gott vergesse nicht, was ein Mensch anderen getan habe. Gott werde diese Menschen in der Ewigkeit auf seine Art loben. Je mehr Selbstlosigkeit man zeige, umso mehr eigne man sich zur Verherrlichung Gottes. Bestes Beispiel dafür seien die aktiven Feuerwehrleute. "Wir alle sind befähigt, Gott zu verherrlichen. Dazu braucht es das Gebet, auf das Wort Jesu zu hören", sagte der Pfarrer weiter. Es brauche die Gemeinschaft aller Menschen guten Willens. "Gott segne und beschütze besonders die Feuerwehrleute im Dienst", schloss Flierl die Rettungskräfte ins Gebet ein.

Fahne zum Geburtstag

Nach der Predigt erfolgte die Weihe der neuen Vereinsfahne, die sich die Tirschenreuther Wehr zum 150. Geburtstag neu angeschafft hat. Gesegnet wurden auch die Fahnenbänder für den Patenverein aus Waldsassen und jene für die fünf "Patenkinder" aus Erbendorf, Bärnau, Plößberg, Liebenstein und Wondreb.

Nach dem Gottesdienst, den die Tirschenreuther Stadtkapelle mit der "Haydn-Messe" musikalisch gestaltete, zogen die Feuerwehren wieder zum Feuerwehrgerätehaus, wo die Jubelwehr zum Frühschoppen einlud. Dazu spielte die Großkonreuther Blasmusik unter der Leitung von Markus Werner.

Alte Feuerwehrautos

Am Nachmittag lud die Jugendfeuerwehr die Kinder zu verschiedenen Wasserspielen, Feuerwehrrundfahrten und zum Toben in einer Hüpfburg ein. Auch eine Oldtimerausstellung auf dem Gelände der Grundschule mit etwa 15 alten Fahrzeugen sorgte für Aufsehen. Am Abend heizten dann die "Südwind Buam" mit Party- und Stimmungsmusik noch einmal kräftig ein.

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