05.07.2020 - 14:58 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Urlaubsreisen: Nachfrage steigt, Verunsicherung bleibt

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Die Möglichkeit, wieder in EU-Länder und einige andere Staaten zu reisen, stößt noch auf viel Skepsis. Dennoch gibt es für die Reisebüros viel zu tun. Sie müssen ständig neue Bestimmungen beachten und sich um Altlasten kümmern.

Claudia Rehmann-Lang vom Reisebüro „Schmetterling-Reisen“ in Tirschenreuth informiert, dass griechische Inseln bei den Kunden besonders gefragt seien. Doch der absolute Renner sei heuer die Ostsee.
von Ulla Britta BaumerProfil

Spanien, Italien, Griechenland und Co: Urlaubsreisen ins EU-Ausland und sogar darüber hinaus sind nach Monaten wieder möglich. Zahlreiche Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie sind weggefallen. Doch Normalität ist noch lange nicht in Sicht. Natürlich freut es die gebeutelten Reisebüros, wenn die Kunden wieder kommen. Aber die Berater und Vermittler sind wegen vieler Unsicherheiten weiter in einer schwierigen Lage.

Claudia Rehmann-Lang von "Schmetterling-Reisen" in Tirschenreuth berichtet von zahlreichen Nachfragen nach Reisen auf Inseln, besonders in Griechenland. "Die Inseln sind überschaubar, was die Infektionsgefahr betrifft", vermutet sie. Auch Italien sei wieder im Rennen, speziell die Region um den Gardasee. Es gebe sogar wieder Anfragen zu Kreuzfahrten, wobei hier eher Flusstouren bevorzugt würden. Deutlich größer als sonst sei derzeit das Interesse an Urlaubszielen in Deutschland - dabei sei die Ostsee der absolute Renner.

Flugverbindungen fehlen

Claudia Rehmann-Lang hat alle Hände voll zu tun mit nahezu täglich veränderten Bestimmungen und Einschränkungen im In- wie im Ausland. In ihrem Büro sitzt ein Kunde, der geschäftlich in die Ukraine reisen muss. "Das Land hat die Reisebeschränkungen Mitte Juni zunächst aufgehoben", erklärte der Mann. Dann sei das Ganze aber wieder zurückgenommen worden, nun müsse er es im Juli erneut versuchen. Zu schaffen macht Claudia Rehmann-Lang auch, dass es viele der sonst üblichen Flugverbindungen derzeit einfach nicht gibt.

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Im Falle der Ukraine-Reise kann sie weiterhelfen und direkt umbuchen. Insgesamt rechne sie aber mit einer langen Durststrecke, bis es wieder die gewohnt große Anzahl an erreichbaren Zielen gibt. Nach wie vor müsse Rehmann-Lang auch jede Menge Stornierungen bearbeiten und Umbuchungen vornehmen. Viele Kunden hätten 2020 abgeschrieben und ihre Reisen ins nächste Jahr verlegt.

Noch keine Erfahrungswerte

"Die Nachfrage nach Auslandsreisen steigt, aber die Verunsicherung bleibt", sagt Marion Stowasser vom gleichnamigen Reisebüro mit Niederlassungen in Waldsassen, Mitterteich und Arzberg. Gefragt werde häufig nach Griechenland und den Balearen. Wie denn die Lage an den Urlaubsorten genau sei, wollten viele Kunden wissen. Aber da noch keine Erfahrungswerte vorlägen, könne man dazu nicht viel sagen. "Wir haben noch keine Rückkehrer. Wir wissen nicht, wie sich die Einschränkungen im jeweiligen Land auf den Urlaub der Kunden auswirken."

Die Leute wollen in den Urlaub und ans Meer. Aber nicht unter allen Umständen und nicht heuer.

Marion Stowasser

Marion Stowasser kämpft wie ihre Kollegin in Tirschenreuth mit Stornierungen, die sich über einen Zeitraum von einem Jahr erstrecken. "Die Leute haben teils im vergangenen Herbst gebucht. Stornieren sie, müssen wir die Provisionen zurückzahlen", erklärt sie, was das für sie finanziell bedeutet. Gott sei Dank stehe ihr Betrieb mit immerhin fast 20 Beschäftigten auf einem stabilen Fundament.

Ein Grund für die Zurückhaltung bei Neubuchungen sei ihrer Meinung nach auch die Aussage der Bundesregierung, dass es keine zweite Rückholaktion für Urlauber geben werde. "Die Leute wollen in den Urlaub und ans Meer. Aber nicht unter allen Umständen und nicht heuer." Eher weniger Anfragen bekomme Stowasser zu Inlandsreisen. Viele Interessenten verzichteten hierfür auf eine Beratung. Die Ostsee-Regionen seien ohnehin nahezu ausgebucht, so Stowasser. Dass Preise dort teils in schwindelerregende Höhen gestiegen seien, könne sie nicht verstehen. Damit tue sich kein Hotelier oder Veranstalter auf Dauer einen Gefallen.

Wieder mehr Wertschätzung

Marion Stowasser, die ihr Büro seit 25 Jahren führt, habe in diesen schwierigen Zeiten dennoch etwas Positives festgestellt: "Die persönliche Beratung in Reisebüros erfährt wegen der Coronakrise wieder mehr Wertschätzung." Sie selbst hatte übrigens geplant, in diesem Herbst privat und auch als Reiseleiterin nach Südafrika zu fliegen. Noch ist sie voller Hoffnung: "Wir haben noch nicht abgesagt."

Marion Stowasser berichtet von vielen Stornierungen und davon, dass viele Kunden erst wieder 2021 ins Ausland reisen wollen.
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