14.06.2019 - 14:36 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Verträumter Wohlfühl-Pop auf der Seebühne

Entspannt, chillig, gefühlvoll oder melancholisch: Für seinen "cooltour"-Sommerabend holte der Jugendrat angesagte Künstler auf die Seebühne. Nicht nur die Jungen, auch ältere Gäste lauschten den drei Bands.

von Roland WellenhöferProfil

Der Tirschenreuther Jugendrat veranstaltet den Donnerstagabend auf der Seebühne: Musik von jungen Künstlern für die Jugend der Stadt. Newcomer sind die drei Musiker und Bands aber beileibe nicht, allenfalls in der Gegend noch unbekannt. Organisatorin Lena Mayerhöfer, Öffentlichkeitsarbeit-Beauftragte des Jugendrats, holt hochkarätige Künstler in die Region, die sonst nur in den bayerischen Kulturmetropolen auftreten. Das Publikum vor der Tirschenreuther Seebühne ist bunt gemischt. Der Musikgeschmack vereint hier die Generationen: Ältere Semester und die Jungen sitzen einträchtig nebeneinander und lauschen an einem wunderschönen Sommerabend gemeinsam der Musik.

Super entspannte Vibes

Den Auftakt des Abends macht "Paul". Der junge Singer-Songwriter aus der Münchner Gegend saugt Gefühle ein und macht daraus wunderschöne Songs. Seine Texte sind manchmal bittersüß, manchmal melancholisch, aber immer ehrlich und berührend. In Tirschenreuth tritt er ohne seine Band auf. Auf der großen Bühne im See steht er ganz alleine und wirkt dabei fast ein bisschen verloren. Nur seine Gitarre leistet ihm auf der Bühne Gesellschaft. Doch mehr braucht es für Paul nicht, um die ganz großen Gefühle rüber zu bringen - nur sein Instrument in der Hand. Seine Augen sind dabei geschlossen, der Künstler versinkt ganz in sich und seine Musik. Und die Mädchen himmeln ihn an.

Dann entert "Telquist" die Seebühne. Das ist eigentlich ein Soloprojekt von Sebastian Eggerbauer, doch ohne seine Jungs in der Band würde es dem Regensburger wahrscheinlich nicht gefallen. Die vier Musiker machen chilligen Wohlfühl-Pop, tauchen dabei tief in die Gefühlswelt zwischen verzweifelnder Niedergeschlagenheit und ekstatischer Euphorie ab. Melancholische Beats wechseln sich mit super entspannten Vibes ab.

Indie-Szenen-Geheimtipp

Fast ein Heimspiel haben "Some Sprouts", denn ihre neue EP "IMMT" haben sie fast in Sichtweite der Seebühne aufgenommen. Dabei leben und studieren die Jungs in Regensburg. Das Geheimnis ist schnell gelöst: zwei der Bandmitglieder, Jakob Riepl und dessen Cousin David Gebhard, haben ihre Wurzeln im Stiftland. Die Oma stammte aus der Gegend und eine Großtante hat in Tirschenreuth noch ein Haus, in dem die Band die Aufnahmen einspielte.

Das Ergebnis präsentierten sie nun dem "cooltour"-Sommer-Publikum. Die musikalische Bandbreite geht von verträumten Klängen über tanzbaren Indie bis zu Lagerfeuer-Melancholie. Das Quintett hat seinen eigenen Stil gefunden und kann eingängige Melodien, die im Ohr hängen bleiben. Und deswegen wird "Some Sprouts" derzeit zum Geheimtipp der Oberpfälzer Indie-Szene.

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