13.10.2019 - 09:07 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Umgang mit Demenz

Demenz macht vielen Menschen Angst. Die Hospizbegleiter- und begleiterinnen des Ambulanten Hospizdiensts der Caritas Tirschenreuth beschäftigten sich daher bei ihrer Fortbildung mit diesem Thema.

Ute Böhm, Lehrerin an der Berufsfachschule für Krankenpflege in Neustadt/WN (stehend), referierte zum Thema Demenz.
von Autor BURProfil

Für diese Fortbildung hatten die beiden Koordinatorinnen Angelika Wegmann und Gabi Hampel diesmal Ute Böhm als Referentin gewinnen können. Sie ist Lehrerin an der Berufsfachschule für Krankenpflege in Neustadt/WN. Da Böhm aus der Praxis kommt, hatte sie oft Fallbeispiele parat.

Als Einstieg zeigte sie einen Film, in dem sehr einfühlsam dargestellt wurde, wie ein Demenzkranker sich fühlt. Böhm erklärte die verschiedenen Arten von Demenz, von denen die wohl bekannteste die Alzheimer Demenz ist, benannt nach ihrem Entdecker Alois Alzheimer. Ganz wichtig sei die richtige Diagnose. Deshalb solle man möglichst frühzeitig, wenn sich erste Anzeichen bemerkbar machten, einen Facharzt aufsuchen. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft biete entsprechende Beratungen an.

„Die Schwierigkeit, sich Dinge zu merken, steht in der Regel am Beginn einer Demenzerkrankung. Den Betroffenen gelingt es nicht mehr, neue Informationen im Langzeitgedächtnis zu speichern. Sie vergessen Termine, verlegen Gegenstände oder erinnern sich nicht mehr an Namen entfernter Bekannter", erklärte die Referentin. Die Kranken würden ihre Leistungsverluste meist schneller als alle anderen bemerken. "Man sollte sich zu diesem Zeitpunkt nicht schämen, sich genauer untersuchen zu lassen. Denn in diesem Anfangsstadium kann noch viel besser geholfen werden als zu einem späteren Zeitpunkt“, riet Böhm.

In diesem frühen Stadium könnten die Erkrankten noch viele Angelegenheiten selbst erledigen. Deshalb sei eine frühe Diagnose so wichtig. Es könne sich noch rechtzeitig um die individuelle Vorsorge gekümmert werden. Daher sei die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung so wichtig. Darin können die Betroffenen selbst bestimmen, wer beispielsweise die finanziellen Geschäfte übernehmen und wer die Pflege regeln soll. Ebenfalls sei zu diesem Zeitpunkt noch möglich, seinen letzten Willen zu formulieren. Wichtig nannte die Fachfrau auch das offene Ansprechen der Krankheit, um nicht in die soziale Isolation zu geraten. Dazu gehöre viel Mut und Überwindung. Sie empfahl zudem, lang gehegte Wünsche zeitnah in die Tat umzusetzen und sich von einer psychologisch erfahrenen Begleitung Rat zu holen.

„Niemand weiß wirklich, wie es in einer an Demenz erkrankten Person aussieht", sagte Böhm. Für die Personen, die Demenzkranke betreuen, bedeute das zu versuchen, sich in die Welt des Kranken zu begeben. "Der Schlüssel für etliche Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz liegt in ihrer Biographie verborgen. Wenn einschneidende Erlebnisse, persönliche Ängste, Begebenheiten im Lebenslauf oder auch Vorlieben bekannt sind, kann man den Erkrankten eventuell besser verstehen“, machte sie deutlich. Deshalb war ihr dringlicher Rat an alle, frühzeitig zu notieren, was in seinem eigenen Leben seit der Kindheit Bedeutung hatte. Als Beispiele nannte sie die Lieblingsmusik, Lieblingsbücher, Hobbys und Beruf. Diese Notizen sollten entsprechend hinterlegt werden.

Böhm gab viele praktische Tipps, um den Umgang mit Dementen zu erleichtern. Sie stellte außerdem eine Vielzahl von Puppen, Stofftieren und ähnlichen vor, mit denen sie selber gute Erfahrungen bei der Betreuung von dementen Patienten gemacht hat.

Die Lehrerin für Krankenpflege gab zum Schluss noch Empfehlungen zur Begleitung von Menschen mit Demenz in der Sterbephase. Diese nahmen die Hospizbegleiter gerne an. Es war ein Tag, gespickt mit vielen Informationen, aber auch mit Möglichkeiten zum Austausch untereinander.

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