„Tom und Basti“, Thomas Graf und Sebastian Hackl, sind spätestens seit den „Brettl-Spitzn“ in ganz Bayern bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass sie bayernweit auf Tour gehen, wie am Sonntagabend im Kettelerhaus. Rund 250 Fans dieses Volksmusik-Duos werden es wohl gewesen sein, die die urige Wirtshausmusik und das neue Programm „Zeitlang“ sichtlich genossen. Kein Zweifel: Die Stimmung war prächtig, es gab immer wieder sehr viel Applaus.
Ob Gstanz’l oder Wirtshausmusik, die beiden Niederbayern, die aus Mauth (Landkreis Freyung-Grafenau) kommen, verstanden es, ihre Fans mitzunehmen in die niederbayerische Wirtshauskultur. Nicht ohne Stolz verwiesen sie darauf, dass Mauth eine absolute Touristenhochburg sei: „Alle 18 Betten sind immer sehr gut belegt.“ Und die Touristen seien nahezu alle klimaneutral, „denn die fahren alle E-Bike“, wenn’s auch mit dem SUV ankommen. Das Problem sei aber, dass sie alle gleichzeitig ihre Akkus aufladen wollen: „Die saugn uns den billigen Nachtstrom weg!“
Letztlich stellen die beiden in ihrer Waidler-Art fest: „Wir ham nix gegn Urlauber, aber manche bleim da, und die kaufn uns die ganzen Heiser weg.“ Aber so schlimm sei das nicht: „Denn des san ja lauter olde Leit. Des kemma dawartn.“ Tom erzählt, dass er sein Haus schon viermal verkauft habe, weil er nach dem Tod ein Rückgaberecht habe. Auch mit dem Dialekt würden sich die Preißn sehr viel Mühe geben: „Denn sie wolln sich ja ins Dorfleben integrieren.“ Dennoch kennen sie nicht alles, beispielsweise das „Wasservogelsingen“. Bei dem uralten Waidler-Brauch gehen die Männer von Haus zu Haus und singen ein Lied. Als Belohnung wird der Sänger dann mit einem Kübel Wasser abgeschüttet, ehe er ein Bier und ein Stamperl Schnaps bekommt. Wasti: „Wir hom in Mauth 256 Heiser, des schafft koa Mensch, aber wir gem uns alle Mühe.“
Auf die Schnelle gründeten die beiden im Kettelerhaus einen Frauenchor, dem sie den Refrain „Sieben Tag hat die Wochn“ zum Singen gaben. Dies klappte hervorragend. Die beiden Komödianten verstanden es, ganz nach der „Roider-Jackl-Manier“ ihre Fans zu begeistern. Tom mit der Gitarre und Basti mit der „Ziach“ verstanden es, ihre Fans mit Witz und dem gepfefferten „Waidler-Humor“ mitzureißen. Schade nur, dass sie viel mehr redeten als sangen.














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