29.01.2021 - 16:06 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Verschärfte Testpflicht als Zusatzbelastung

Die verschärfte Testpflicht für tschechische Grenzpendler hat Firmen und Landratsamt im Landkreis Tirschenreuth vor große Hürden gestellt. Wirtschaftsförderer Volker Höcht und IHK-Vertreter Florian Rieder kennen die Sorgen der Unternehmen.

Am Grenzübergang bei Waldsassen weist ein großes Hinweisschild auf einem mobilen Warnanhänger Einreisende aus Tschechien auf die Testpflicht hin.
von Martin Maier Kontakt Profil

Viele Firmen im Landkreis Tirschenreuth sind auf tschechische Arbeitnehmer angewiesen. Die Corona-Pandemie hat dies noch einmal deutlich gemacht. Jüngstes Beispiel ist die verschärfte Testpflicht: Tschechische Grenzpendler müssen bei jedem Grenzübertritt mit einem maximal 48 Stunden alten Corona-Test belegen, dass sie kein Covid-19 haben. Als klar war, dass diese Regelung kommt, war der Ansturm auf die Testzentren groß. Am vergangenen Wochenende bildeten sich an den Stationen in den Grenzlandkreisen Warteschlangen.

Wirtschaftsförderer Volker Höcht verweist darauf, dass es im Landkreis Tirschenreuth schon einige Tage vorher einen regen Austausch mit den Unternehmen zu diesem Thema gab. „Nichtsdestotrotz war es für viele Firmen ein holpriger Start in die Arbeitswoche“, blickt der Wiesauer auf den Montag zurück. Zwar hätten sich schon am Wochenende viele Grenzpendler testen lassen, doch nicht alle seien pünktlich in den Firmen angekommen oder blieben fern.

"Nichtsdestotrotz war es für viele Firmen ein holpriger Start in die Arbeitswoche."

Wirtschaftsförderer Volker Höcht

Wirtschaftsförderer Volker Höcht

Praktikable Lösungen

„In Summe waren natürlich die besorgten Rückmeldungen aus den Unternehmen in der Überzahl. Vereinzelt war auch Empörung zu spüren“, fasst Florian Rieder, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Nordoberpfalz, seine Eindrücke zusammen. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die regionale Wirtschaft nicht gegen das Testen im Grundsatz sei. Vielmehr herrsche hier Zustimmung. Allen sei klar, dass die Infektionszahlen gesenkt werden müssen, „damit wir am Ende für die Gesamtwirtschaft nicht zuletzt die existentiell gebeutelten Branchen wie zum Beispiel Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen können“. Entscheidend sei aber, praktikable Lösungen beim Testen zu finden, um die Betriebsabläufe – auch und gerade in systemrelevanten Branchen – aufrechterhalten zu können.

Dies sieht auch Höcht so. Denn die 48-Stunden-Regelung verlange den Betrieben und vor allem den tschechischen Arbeitnehmern viel ab. Logistisch steht der Landkreis den Unternehmen mit den beiden Testzentren in Waldsassen und Tirschenreuth zur Seite. Dabei komme dem BRK-Team um Kreisgeschäftsführer Holger Schedl ein sehr wichtige Rolle zu.

"Wir wünschen uns auf Seite der Wirtschaft mehr Planungssicherheit und realistisch umsetzbare Lösungen."

Florian Rieder, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Nordoberpfalz

Florian Rieder, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Nordoberpfalz

"Sehr schnelle Reaktion"

Zudem können Firmen auch selber aktiv werden. Es gebe die Möglichkeit, mit entsprechendem Fachpersonal Testungen in den Betrieben selbst durchzuführen. „Aber auf Dauer wird diese Zusatzbelastung nicht bedient werden können“, ist sich der Wirtschaftsförderer sicher. Zudem werde dringend empfohlen, die Testung von einem Arzt durchführen zu lassen.

Für Florian Rieder ist die Erhöhung der Testkapazitäten auf deutscher Seite der Schlüssel. Nicht jeder Betrieb sei logistisch in der Lage, selbst zu testen, und die Testinfrastruktur auf tschechischer Seite könne hier noch nicht mithalten. „Vor allem im Landkreis Tirschenreuth haben wir hier eine sehr schnelle und wirksame Reaktion beobachten können“, hebt der Geschäftsführer hervor.

Die Wirtschaftsförderung und der Landkreis mussten diese Woche vor allem rechtliche Details mit der Regierung und den Ministerien klären. Diesen Ball nimmt Rieder auf: „Generell wünschen wir uns auf Seite der Wirtschaft mehr Planungssicherheit und realistisch umsetzbare Lösungen. Die Regeln werden vom Verordnungsgeber oft mit einer sehr geringen Vorlaufzeit gesetzt“, blickt der IHK-Vertreter kritisch Richtung Regensburg und München. Daher sei es von Vorteil, dass die ausführenden Behörden und die IHK in der Nordoberpfalz stark vernetzt seien.

Sehr viele Firmen suchten auch in den vergangenen Tagen Rat bei der Wirtschaftsförderung. Die Fragen drehten sich dabei meist um die 48-Stunden-Regelung, speziell am Wochenende, den Grenzübertritt und das Testverfahren beziehungsweise -nachweis. Viele Antworten würde dabei auch der regelmäßige „Corona-Newsletter“ liefern. Um in den Verteiler aufgenommen zu werden, reiche eine E-Mail an wirtschaftsfoerderung[at]tirschenreuth[dot]de.

Backhaus Kutzer, Hamm, Ponnath, Ziegler-Group, Schott und Kliniken AG zur Testpflicht

Tirschenreuth
Service:

Öffnungszeiten Testzentren: 1. bis 7. Februar

  • Testzentrum Tirschenreuth (PCR-Tests und Schnelltests): Montag bis Freitag: 8 Uhr bis 16 Uhr, Samstag: 13 Uhr bis 17 Uhr, Sonntag: geschlossen
  • Testzentrum Waldsassen (PCR-Tests und Schnelltests): Montag bis Freitag: 6 Uhr bis 18 Uhr, Samstag: geschlossen, Sonntag: 13 Uhr bis 17 Uhr
  • Registrierung POC-Schnelltest: http://schnelltest.brk-tirschenreuth.de
  • Registrierung PCR-Test: http://test.brk-tirschenreuth.de

 

 

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