Vom 31. März bis zum 11. April findet zum 18. Mal in Bayern eine Schulkinowoche statt. Unterstützt wird sie auch diesmal wieder vom Schulamt in Tirschenreuth und dem Cineplanet in der Kreisstadt. Tirschenreuth ist einer von neun Oberpfälzer Kinostandorten, die sich an der Aktion beteiligen. Veranstalter ist die Medienstelle des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, die darin eine sinnvolle Ergänzung des Unterrichts sieht.
Das Projekt soll die Film- und Medienkompetenz der Heranwachsenden fördern. "Bildung soll während dieser Woche ganz anders als sonst vermittelt werden, nämlich auf emotionale Weise. Die Schüler sollen dabei Filme als ein Fenster in die Welt erfahren", erläutern die Organisatoren.
Viele spannende Filme
Das Angebot reicht von spannenden Dokumentarfilmen über bewegende Spielfilme bis hin zu fantasievollen Animationsfilmen. Veranstalter ist Vision Kino, eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Filmverleiher, Kinotheaterverbände und zahlreiche öffentliche Förderer, wie der Film- und Fernsehfond (FFF) Bayern, tragen die Aktion, die das Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus koordiniert, mit.
Das Staatliche Schulamt Tirschenreuth freut sich, dass sich Kinos in Tirschenreuth, Marktredwitz und Weiden an der Aktion beteiligen. Wenn das Kino zum Klassenzimmer werde, sei dies eine besondere Gelegenheit für die Schülerinnen und Schüler, „bewegte Bilder“ zu „lesen“, also diese zu verstehen und zu entschlüsseln, sagt Schulamtsdirektorin Martina Puff.
Bei der Aktion gehe es nicht ums „Konsumieren“, sondern darum, das Kino als Lernort des Diskurses, der kulturellen Bildung und des Erlebens kennenzulernen sowie die Film- und Medienkompetenz im schulischen Rahmen zu stärken. "Filme sind allgegenwärtig und nehmen im täglichen Leben von Kindern und Jugendlichen einen großen Raum ein", sagt die Schulamtsdirektorin. Die Aktion könne wichtige Impulse geben, den eigenen Umgang mit Medien kritisch zu hinterfragen und auch Manipulationen durch Bilder und Videos zu erkennen.
Zudem könnten die von Medien- und Filmpädagogen ausgewählten Filme vielfältige inhaltliche Bezüge zu lehrplanrelevanten Themen herstellen. "Themen wie Demokratie stärken, Geschichte verstehen, Klima und Umwelt ließen sich gut in den Unterricht integrieren. Mit Unterstützung der pädagogischen Begleitmaterialien könnten die angebotenen Filme zudem optimal im Unterricht vor- und nachbereitet werden. Wie viele Klassen das Angebot nutzen, kann das Schulamt nicht sagen. Die Schulen würden eigenständig über eine Teilnahme entscheiden. Es könnten also ganze Jahrgangsstufen, nur einzelne Klassen oder gar keine Klasse teilnehmen.
Kinder manchmal erstmals im Kino
Nicht selten kommt es übrigens vor, dass Kinder bei der Aktionswoche zum ersten Mal in einem Kino sind. Auch im Landkreis Tirschenreuth sei dies immer wieder der Fall, weiß Schulamtsdirektorin Martina Puff.
Über 80 Filme sind für die Aktion diesmal ausgewählt worden. Sie decken eine riesige Palette von Themen ab, die sich von der Politik über Nachhaltigkeit, Klimawandel und Umwelt über Mobilität und Diskriminierung bis hin zu den verschiedenen Geschlechterrollen erstrecken. Auch zur deutschen Geschichte, und hier insbesondere zum Nationalsozialismus und seiner Schreckensherrschaft, zur DDR, zur Radikalisierung und zum Rechtspopulismus gibt es was zu sehen.
Die "Großen" ab den elften Klassen können sich beispielsweise mit Werken wie "Oppenheimer", "Riefenstahl" und "Zone of Interest" auseinandersetzen, die sich mit dem Bau der Atombombe, der Macht der Bilder in der NS-Zeit beziehungsweise der schrecklicken Tötungs- und Vernichtungsmaschinerie in den Konzentrationslagern beschäftigen. Für die Mittelstufe gibt es Filme wie "Good bye Lenin", "Auf der Kippe" und "Das Tagebuch der Anne Frank", die sich mit dem Mauerfall, der DDR und der Judenverfolgung in der NS-Zeit beschäftigten. Für die ganz "Kleinen" aus den ersten Klassen sind Produktionen wie "Das Kleine Gespenst", "Die Kleine Hexe" und "Wer bist Du, Mama Muh", im Angebot. Sie sollen ein Anstoß sein, in der Klasse Themen wie Freundschaft, Eifersucht, Zusammenhalt und Lügen aufzugreifen.
T1 begrüßt die Aktion
Philipp Reich vom Jugendmedienzentrum T1 in Tannenlohe, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu fördern, findet das Angebot und die angebotenen Filme super. "Da sind diesmal echt abgefahrene Sachen dabei." Er ermuntert alle Schulen und Lehrer zur Teilnahme. Dies sei eine Riesenchance, über Filme den Kindern und Jugendlichen etwas zu vermitteln. "Kinder gehen doch alle gern ins Kino rein." Noch schöner fände er es aber, wenn die Vorführungen mit Filmgesprächen gekoppelt würden.
Doch auch ohne diese Gespräche sei die Aktion eine gute Sache, aber nur, wenn die Filme und Themen danach auch besprochen würden. "Nur ins Kino gehen ohne Nacharbeit wäre eine vertane Chance." Zumal es bei der Schulkinowoche wirklich für die Pädagogen "super Arbeitsmaterial" gebe.
Bereits viele Stammgäste
Für Kinobetreiberin Birgit Neidhardt vom Cineplanet ist es auch diesmal keine Frage, bei der Schulkinowoche mitzumachen. "Und das nicht nur, weil die Vorstellungen für den Kinobetrieb natürlich ein willkommenes Zubrot sind", sagt sie. Es sei einfach schön zu sehen, welche Freude es den Schülerinnen und Schülern bereite, gemeinsam mal ins Kino zu gehen. "Schon allein deswegen sind die Vorstellungen eine schöne Sache", findet sie.
Viele Schulen, vor allem aus den umliegenden Städten und Gemeinden, sind nach ihren Angaben bei der Aktionswoche bereits Stammgäste. "Waldsassen, Bärnau, Plößberg, Tirschenreuth, Wiesau", zählt sie einige Schulstandorte, die alljährlich teilnehmen, auf. Birgit Neidhardt geht davon aus, dass es auch diesmal im Cineplanet wieder zeitgleich Vormittags-Sondervorstellungen in mehreren Sälen geben wird, um jeder Klasse den gewünschten Film zeigen zu können.
Schulkinowoche in Bayern
- In der Region beteiligen sich das Cineplanet in Tirschenreuth, das Cineplanet in Marktredwitz und das Kinocenter Neue Welt in Weiden.
- Der ermäßigte Eintrittspreis beträgt einheitlich 4,50 Euro pro Schüler.
- Anmeldungen sind bis 10. März möglich.
- Begleitende Lehrkräfte dürfen bei den Klassenbesuchen kostenlos ins Kino.
- Der Kinobesuch gilt als Unterrichtszeit.
- Beteiligt sind 130 Kinos in 117 Städten in ganz Bayern.
- Auftaktveranstaltung am 28. März im Cinecittà in Nürnberg.
- Eine Übersicht über die Filme gibt es unter www.schulkinowoche.bayern.de.



















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.