Der Fachkräftemangel wird sich in der Oberpfalz in den kommenden Jahren deutlich verschärfen. Bis 2035 werden in der Region knapp 35.000 Arbeitskräfte fehlen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Regionale Arbeitslandschaften“ der Prognos AG im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), die am Mittwoch in München vorgestellt wurde.
Demnach wächst die Fachkräftelücke von rund 26.400 Personen im Jahr 2025 auf knapp 35.000 Personen im Jahr 2035. Besonders stark verschlechtere sich die Situation nach dem Jahr 2028, wie Michael Böhmer, Chefvolkswirt der Prognos AG in München, betonte. In 26 von 36 Berufsgruppierungen werden laut der Studie bayernweit Engpässe erwartet – die größten unter anderem bei den Reinigungskräften und den Lkw-Fahrern.
Viele Rentner, wenig Nachrücker
Die Hauptursache sieht die Studie in der demografischen Entwicklung: Viele Beschäftigte erreichen in den kommenden Jahren das Rentenalter, während gleichzeitig weniger junge Menschen nachrücken. „Das Angebot geht stärker zurück als die Nachfrage“, erklärte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bei der Vorstellung der Ergebnisse.
Obwohl 2035 in ganz Bayern Arbeitskräfte fehlen werden, seien die ländlichen Regionen der Oberpfalz – und die ländlichen Regionen Bayerns – ganz besonders betroffen. „Es gibt ein Nord-Süd-Gefälle sowie ein Stadt-Land-Gefälle“, erklärte Volkswirt Böhmer. „Besonders im Norden und Nordosten sind die Arbeitskräftelücken deutlich ausgeprägter.“ Das Arbeitskräfteangebot wird laut Prognose im Landkreis Tirschenreuth bis 2035 um 12,2 Prozent sinken, im Landkreis Neustadt an der Waldnaab um 11,2 Prozent. Deutlich günstiger stellt sich die Entwicklung im Landkreis Regensburg dar, wo ein Rückgang von 2,6 Prozent erwartet wird.
Stadt-Land-Gefälle
Der größte Arbeitskräftemangel innerhalb der Oberpfalz wird für den Landkreis Tirschenreuth prognostiziert. Dort soll die Nachfrage nach Arbeitskräften im Jahr 2035 das Angebot um 12,3 Prozent übersteigen. In der Stadt Regensburg fällt die Lücke deutlich kleiner aus: Hier wird die Nachfrage nach rund 148.200 Arbeitskräften das Angebot um etwa 2,2 Prozent übersteigen.
Im Vergleich zu früheren Berechnungen fällt die Prognose allerdings weniger dramatisch aus. In einer Vorgängerstudie aus dem Jahr 2023 war für die Oberpfalz noch eine Fachkräftelücke von rund 61.000 Personen bis 2035 vorhergesagt worden. Die VBW führt die geringere Zahl auf die derzeit schwächere konjunkturelle Entwicklung zurück. „Der Fachkräfteengpass wäre wesentlich drastischer, wäre die wirtschaftliche Lage aktuell besser“, erklärte Bertram Brossardt.













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