23.01.2019 - 12:11 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Eine Stunde mit Gott sprechen

Manchmal bliebe Pfarrer Georg Flierl gerne länger im Bett. Montags macht er sich in aller Früh auf den Weg in die Gnadenkapelle in die Kirche - seit 20 Jahren. Seine Stunde bei der Immerwährenden Anbetung. Dafür fehlen jetzt Leute.

Seit zwei Jahrzehnten beteiligt sich Pfarrer Georg Flierl zu einer unchristlichen Zeit an der Immerwährenden Anbetung in der Gnadenkapelle der Stadtpfarrkirche. Sein Einsatz ist jeweils montags von drei bis vier Uhr in der Früh.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Eine Woche hat 168 Stunden in der etwa 330 Gläubige die Stellung in der Gnadenkapelle bei der Immerwährenden Anbetung aufrecht erhalten. Nach dem Abzug der fünf Mallersdorfer Schwestern aus der Gemeinde im Sommer vergangenen Jahres, kann derzeit nicht mehr gewährleistet werden, dass, so wie es gewünscht ist, jede Stunde mindestens zwei Anbeter vor Ort sind.

Nicht nur, dass die Schwestern feste Zeiten belegt hatten, sie agierten auch bei Engpässen als Springer. Deshalb sucht Pfarrer Flierl aktuell etwa 12 Leute, um den Status quo wieder herzustellen.

Auch für junge Leute

"Die Anbetung ist nicht nur etwas für die älteren Semester, sondern durchaus auch für junge Leute", wirbt Flierl für die Sache. Auch Mitstreiter aus anderen Pfarreien, wie es bereits einige gäbe, wären willkommen. "Wir können gar nicht zu viele werden, denn es könnten auch zehn oder zwanzig Gläubige in einer Stunde bei der Anbetung mitwirken." Jungen Leuten legt der Pfarrer ans Herz es einfach mal auszuprobieren. Diese Stunde der Stille sieht der Geistliche auch als eine Art Schule, um das Beten entweder zu intensivieren oder wieder neu zu erlernen. "Die Anbetung ist eine gute Chance die eigene Beziehung zu Gott zu vertiefen." Falls jemand zweifelt und sagt, "ich weiß nicht was ich da machen soll, ist das kein Hindernis.

Ich rate ihm, sich einfach darauf einzulassen und zu schauen was passiert, in dieser Stunde mit Gott." Die Stunde der Stille verändere sich für einen selbst im Laufe der Jahre, weiß der Pfarrer. In der Gnadenkapelle brennen immer sechs Kerzen, was besonders in den Nächten eine ganz besondere Atmosphäre schaffe, heruntergedimmte Strahler an den Seitenaltären spendeten zusätzlich geheimnisvolles Licht.

Wichtiger Mosaikstein

Ohne Gebet ginge es einfach nicht, den eigenen Weg als Christ oder Priester zu finden. "Da ist diese stille Stunde schon ein lebenswichtiger Mosaikstein, um die Spur aufzunehmen, die Gott für uns vorgesehen hat. Indirekt hätten diese ganz besonderen Stunden auch Einfluss auf andere Dinge, weiß Flierl aus Erfahrung. Er bete halb sitzend, halb kniend zuerst einen Rosenkranz. Das alleine dauere schon etwa eine dreiviertel Stunde. "Des weiteren nehme ich mit hinein was mich gerade bedrückt und bedrängt und lasse es dort liegen.

Ich komme meist mit einer gewissen Zuversicht und gehe mit Vertrauen wieder hinaus." Gemäß dem Motto: "Es wird schon einen Weg geben, auch wenn bestimmte Dinge noch so schwierig erscheinen."

Am 13. nicht allein

Nur wenn der Monatsdreizehnte auf einen Sonntag fällt, ist der Pfarrer nicht alleine bei der Anbetung. "Es gibt Gläubige, die bleiben an diesem Tag die ganze Nacht in der Kirche."

Info:

Information

Um die Anzahl der Mitbeter wieder zu komplettieren, werden für die Immerwährende Anbetung zu folgenden Zeiten jeweils eine zweite Person für folgende Anbetungsstunden gesucht: Sonntag: von 2 bis 3, 14 bis 15, 15 bis 16, 16 bis 17 und 17 bis 18 Uhr. Dienstag: von 2 bis 3 und 15 bis 16 Uhr, Mittwoch: 3 bis 4, 8 bis 9, 14 bis 15 und und 15 bis 16 Uhr. Donnerstag: 1 bis 2 und 11-12 Uhr sowie Freitag: 2 bis 3 und Samstag 8 bis 9 Uhr. Anmeldung im Pfarrbüro unter Telefon: 09631 30 07 13. (tr)

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