15.11.2019 - 11:03 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Ein Stück Heimatkunde

Für Generationen sind früher Häuser errichtet worden, meist ohne Architekten. Dabei haben die alten Bauten durchaus Charme, wie Werner Hösl in seinem nächsten Buch aufzeigt.

Das "Leben in alten Häusern" beleuchtet Werner Hösl in seinem neuesten Buch. Mit Angaben zur Geschichte ist das Werk auch ein Stück Heimatkunde. Im Bild die Buchpräsentation mit Jutta Hösl (links) und Stefanie Teicher von der Buchhandlung Rode.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

"Des alte Glump", so seien oft die betagten Bauwerke abgekanzelt worden, weiß Autor Werner Hösl. Um so größer sei sein Respekt vor den Besitzern, "die den unbequemeren Weg gegangen sind" und die Gebäude erhalten hätten. Im zweiten Buch zum Thema "Leben in alten Häusern" hat Werner Hösl Station bei 17 gelungenen Beispielen gemacht. Sein neues Werk durfte der Autor vergangene Woche in der Buchhandlung Rode vorstellen. Stefanie Teicher als Gastgeberin stellte die Begeisterung des Autors bei der Recherche heraus. Hösl habe sich für sein neues Buch wieder viel Fachwissen "angelesen". Zudem hätte er als leidenschaftlicher Fotograf auch die entsprechenden Bilder beigesteuert. Die Bücher von Werner Hösl bezeichnete Teicher nicht nur als gelungene Dokumentation, sondern auch als wichtiges Stück Heimatkunde.

"Gottseidank haben viele alte Häuser überlebt", erinnerte Hösl in seinen Ausführungen an die oft eher unglücklichen Modernisierungen der vergangenen Jahrzehnte. Und große Verdienste beim Erhalt dieser Gebäude schrieb Hösl den Bürgern zu, die mit viel Engagement und finanziellem Aufwand "einen Beitrag zum Erhalt unserer Heimat, zu der auch die Hauslandschaft gehört, leisten".

Wohnhäuser und Museen

In seinem Buch beschreibt Hösl 17 gelungene Beispiele im östlichen Landkreis. Von diesen Gebäuden werden heute 12 als Wohnhäuser genutzt, andere dienen etwa als Museen, beherbergen ein Kinderhaus oder sollen originelle Begegnungsstätte werden. Bauernhäuser, das alte Pfarrhaus in Wernersreuth, die ehemalige Habertsmühle in Neualbenreuth, das Knopfmuseum und das Ackerbürgerhaus in Bärnau oder das alte Rathaus in Mähring werden aufgeführt.

Aber auch Häuser, bei denen derzeit noch die Sanierung stattfindet, hat Hösl in sein Buch mit aufgenommen, "weil in sie wieder Leben einziehen wird und weil man daran sehen kann, dass äußerlich desolat aussehende Gebäude sanierungsfähig sein können". Von den 17 im Buch vorgestellten Anwesen stehen elf unter Denkmalschutz. "Deswegen muss man es den Eigentümern hoch anrechnen, dass sie ihr Anwesen von Bau-Moden und neuen pflegeleichten Baustoffen, die ab den 90er Jahren auf den Markt kamen, bewahrt haben", lobt Hösl die Anstrengungen der Besitzer.

Doch in seinem Buch bildet Hösl nicht nur die Veränderungen der Anwesen ab. "Ich habe auch früheres Leben, die damalige Bedeutung und Nutzung der Gebäude mit einbezogen", beschrieb Hösl seine Arbeit. Als Beispiel führt er das alte Rathaus in Mähring an, das früher mal ein Schulhaus war. Hösl hat hier auch die berufliche Situation der Volksschullehrerschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die baulichen Verhältnisse des Schulhauses und der Lehrerwohnung dargestellt. So lässt Werner Hösl sein neues Buch durchaus als ein Stück Heimatkunde bezeichnen, "wenn man darunter die Beschäftigung mit der Geschichte, dem Land und seiner Menschen versteht".

Wertvolle Arbeit

Bei der Vorstellung des Buches bedankte sich Werner Hösl bei den vielen Unterstützern und nannte dabei besonders seine Frau Jutta. Aber auch den Eigentümern der Gebäude und Ansprechpartnern wollte Hösl seinen Dank abstatten, für ihre Informationen und Geduld.

Als einer der Gäste würdigte Neualbenreuths Bürgermeister Klaus Meyer die Akribie und den Forscherdrang des Autors. Das Buch sei eine wertvolle Arbeit für Gegenwart und Zukunft. Und Meyer hoffte natürlich, dass noch weitere Bücher folgen werden. Das Buch "Leben in alten Häusern - Östlicher Landkreis Tirschenreuth II" umfasst 230 Seiten und ist für 19,90 Euro bei den Buchhandlungen Rode und St.Peter erhältlich.

Das neue Buch von Werner Hösl.
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