Nach 2005 und 2007 wurde die Jugendfeuerwehr Tirschenreuth zum dritten Male deutscher Vizemeister im Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren, der am Wochenende in der sächsischen Hauptstadt Dresden ausgetragen wurde. Ein Vater des Erfolgs ist Trainer Frank Altenhofen, der es wie kaum ein Anderer versteht, die Jugendlichen zu begeistern und zu motivieren.
Am Sonntagabend kam die junge Truppe wieder in Tirschenreuth an. Ab der Marienweiher-Kurve wurden der Bus, der von Hans Maenner gesteuert wurde, und die Begleitfahrzeuge von den Verantwortlichen der Tirschenreuther Wehr abgeholt. Mit einem lauten Hupkonzert wurden die Vizemeister durch Tirschenreuth chauffiert. Nach einer Marktplatzrunde ging es zum Feuerwehrgerätehaus in der Mitterteicher Straße. Dort wurde der Konvoi mit einer Wasserdusche willkommen geheißen. Feuerwehrler, Eltern, Opas und Omas und weitere Verwandte feierten ihre „Helden von Dresden“.
„Eine klasse Leistung“
Kommandant Matthias Haulena hieß den Tross willkommen. Sein Dank galt vor allem dem Team mit ihrem Trainer Frank Altenhofen für die „tolle Leistung“. Der Sport- und Jugendbeauftragte der Stadt, der auch gleichzeitig Jugendwart bei der Feuerwehr ist, und auch in Dresden mit dabei war, Sebastian Rosnitschek, würdigte im Namen von Bürgermeister Franz Stahl die klasse Leistung in Dresden. „Der Bürgermeister ist stolz auf euch, die ganze Stadt ist stolz auf euch“, sagt er. Die Truppe habe wieder „Sensationelles geleistet“. Frank Altenhofen dankte im Anschluss daran für die tolle Unterstützung in Dresden. Denn es war eine große Fangruppe aus Tirschenreuth mit nach Dresden gereist, um die Oberpfälzer anzufeuern. Anschließend wurden die „Helden von Dresden“ und die Fans zum Burger-Essen eingeladen.
Die Wettkämpfe im Heinz-Steyer-Stadion in Dresden waren schweißtreibend. Bei hochsommerlichen 32 bis 33 Grad Celsius war es für die 28 Wettkampfmannschaften aus ganz Deutschland schwer, die gewohnten Leistungen abzurufen. Der Wettbewerb bestand im Wesentlichen aus zwei Teilen: einem Löschaufbau und einem 400 Meter langen Hindernislauf mit acht Läufern. Das Training am Samstag war für die Tirschenreuther nicht optimal verlaufen. Beispielsweise hatte sich beim Sackweitwurf die Leine gelöst, was nicht sein darf. Doch der Nachwuchs ließ sich davon nicht verunsichern.
Am Sonntagvormittag meisterten die Tirschenreuthern den Löschaufbau ohne Fehler. Beim „Knoten-Takt“ leisteten die Tirschenreuther sogar sensationelles. In 5,1 Sekunden waren alle vier Knoten fertig. Das hatte in Deutschland noch keine Gruppe geschafft.
Die Entscheidung brachte jedoch erst der abschließende Hindernislauf. Die Tirschenreuther bewältigten den Hindernisparcours in 1:29 Minuten, der spätere Deutsche Meister aus Osterwald-Unterende benötigte dafür 1:35 Minuten. Weil aber die Niedersachsen im Schnitt zwei Jahre jünger waren als die Tirschenreuther, die einen Altersschnitt von 15 Jahre hatten, bekamen die Niedersachsen eine Zeitgutschrift von zehn Sekunden, also pro Jahr fünf Sekunden. Das kostete letztlich den Titel.
Nachteil für Tirschenreuther
Frank Altenhofen ließ durchblicken, dass ihn das schon etwas ärgert, zumal die Ausgangslage nicht einheitlich war. „In allen Bundesländern in Deutschland kann man bei der Jugendfeuerwehr mit zehn Jahren beginnen, außer in Bayern, bei uns geht es erst ab zwölf Jahren. Das ist halt unser Nachteil“, sagt er. Umso höher sei der Erfolg der Tirschenreuther Mannschaft zu bewerten. Das Team bestand aus Johanna Weiß, Emma Peter, Maximilian Henke, Christian Weiß, Julian Kraus, Quirin Ponnath, Janick Martin, Benedikt Malzer, Stefan Bäuml, Michael Gleißner, Jakob Engl und Joel Cruz.
Die 20-jährige Agnes Neuner, die erstmals als Co-Trainerin dabei war, zeigte sich dennoch begeistert: „Es waren drei supertolle Tage in Dresden. Alles hat super geklappt. Es machte uns allen Spaß.“ Die Jugendlichen seien mit hoher Motivation und Begeisterung dabei gewesen und hätten sich auch noch einmal verbessert. Zudem hätten die Tirschenreuther mit dem Knoten-Takt in 5,1 Sekunden etwas geschafft, was in Deutschland noch nie dagewesen sein. Max Trottmann, weiterer Co-Trainer, zeigte sich stolz auf die Mannschaft. Der Erfolg komme nicht von ungefähr. „Wir haben in den vergangenen zwei Wochen jeden Tag trainiert, alle haben hervorragend mitgezogen“, erzählt er. Beide Co-Trainer hoben im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien die Bedeutung von „Mister Bundeswettbewerb“ Frank Altenhofen hervor, der mittlerweile weit über Bayern hinaus höchsten Respekt und Anerkennung genieße.
Frank Altenhofen und sein Team blicken schon wieder nach vorn. In zwei Jahren steht der nächste Bundeswettbewerb der Nachwuchsfeuerwehren auf dem Programm. Und da möchten die Tirschenreuther wieder für Furore sorgen. Ein bisschen enttäuscht zeigte sich Frank Altenhofen, dass keiner der Bürgermeister zu diesem kurzfristigen Empfang gekommen war.
Ergebnis Bundeswettbewerb der Deutschen Jugendfeuerwehren
- 1. Osterwald-Unterende (Niedersachsen) 1443 Punkte
- 2. Tirschenreuth (Bayern) 1440 Punkte
- 3. Nöpke (Niedersachsen) 1431 Punkte
- 4. Gemünden-Wohra (Hessen) 1427 Punkte
- 5. Sehlen (Hessen) 1426 Punkte





















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