24.03.2019 - 12:41 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Rotation im Förderzentrum

Das Sonderpädagogische Förderzentrum hat Raumprobleme, obwohl im ehemaligen Missionshaus St. Peter eigentlich Platz genug ist. Nun soll ein neues Nutzungskonzept umgesetzt werden. Der Landkreis signalisiert Unterstützung.

Studienrätin Sabine Hofmann (Zweite von rechts) erklärte den Mitgliedern des Schulausschusses die Umzugswünsche für die Stütz- und Förderklasse.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

Nach dem Auszug des Beruflichen Fortbildungszentrums (Bfz) aus dem dritten Stock des Gebäudes ist der Weg frei für eine Umgestaltung. In Vertretung der erkrankten Rektorin Uschi Huber begrüßte Stephanie Lauter-Seitz den Ausschuss für Schulen, Bildung und Sport in der Aula: "Wir haben jetzt fast das ganze Gebäude zur Verfügung und würden es gern anders strukturieren."

Bei einem Rundgang zeigten die Verantwortlichen die Schwachpunkte auf. So ist die Nachmittagsbetreuung im vierten Stock des Hauses untergebracht, wo es kein WC gibt. "Das ist unser größter Wunsch, im selben Stockwerk Toiletten zu haben", schilderte Sozialpädagogin Christiane Faget-Malzer. Bisher müssen die Lehrkräfte sowie Schüler, die ab Mittag dort oben eintreffen, essen und bis 16 Uhr betreut werden, zwei Etagen nach unten. Bei einem Umzug in den dritten Stock stünden auch mehr Räume für die Freizeitgestaltung zur Verfügung.

Christian Kropf vom Kreisbauamt nannte bei der Besichtigung eine Summe von 55 000 Euro für Umbau- und Verschönerungsarbeiten. Ungefähr genauso viel würde es nach ersten Einschätzungen kosten, einen zweiten Engpass des Förderzentrums zu beseitigen. Studienrätin Sabine Hofmann berichtete, dass die Stütz- und Förderklasse mit acht Kindern momentan unzureichend untergebracht ist. Räume im dritten Stock wären nach entsprechendem Umbau besser nutzbar: "Mit Büro, einem Ruheraum, eventuell auch mit einer Küche", sagte Hofmann. Das sei gut für die nicht in normalen Klassen beschulbaren Kinder, die eine sinnvolle Beschäftigung brauchten. Beim gemeinsamen Kochen könnten sie etwas Praktisches lernen und auch Sprachhindernisse überwinden.

Zusätzliche Mietkosten

Der Mietvertrag für die bisherigen Räume der Stütz- und Förderklasse ist mit der Stadt Tirschenreuth abgeschlossen und läuft 2020 aus. Das ehemalige Missionshaus St. Peter ist im Besitz der Kewog. Bei der Wohnungsbaugesellschaft müsste der Landkreis auch die zusätzlich benötigte Fläche im dritten Stock anmieten, was mit insgesamt rund 25 000 Euro jährlich beziffert wurde. Als Entgegenkommen würde die Kewog dem Landkreis die bisher zur Ganztagsbetreuung genutzte Fläche im vierten Stock mietfrei zur Verfügung stellen, erläuterte der Landrat.

"Wir sind Bildungsregion, das soll nicht nur eine Plattitüde sein", unterstrich Wolfgang Lippert die grundsätzliche Aufgeschlossenheit des Landkreises für die Umbaumaßnahmen. Er erinnerte an die Ausgaben für Realschulen, Berufsschule und Gymnasium. "Selbstverständlich müssen wir auch Geld für Förderschüler lockermachen, um sie optimal zu fördern."

Landrat gegen Umzäunung

In der Sitzung des Schulausschusses kam auch der Wunsch des Förderzentrums nach einer teilweisen Umzäunung des Geländes zur Sprache. "Es geht um die Wiese, die wir als Sportplatz nutzen", konkretisierte Stephanie Lauter-Seitz. Verunreinigungen durch Hunde oder feiernde Jugendliche scheinen demnach an der Tagesordnung zu sein. Gegen das Bild, das eine Einzäunung von Förderschülern bietet, wandte sich der Landrat jedoch entschieden. Man solle es erst mit entsprechenden Schildern probieren.

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