Tirschenreuth
14.02.2021 - 16:53 Uhr

Stationäre Grenzkontrollen und Aufruf an Betriebe im Landkreis Tirschenreuth

Seit Sonntag, 0 Uhr, gelten an der bayerisch-tschechischen Grenze strenge Einreisebeschränkungen, an den Übergangen wurden feste Kontrollposten eingerichtet. An die betroffenen Betriebe im Landkreis Tirschenreuth ging ein wichtiger Aufruf.

Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden. Bild: jr
Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden.

Nach der Einstufung Tschechiens als Virusvariantengebiet startete die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Kontrolle aller einreisenden Verkehrsteilnehmer. Bis Dienstag, 24 Uhr, gilt eine Übergangsregelung, wonach Pendler mit einem Arbeitsvertrag oder mit einem ähnlichen Nachweis und negativem Testergebnis einreisen können. Danach ist der Grenzübertritt nur noch erlaubt, wenn neben einem negativen Testergebnis eine amtliche Bescheinigung der Kreisverwaltungsbehörde vorgelegt wird. Diese erhalten nur Personen, die für systemrelevante Tätigkeiten in einem systemrelevanten Betrieb benötigt werden.

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Herrschte im Laufe des Samstags wegen der Pendler-Rückholaktionen verschiedener Unternehmen teils noch reger Verkehr an den Grenzübergängen, so hielt sich das Aufkommen am Sonntag in Grenzen. Am meisten los war noch am Übergang in Hundsbach. Hier waren zur Einrichtung der stationären Kontrollstelle am Tag zuvor noch mehrere Container eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden. Zudem mussten die technischen Voraussetzungen für die Arbeit der Polizisten geschaffen werden. "Jetzt bräuchten wir wieder die Grenzanlagen, die damals abgebaut wurden", meinte ein Beamter.

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Deutlich weniger zu tun als ihre Kollegen in Hundsbach hatten die Bundespolizisten an den Übergängen in Bärnau und Mähring. Dort waren unter anderem junge Beamte aus Unterfranken im Einsatz, wie zu erfahren war. Die malerische Winterlandschaft im direkten Umkreis dürfte für sie angesichts der bitterkalten Temperaturen nur ein schwacher Trost gewesen sein.

Auf hiesige Unternehmen, die Pendler beschäftigen, ist die Wirtschaftsförderung im Landkreis Tirschenreuth am Sonntag aktiv zugegangen. Per E-Mail gab es wichtige Informationen zu den strikten Regelungen, die ab Mittwoch, 17. Februar, in Kraft treten. Um eine Ausnahmebescheinigung für die Einreise von Pendlern ausstellen zu können, benötigt das Landratsamt genaue Angaben.

Betriebe müssen begründen, warum sie systemrelevant sind und erklären, welche Tätigkeiten innerhalb des Betriebes systemrelevant sind. Dazu müssen die jeweiligen Mitarbeiter in diesen Bereichen benannt werden, hinzu kommen Angaben wie das Kennzeichen des Autos, das für die Einreise verwendet wird. Nicht zuletzt ist ein verantwortlicher Ansprechpartner mit Kontaktdaten zu benennen.

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Als systemrelevant eingestuft werden nach Leitlinien der Europäischen Union unter anderem Berufe im Gesundheitswesen sowie Arbeitskräfte, die an der Produktion und Lieferung von Arzneimitteln, medizinischen Gütern und Hilfsmitteln beteiligt sind. Genannt werden in der EU-Liste auch Personen im Bereich der Lebensmittel-Herstellung und -verarbeitung, Schutz- und Sicherheitskräfte sowie Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie und anderen wesentlichen Bereichen der Infrastruktur.

Das Landratsamt muss die Liste mit systemrelevanten Betrieben und Tätigkeiten am Dienstag, 16. Februar, um 13 Uhr an die Regierung der Oberpfalz schicken. Daher müssen die erforderlichen Daten spätestens am Montag, 15. Februar, um 14 Uhr beim Landratsamt zur Verfügung stehen, ansonsten kann der jeweilige Betrieb nicht mehr berücksichtigt werden. Schicken können die Unternehmen die geforderten Angaben per E-Mail an wirtschaftsfoerderung[at]tirschenreuth[dot]de. Die Wirtschaftsförderung leitet die Nachrichten dann weiter. Detailliertere Informationen gibt es auf der Internetseite des Bundesinnenministeriums (https://www.bmi.bund.de).

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Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden. Bild: jr
Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden.
Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden. Bild: jr
Am Grenzübergang Hundsbach ist am Wochenende eine stationäre Kontrollstelle mit Hilfe von Containern eines Waldsassener Bauunternehmens aufgebaut worden.
So sah es die meiste Zeit am Grenzübergang Mähring aus: Die Beamten der Bundespolizei hatten nicht viel zu tun. Bild: jr
So sah es die meiste Zeit am Grenzübergang Mähring aus: Die Beamten der Bundespolizei hatten nicht viel zu tun.
Winteridylle pur am Grenzübergang in Bärnau: Die Schönheit der Landschaft dürfte angesichts der bitterkalten Temperaturen nur ein schwacher Trost für die eingesetzten Polizisten gewesen sein. Bild: jr
Winteridylle pur am Grenzübergang in Bärnau: Die Schönheit der Landschaft dürfte angesichts der bitterkalten Temperaturen nur ein schwacher Trost für die eingesetzten Polizisten gewesen sein.
Hintergrund:

Aktuelle Inzidenzwerte

  • 7-Tage-Inzidenz Deutschland: Landkreis Tirschenreuth 309, Landkreis Wunsiedel 229, Landkreis Hof 138, Landkreis Bayreuth 97, Landkreis Neustadt/WN 73 (Quelle: Robert-Koch-Institut, Stand 14.02.21).
  • 7-Tage-Inzidenz Tschechien: Kreis Eger/Cheb 1107, Kreis Falkenau/Sokolov 1132, Kreis Karlsbad/Karlovy Vary 815, Kreis Tachau/Tachov 887 (Quelle: Tschechisches Gesundheitsministerium, Stand 14.02.21).
 
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