Was ist die Vorgeschichte?
Bisher sammelten gewerbliche und gemeinnützige Organisationen gut erhaltene Textilien und Schuhe. Doch der Absatzmarkt ist weltweit eingebrochen. Das Einsammeln, Sortieren und Verwerten gebrauchter Kleidungsstücke ist kaum noch kostendeckend, es bleibt kein Gewinn mehr übrig. So baute auch das Rote Kreuz im Landkreis Tirschenreuth 2025 alle Container in den Gemeinden ab. Nur noch sehr wenige Vereine wie Kolping oder Feuerwehren sammeln an manchen Orten sporadisch gebrauchte Textilien und Schuhe ein.
Was ist neu?
Anstatt der abgebauten Sammelcontainer in den Gemeinden hat der Landkreis jetzt bereits 51 neue Container in 20 Gemeinden aufgestellt. Sie sind blau, tragen deutlich das Logo des Landkreises Tirschenreuth und des Abfallwirtschaftszentrums (AWZ). Eine laufend aktualisierte Übersicht aller Standorte ist auf der Website des AWZ (https://www.awz-tir.de/abfallwirtschaft/muellarten) und der Landkreis-App verfügbar, informiert Pressesprecher Fabian Polster.
Wo stehen bereits Sammelcontainer?
Bärnau: Göttlitzweg (Busparkplatz Schule); Brand: Tannenstraße (Neubrand); Neusorg: Bayreuther Straße (Bauhof); Pullenreuth: Straße Richtung Lochau (Grüngutsammelstelle), Trevesen (Feuerwehr); Erbendorf: Moosweiherweg (Buswendeplatz), Kreinzlweg (Sportgelände), Wildenreuth; Falkenberg: Färbergasse (Bauhof); Immenreuth: Kemnather Straße/Bahnhofstraße; Kastl: Mühlgasse (Richtung Bauhof); Kemnath: Läuferweg (Feuerwehrhaus), Hammergrabenstraße (Bauhof); Krummennaab: Trautenberger Straße (Seltmann-Halle), Thumsenreuth (Feuerwehrhaus); Reuth: Hauptstraße; Kulmain: Kemnather Straße (Bauhof), Witzlasreuth (Naabtalstraße); Leonberg: Bauhof; Mähring: Sägestraße, Großkonreuth (Feuerwehrhaus), Griesbach (Bauhof), Poppenreuth (Ortsende); Mitterteich: Steinmühle (Wertstoffsammelstelle); Pechbrunn: Bahnhofstraße sowie Groschlattengrün; Plößberg: Jahnstraße (Bauhof), Beidl (Feuerwehrhaus), Schönkirch (Sportplatz), Wildenau (Schützenstraße); Tirschenreuth: Lengenfelder Weg (alte Feuerwehr), Mähringer Straße (Parkplatz Freibad); Wiesau: Rathaus sowie Andreas-Thoma-Straße.
Wo fehlen noch Container?
Etwas Geduld ist in Waldershof, Ebnath, Fuchsmühl, Friedenfels, Mitterteich, Waldsassen und Bad Neualbenreuth nötig. Auch diese Gemeinden sollen möglichst in den nächsten Wochen mit insgesamt 22 Altkleidercontainern ausgestattet werden, versichert der Landkreissprecher.
Was tun, wenn kein Container da ist oder schon voll?
"Selbstverständlich kann der Altkleidercontainer in der Nachbargemeinde genutzt werden. Ergänzend besteht weiterhin die Möglichkeit, Alttextilien bei uns an der Wertstoffsammelstelle Steinmühle bei Mitterteich abzugeben“, antwortet Stefanie Malzer, Leiterin des Fachbereichs Abfallwirtschaft. Davon hätten die Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Monaten bereits rege Gebrauch gemacht.
Ist die getrennte Sammlung von Alttextilien Pflichtaufgabe des Landkreises?
Gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz müssen die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger die getrennte Sammlung von Alttextilien organisieren. "Um einen Entsorgungsengpass zu vermeiden, musste und wollte der Landkreis eine Übergangslösung schaffen", schreibt Pressesprecher Polster. "Das ist nicht nur Pflichtaufgabe , sondern war auch der Wunsch der zuständigen politischen Gremien im Landkreis." Die Sammlung werde aufrechterhalten, bis 2028 die gesetzliche erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) eingeführt sei.
Was kostet den Landkreis das neue Sammelsystem?
Die Kosten seien abhängig von der Sammelmenge, teilt der Landkreis mit. Die Schätzungen belaufen sich auf 70.000 bis 80.000 Euro netto pro Jahr. "Die tatsächlich entstehenden Kosten sind abhängig von der Sammelmenge und dem Marktpreis für Alttextilien", erklärt Abfallwirtschaftsleiterin Malzer. Die Container wurden nicht gekauft, sondern nur angemietet.
Wer leert die Container und wie oft?
Der Landkreis hat die Firma FWS aus Bremen mit der Aufstellung und Leerung der Container beauftragt. Dieses Unternehmen sorgt vertraglich festgelegt für eine „regelmäßige wöchentliche bzw. bedarfsgerechte Entleerung der aufgestellten Container“, lautet die Auskunft des Landratsamtes. FWS ist Teil der Boer-Group mit Sitz in den Niederlanden. Dazu gehören auch einige Sortierbetriebe in Thüringen. Man habe deutschlandweit zertifizierte Alttextilien-Sammler und Verwerter angefragt, auch in Bayern ansässige Unternehmen. "Die Firma FWS hat das beste Angebot abgegeben und daher den Zuschlag erhalten", verweist Stefanie Malzer auf das Wirtschaftlichkeitsprinzip.
Was passiert mit den gesammelten Altkleidern?
Landkreissprecher Polster verweist auf die Angaben der Boer-Group, wonach die Alttextilien einen zweistufigen Sortierprozess durchlaufen: "Jedes Teil wird mindestens ein Mal ,angefasst‘ und in einer Einzelfallentscheidung bewertet." Erster Schritt sei das Trennen der Textilien zur Weiterverwendung als Second-Hand-Ware oder zur stofflichen Verwertung. Im zweiten Schritt werde die Qualität der noch brauchbaren Bekleidung beurteilt, also welche Stoffe als Putzlappen oder für die Faserherstellung verwendet werden. Nach Angaben der Recycling-Firma blieben rund 70 Prozent der Textilien im Kreislauf der Wiederverwendung.
Was darf eingeworfen werden?
In die Container gehören ausschließlich trockene, noch brauchbare Textilien – also Kleidung und Stoffe, die man selbst noch tragen könnte – sicher in Säcken verpackt. "Schuhe sind paarweise zu bündeln", erinnert das Landratsamt an einen altbekannten Grundsatz. Auch brauchbare Bettwäsche, Federbetten, Badetücher, Vorhänge oder Tischdecken können eingeworfen werden. Stark verschlissene Kleidung, verschmutzte Textilien oder Windeln sind weiterhin über die Restmülltonne zu entsorgen. Matratzen gehören zum Sperrmüll.
Was ist noch wichtig?
Bitte keine Kleidersäcke neben bereits vollen Containern abstellen, appellieren die Verantwortlichen. "Durch Witterung und Verschmutzung wird die Ware unbrauchbar und muss kostenintensiv als Restmüll entsorgt werden." Das Abfallwirtschaftszentrum bittet darum, die Textilien wieder mitzunehmen, einen freien Container zu nutzen und das AWZ über die aufgedruckte Servicenummer ("Störung? Container voll?") zu informieren.













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