12.04.2021 - 18:02 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sonderimpfaktion mit Astrazeneca: Alle Termine innerhalb eines Tages vergeben

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Großes Interesse fand eine Sonderimpfaktion des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuth mit 2150 Dosen des Astrazeneca-Vakzins. Pressesprecher Sven Lehner nennt im Interview Details dazu und beantwortet weitere Fragen rund ums Impfen.

Eine Mitarbeiterin einer Asklepios-Klinik bereitet den Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer für eine Impfung vor.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

ONETZ: Wie genau kam es zu der Sonderimpfaktion und wie wurde das Ganze kommuniziert?

Sven Lehner: Nachdem in der Impfstoffplanung für die 15. Kalenderwoche kein Astrazeneca-Impfstoff enthalten war, haben wir nachgefragt und zugleich nachbestellt, womit wir 1700 zusätzliche Dosen bestätigt bekommen haben. Zusätzlich waren noch 450 Dosen lagernd. Da in den Impfzentren ab 19. April kein Astrazeneca-Vakzin mehr verimpft werden soll, hat sich der Landkreis für die Sonderimpfaktion entschieden. Die Entscheidung fiel am Freitagnachmittag und die Kommunikation lief kurzfristig über Onetz, den Neuen Tag und den Facebook-Auftritt des Impfzentrums.

ONETZ: Wer hat entschieden, die Priorisierung aufzuheben?

Sven Lehner: Das Landratsamt, gemäß §1 Abs. 3 der Coronavirus-Impfverordnung. Da über die zentrale Software eine Einladung kurzfristig nicht möglich und die Priorisierung nicht abbildbar gewesen wäre, entschieden wir uns kurzerhand für die Öffnung, um den vorhandenen Astrazeneca-Impfstoff schnellstmöglich den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen zu können.

ONETZ: Die Anmeldung über den Link lief ja zunächst nicht problemlos.

Sven Lehner: Zu Beginn gab es circa 3 Stunden technische Probleme - scheinbar, weil die Zahl der Zugriffe so hoch war. Anschließend konnte die Terminvergabe aber problemlos durchgeführt werden.

ONETZ: Wie lange dauerte es, bis alle Termine ausgebucht waren? Wir erhielten Rückmeldungen von Lesern, wonach der Link schon am Samstagvormittag nicht mehr funktioniert habe.

Sven Lehner: Die ersten Termine wurden gegen 21 Uhr am Freitag online gestellt. Die letzten Termine wurden am Samstag gegen 18 Uhr vergeben. Danach folgten nur noch Ergänzungen für eingegangene Absagen.

"Zu Beginn gab es circa 3 Stunden technische Probleme - scheinbar, weil die Zahl der Zugriffe so hoch war."

Sven Lehner, Pressesprecher des BRK-Kreisverbandes über Probleme bei der Anmeldung

ONETZ: Laufen parallel zu den 2150 Zusatzimpfungen mit Astrazeneca noch andere Impfungen? Falls ja, wie konnte das alles kurzfristig untergebracht werden?

Sven Lehner: Ja, es laufen auch weitere Impfungen mit Impfstoffen von Biontech und Moderna (insgesamt 1400). Diese finden ganz regulär im Impfzentrum und in den Impfstationen Kemnath und Waldershof statt, unter Berücksichtigung der Priorisierung. In Kemnath gibt es diese Woche drei Termine, in Waldershof einen. Die Impfstation Tirschenreuth wird in der kommenden Woche wieder betrieben, sofern ausreichend Impfstoff in Aussicht gestellt wird.

ONETZ: Bekamen die 2150 Impfkandidaten bereits ihren zweiten Termin mitgeteilt? Wenn ja, mit welchem Impfstoff?

Sven Lehner: Nein. Der Termin bzw. der Ablauf der Zweitimpfung wird den Personen noch mitgeteilt, sobald dies final geklärt ist. Die Regierung fordert, dass keine Reserven in den einzelnen Impfzentren gebildet werden, ab 19. April soll auch keine Auslieferung von Astrazeneca mehr an die Zentren erfolgen.

ONETZ: Welche Alters- oder Personengruppen waren besonders an den Zusatzdosen interessiert?

Sven Lehner: Bei den Terminbuchungen sind alle Altersgruppen von 18 bis 75 vertreten. Genau auswerten können wir es aktuell noch nicht.

ONETZ: Wie viele Impfungen sind derzeit in Waldsassen und mobil möglich?

Sven Lehner: Im Impfzentrum 500 Impfungen pro Tag, mobil nochmals 150 Impfungen.

ONETZ: Wie viel erscheint personell und räumlich möglich, wenn mehr Impfdosen ankommen als es bisher der Fall war?

Sven Lehner: Zu den obigen Zahlen kommen noch die Ressourcen der Hausärzte hinzu, die nunmehr den Impfprozess im Landkreis verstärken. Bis jetzt hatten wir noch keine Situation, in der wir mehr Impfstoff erhalten haben, als wir hätten verimpfen können.

Sven Lehner.

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