18.12.2019 - 15:09 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Schönheit mit Zitrone und Karotte

Mit ihrem Workshop „Cremes, natürlich selbst herstellen“ haben die Kräuterführerinnen in ihrer zwölfteiligen Vortragsserie einen Coup gelandet. Aufgrund des Andrangs gab es gleich zwei Workshoptermine.

von Ulla Britta BaumerProfil

Im OWV-Heim ging es zu wie in einer Großküche. Auf zwei Tischen waren neben zwei mobilen Herdplatten Töpfe, Glasbehälter und Zubehör aufgebaut. Auch ein Küchenthermometer gehörte dazu. Kleine Behältnisse waren mit "Rosa Otte", "Palmarosa", "Bergamotte" oder Schälchen mit "Kakaobutter", "Sheabutter" oder "Emulsan" beschriftet. In großen Flaschen befanden sich "Johanniskrautöl", "Gänseblümchenöl" und "Ringelblumenöl".

Was auf dem Programm stand, hatte aber höchstens im weitesten Sinn mit Kochen zu tun. Johanna Zettl und Anja Stock begrüßten gut 20 Frauen zu einem Workshop, den sie der Schönheit und Heilkunde gewidmet hatten. Die beiden Frauen sind Kräuterführerinnen. Gemeinsam mit Kolleginnen haben sie die zwölfteilige Serie "Der Natur auf der Spur" ins Leben gerufen.

Das Beste für die Haut

Im zwölften und für dieses Jahr letzten Seminar wollten die beiden Frauen den Teilnehmerinnen die hohe Kunst der Salben- und Cremeherstellung nahebringen. Utensilien aus der herkömmlichen Küche sind dafür bestens geeignet, erfuhren die Anwesenden. "Wir wollen unserer Haut das Beste geben", sagte Johanna Zettl. Denn die Haut bedecke immerhin als wichtiges Organ unseren Körper mit durchschnittlich 1,7 Quadratmetern.

"Man weiß, was drin ist"

Selbst hergestellte Produkte könne man den eigenen Bedürfnissen anpassen. "Und man weiß, was drin ist", stellte Zettl heraus, dass natürlich hergestellte Salben und Cremes ganz ohne Konservierungs- oder Zusatzstoffe auskommen. Zettl erklärte, dass Salben immer aus einem Öl und aus einem Härter oder Konsistenzgeber bestehen. "Bei Cremes fügt man Wasser hinzu." Um bei letzterem eine homogene Masse zu bekommen, sei ein Emulgator zusätzlich erforderlich.

Um Cremes oder Salben ihre Heil- und Pflegewirkung zu geben, füge man ätherische Öle hinzu. Nun durften die Teilnehmerinnen in kleine Töpfchen schnuppern, die herumgereicht wurden, um ihr ganz persönliches Endprodukt gleich einmal live kennenzulernen. Mit "Learning by doing", wobei jeder mitmachen durfte und einbezogen wurde, wurde anschaulich demonstriert, wie aus Bienenwachs, Kakaobutter und Ringelblumenöl eine Salbe entsteht. Das ging relativ einfach und schnell: Jede Teilnehmerin bekam ein kleines Gläschen, gefüllt mit der flüssigen Heilsalbe. Bei Cremes, erfuhren die Teilnehmerinnen, müsse man sehr sorgfältig arbeiten. Vor allem die richtige Temperatur der Zutaten sei ausschlaggebend beim Mischen, da sich diese sonst nicht zu einer cremigen Masse verbinden.

Düfte zugeben

In einem Glasgefäß schmolzen Johanna Zettl und Anja Stock zuerst Kakaobutter und Wachs zusammen mit dem Emulgator. Dies sollte bei nicht mehr als etwa 62 Grad geschehen, da sonst die Wirkstoffe zerstört seien. Dann wurde das Wasser im zweiten Gefäß auf exakt die gleiche Temperatur gebracht. Jede Teilnehmerin mischte dann ihre benötigte Menge für einen Tiegel Creme selbst. Nun war Rühren angesagt. "So lang, bis es cremig wird", erklärten die Fachfrauen und schauten auch immer wieder dazu in die Töpfchen ihrer Schülerinnen, damit nichts schiefgeht.

Kurz bevor die Masse endgültig durch Rühren zur feinen Creme "mutierte", fügten die Frauen Düfte wie Rose Otte, Bergamotte, Zitrone, Palmarosa und - man höre und staune - "Karotte" (aus Karottensamen) hinzu. "Aber nur zwei Tropfen, das reicht", warnte Johanna Zettl, diese ätherischen Öle sehr feinfühlig anzuwenden. Zumal sie auch sehr teuer seien. Fertig war die Gänseblümchencreme mit persönlicher Duftnote. Wenig später war auch die Johanniskrautcreme fertig und die Teilnehmerinnen konnten zwei Cremes und eine Salbe mit nach Hause nehmen.

Bei der Johanniskrautcreme legten die Referentinnen Wert darauf, dass diese komplett vegan hergestellt wird mit einem pflanzlichen Emulgator.

Gänseblümchencreme:

Rezept Gänseblümchencreme (ca. 45 ml): 15 ml Gänseblümchenöl, 2 g Bienenwachs, 2 g Kakaobutter, 2 g Emulsan, 25 ml Wasser, 2 Tropfen ätherisches Öl. – Zubereitung: Die Creme besteht aus einer Fettphase und aus einer Wasserphase. Diese werden in getrennten Gefäßen auf die gleiche Temperatur gebracht. Gänseblümchenöl, Bienenwachs und Emulsan langsam erwärmen bei 65 Grad, bis nichts mehr flockt. Dann abkühlen lassen und bei etwa 35 Grad die Kakaobutter hinzufügen, um die Wirkstoffe nicht zu zerstören. Dabei immer weiter rühren. Wenn das Wasser die gleiche Temperatur hat wie das Gemisch, mit einem Rührgerät oder Glasstab oder Löffel langsam in das Ölgemisch einrühren. Danach so lange rühren, bis eine Creme entsteht.

Kurz vor dem Abfüllen zwei Tropfen ätherisches Öl je nach persönlicher Duftnote hinzufügen. In kleine Behältnisse füllen, fertig.

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