14 Referenten aus Wirtschaftsunternehmen, von öffentlichen Einrichtungen, Verbänden, Medien und der Politik gewährten kürzlich bei einem Krisenkommunikationsgipfel Einblicke in ihre Arbeit. Eingeladen war auch Landrat Roland Grillmeier zum Thema „Regieren im Corona-Hotspot – Wie die Gemeinde Mitterteich und der Landkreis Tirschenreuth die behördliche Krisenkommunikation koordiniert haben“
Auf Einladung des Krisennavigator-Instituts für Krisenforschung, ein Spin-Off der Universität Kiel, erläuterten die Fachleute laut Mitteilung des Landratsamts, "wie sie die Glaubwürdigkeit und Integrität ihrer Institutionen in unsicheren Zeiten gestärkt haben". Es sollte gezeigt werden, wie es Pressesprechern und Krisenbeauftragten gelingt, Extremrisiken und andere Herausforderungen im Unternehmens- und Behördenalltag erfolgreich zu kommunizieren und professionell zu bewältigen.
Krisenstab und Studien
Wie war das eigentlich mit dem Starkbierfest in Mitterteich und mit dem Landkreis Tirschenreuth, der gleich zu Beginn der Pandemie in den Fokus der bundesweiten Medien rückte? Welche Maßnahmen und Anstrengungen wurden unternommen, um das Virus einzudämmen? Welche Probleme traten auf, welche Personen waren beteiligt und wie sieht die Lage mittlerweile aus?
Über all diese Themen berichtete Landrat Roland Grillmeier. Tirschenreuth sei im März 2020 als einer der ersten Landkreise stark betroffen gewesen und habe Erfahrungen gemacht, die vielen anderen Regionen halfen, mit der Situation umzugehen. Als einer der ersten Landkreise in Bayern habe man einen Krisenstab gebildet, der ein wesentlicher Bestandteil der Krisenbewältigung gewesen sei. Mit dem Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI), der mit dazu beitrug aufzuklären, wie es zum starken Ausbruch in der Region kam, der Anti-Körper-Studie sowie auch Fachbeiträgen in verschiedenen Medien habe man auch hier Beiträge zur Pandemiebewältigung leisten können.
Enorme Belastung
Insgesamt sei die Kommunikation unter den Behörden und auch in die Öffentlichkeit ein wichtiger Faktor gewesen. Die Mitarbeiterzahl im Gesundheitsamt wurde vervierfacht, der Katastrophenschutz im Landratsamt wurde aufgestockt und fast 20 Leute waren im Landratsamt in verschiedenen Hotlines bis zu sieben Tage in der Woche mit Kommunikation beschäftigt. Insgesamt habe man fast täglich Pressemeldungen abgesetzt und gerade in der Hochphase des Ausbruchs Medienarbeit mit Kontakten in ganz Deutschland geleistet, eine enorme Belastung für die Verantwortlichen und die Presseabteilung. Größte Herausforderung seien die sozialen Medien gewesen, "hier ging es oft mehr um Vorwürfe und Angriffe".
Landrat Grillmeier stellte auch die Situation seit November dar, "anders als bei der ersten Welle litt man hier unter dem Eindringen der britischen Mutation und der Grenzlage". Durch die zu späten Grenzkontrollen sowie fehlende Testpflicht der Grenzpendler sei die Region wieder zu Berühmtheit gekommen. Auch hier habe man aus den Erfahrungen der ersten Welle gelernt und mit koordiniertem Einsatz, gerade im Gesundheitsamt, Katastrophenschutz sowie in den Testzentren, und mit Zusammenwirken mit den Betrieben erreicht, die Zahlen zu senken.
Im Anschluss an Landrat Grillmeier berichtete die Pressesprecherin des RKI. Bedingt durch die noch laufende Corona-Pandemie fand der Kongress als digitale Live-Übertragung in einem Konferenzsystem statt. An den vorhergehenden Krisenkommunikationsgipfeln 2020 in Stuttgart, 2019 in Köln und 2018 in Hamburg hatten jeweils rund 200 Personen teilgenommen.















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