Bei strahlendem Sonnenschein lud das Tirschenreuther Landratsamt am Sonntag zum "Tag der offenen Tür" ein. Die Einweihung des neu gestalteten Innenhofs mit Inbetriebnahme des neuen Landkreisbrunnens war der Höhepunkt des Nachmittags.
Nach umfangreichen Arbeiten sei nun endlich der zentrale Platz vor dem Landratsamt fertig, freute sich Landrat Roland Grillmeier. "Das ist ein weiterer Schritt zu mehr Bürgernähe und Kundenservice", sagte der Landrat. Der alte Platz sei nach mehr als 30 Jahren einfach in die Jahre gekommen gewesen.
Neu eingerichtet wurde im Außenbereich ein umfassendes analoges und digitales Leitsystem, welche das Auffinden der Büros erleichtern soll. Zudem sind die Abteilungen am Landratsamt nun barrierefrei zu erreichen. "Serviceorientierung und Kundenfreundlichkeit stehen für uns im Mittelpunkt. Wir wollen uns ständig verbessern und auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger eingehen. Wir wollen zeigen, dass wir ein modernes und offenes Amt sind", meinte Grillmeier. Ein interaktiver Info-Bildschirm dient als Behördenwegweiser und verweist auf die Abteilungen. Herzstück des neuen Platzes ist die Brunnenanlage mit Sitzmöglichkeiten und einer hohen Aufenthaltsqualität. In der Einfassung der Brunnenanlage sind die Namen aller 26 Landkreiskommunen eingearbeitet.
Neues Amtsgebäude in Planung
Insgesamt waren 17 Firmen und Büros an den Arbeiten, die seit März vergangenes Jahres liefen, involviert. Die Gesamtkosten bezifferte der Landrat auf 750 000 Euro. Gleichzeitig kündigte er an, dass Planungen laufen, ein weiteres Amtsgebäude zu bauen, "wir platzen im Landratsamt förmlich aus allen Nähten". Aktuell läuft dazu ein Architektenwettbewerb.
Architektin Gisela Fanck-Reiter stellte das Projekt ausführlich vor. "Unser Ziel war ein innovativer und nachhaltiger Bau, der Ressourcen spart, der aber auch zeitgemäß, freundlich und einladend ist." Wichtigster Punkt war, einen barrierefreien "Platz der Begegnung zu schaffen". Die Brunnenanlage ist ein Pilotprojekt, bei dem das Wasser hygienisiert und desinfiziert wird. Die Anlage wird von einem Lehrstuhl der Universität Erlangen-Nürnberg fernüberwacht. "Es ist dies weltweit die erste chemiefreie Wasserreinigungsanlage", dankte die Architektin Professor Stefan M. Rosiwal von der Uni.
Auch Nachhaltigkeit war ein Thema. Bei der Neugestaltung wurden die Granitpflastersteine des alten Innenhofs wieder verwendet und drei mächtige Eichen erhalten. Gisela Fanck-Reiter hob weiter hervor, dass der Brunnen symbolisieren solle, "wir sitzen alle an einem Tisch". Größten Respekt zollte sie allen am Bau beteiligten Firmen und Handwerkern.
Stellvertretend für die 26 Landkreiskommunen gratulierte Tirschenreuths Zweiter Bürgermeister Peter Gold, der selbst fast vier Jahrzehnte am Landratsamt gearbeitet hat. Ein Gewinn ist nach seinen Worten die Barrierefreiheit, die vor allem Familien mit Kindern vieles einfacher mache, meinte der Kreisseniorenbeauftragte. Er sah im geplanten Neubau eines weiteren Ämtergebäudes dringenden Bedarf. Die Neugestaltung der Außenanlage nannte er eine Visitenkarte, nicht nur für den Landkreis, sondern auch für die Kreisstadt. Gold gratulierte mit einer Fahne der Kreisstadt, die bei festlichen Anlässen gehisst werden soll.
Blick hinter die Kulissen
Segensgebete sprachen Regionaldekan und Stadtpfarrer Georg Flierl sowie Pfarrerin Stefanie Schön. Beide wünschten sich, dass der neu gestaltete Platz zu Begegnungen einlädt und miteinander versucht wird, das Gemeinwohl zu pflegen. Musikalisch wurde der Festakt von der Kreismusikschule umrahmt.
Viele Bürger nutzten die Möglichkeit, an diesem Tag einen Blick hinter die Kulissen der Landkreisbehörde zu werfen. "Vorsichtig geschätzt waren es weit über tausend Besucher", sagte Pressesprecher Walter Brucker auf Nachfrage der Oberpfalz-Medien. Gut kamen bei den Besuchern die Frageaktionen des Landratsamts an, wo es drei wertvolle Preise zu gewinnen gab. An der Schnitzeljagd durch die Gebäude beteiligten sich ganze Familien. Vor allem die kleinen Besucher ließen sich gerne auf dem Chefsessel des Landrats fotografieren. Zur Mittagszeit gab es lange Warteschlangen an den Verpflegungsstellen, wo die Stiftlandgriller und die Steinwald-Allianz für das leibliche Wohl sorgten. Ein Renner war der Kaffee- und Kuchenstand in den Landkreisgaragen, wo 55 selbst gebackene Kuchen vorbereitet waren.




















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