25.03.2019 - 17:34 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Sparsam mit dem Abfall

Die Landkreisbürger verursachen relativ wenig Restmüll. Die jährlich 127 Kilo pro Nase bedeuten selbst im Vergleich mit anderen ländlichen Gebieten 2 Kilo weniger. Der Durchschnitts-Oberpfälzer wirft 144 Kilo in die Tonne.

Fast die Hälfte des Sperrmülls liefern die Bürger direkt in der Deponie selbst an.
von Michaela Kraus Kontakt Profil

"Wir müssen uns nicht verstecken", lautete die Bilanz von Jutta Goossens im Ausschuss für Abfallwirtschaft. 9273 Tonnen Restmüll wies die Statistik der Sachgebietsleiterin für 2018 aus. 2016 waren es noch 588 Tonnen mehr, was auch mit der Einführung der Biotonne erklärt wurde.

Bei den Restmüllsäcken stieg der Verbrauch auf rund 43 000 im Jahr. Das hänge auch damit zusammen, ob die Gemeinden Windelsäcke ausgeben oder nicht, sagte Goossens.

"Die Gebühren bleiben dieses und nächstes Jahr auf alle Fälle stabil", versicherte sie. Für die klassische 60-Liter-Tonne zahlen die Bürger knapp 84 Euro im Jahr. Darin enthalten ist nicht nur die Entsorgung des Restmülls, sondern auch von Papier, Sperrmüll, Elektrogeräten und Problemabfällen.

Die Sperrmüll-Direktannahme in Steinmühle wird immer besser genutzt. Fast die Hälfte der 31 000 Kubikmeter, die 2018 im Landkreis anfielen, lieferten die Bürger selbst an. "Durchschnittlich haben wir 53 Anlieferungen am Tag. Es gibt aber auch Spitzenwerte von 140, gerne auch an Brückentagen, wenn der halbe Landkreis frei hat oder wenn das Umweltmobil auch da ist."

Die Wertstoffsammelstelle entwickelt sich gut. Von Papier über Alteisen bis Elektroschrott und Altholz liefern die Bürger jährlich mehr als 3000 Tonnen in Steinmühle an. Darüber hinaus gibt es die monatlich abgefahrene Papiertonne. Die Gesamtmenge an Altpapier lag zuletzt bei 5382 Tonnen. Hier hakte Landrat Wolfgang Lippert ein und wollte wissen, ob es für Bürger aus dem westlichen Landkreis eine Möglichkeit gibt, außerplanmäßig anfallende Kartonagen abfahren zu lassen: "Der Weg nach Steinmühle ist relativ weit." Viele Bürger würden dann in die Nachbarlandkreise fahren, wo es Papiercontainer gibt.

Jutta Goossens räumte ein, dass das Abfuhrunternehmen Kartonagen neben der Tonne nicht mehr mitnimmt: "Früher war das üblich, aber wenn an jedem zehnten Haus zusätzliche Kartons stehen, teilweise nicht einmal zusammengelegt, ist das zeitlich zu aufwendig." Sie empfahl bei erhöhtem Papieranfall einen Anruf im Landratsamt, das dem Unternehmen Bescheid sage.

In die Altglas-Container warfen die Landkreisbürger vergangenes Jahr 1704 Tonnen, dazu kommen 230 Tonnen Weißblech. Diese Zahlen sind leicht rückläufig. Beachtlich ist die Menge an Problemmüll, die im Umweltmobil abgegeben wurden: 21 Tonnen wurden der fachgerechten Entsorgung oder Verwertung zugeführt.

Hintergrund:

Weitere Wege für Bioabfall

Die vor zwei Jahren eingeführte Biotonne ist inzwischen in 18 Prozent der Haushalte vertreten. Inzwischen seien rund 3500 Gefäße angemeldet, informierte die Sachgebietsleiterin für Abfallwirtschaft. Die Bürger, die sich bewusst dafür entschieden hätten, zeigten ein gutes Trennverhalten. Monatlich wurden – abhängig von der Jahreszeit – zwischen 40 und 110 Tonnen abgefahren. Eine längere Diskussion gab es im Ausschuss über die Entsorgung des Bioabfalls. Seit einiger Zeit wird er nicht mehr in Rehau, sondern in Thüringen verwertet. Grünen-Kreisrat Franz Heinrich sagte, dass drei Mal so weite Transportwege ökologisch nicht zu vertreten seien, auch wenn der Landkreis etwas Geld spare. „Das Ziel sollte schon die Verwertung in der Region sein“, verdeutlichte auch Ely Eibisch (Freie Wähler).

Jutta Goossens erwiderte, dass der Gedanke einer gemeinsamen Verwertung mit dem Landkreis Neustadt/WN und der Stadt Weiden nicht endgültig verworfen wurde: „Wir sind im Gespräch.“ Man müsse unterschiedliche Ausschreibungszeiten und Erfahrungswerte unter einen Hut bringen. „Eine gemeinsame Verwertung ist nicht aus dem Sinn“, bekräftigte Landrat Wolfgang Lippert. Doch derzeit sei eine gemeinsame Anlage rechnerisch „nicht im Ansatz darstellbar“. Goossens relativierte die negative Umweltbilanz bei weiteren Wegen. Nachdem es keinen Sammelplatz im Landkreis gebe, sei der Bioabfall bisher in selten voll beladenen Transportern gleich nach Rehau gefahren worden. Nachdem auch das Sammelgut aus Weiden und Neustadt in Thüringen verwertet werde, seien nun größere Transporteinheiten möglich: „Da müsste man spitz nachrechnen, ob es besser ist, mit 4 Tonnen von Tirschenreuth nach Rehau oder mit 25 Tonnen von Weiden nach Thüringen zu fahren.“ (as)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.