08.05.2019 - 16:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

VGN vom Abstellgleis holen

Bei einem Treffen der SPD-Kreisräte aus Wunsiedel und Tirschenreuth stand das Thema Mobilität im Vordergrund. Besonders diskutiert wurde das "Baxi" und der Beitritt zum Verkehrsverbund Nürnberg.

Die SPD-Kreisräte aus Wunsiedel und Tirschenreuth beim gemeinsamen Austausch. Peter Zimmert (rechts), Sachgebietsleiter im Landratsamt Tirschenreuth für den ÖPNV, stellte das Erfolgsmodell „Baxi“ vor.
von Autor DENProfil

Treffen der SPD-Kreisräte der Landkreise Tirschenreuth und Wunsiedel sind mittlerweile Tradition. Gastgeber war diesmal der Kreisverband Tirschenreuth. Stellvertretender Fraktionssprecher Uli Roth begrüßte im Landgasthaus Steinwald in Pullenreuth die Gäste aus Wunsiedel.

Auf Initiative des Kreisvorsitzenden Rainer Fischer - der terminlich verhinderten war - stellte Peter Zimmert das Projekt Baxi vor. Zimmert, der im Landratsamt für den Fachbereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig ist, erläuterte wie es gelungen ist, das Baxi zum Erfolg werden zu lassen. Er verwies auf die Einmaligkeit dieses Angebots, stellte perspektivisch die Einführung von E-Baxis und andere neuen Ideen vor. Für rund 700 000 Euro, die jährlich für den ÖPNV aufgewendet werden, könnten die Landkreisbewohner auf ein breites Angebot zurückgreifen.

Brief an Landrat Lippert

Zimmert ging auf Parallelen zum Landkreis Wunsiedel ein, wo anstelle des Angebots "Der mim Board" ein "Nightliner" für Event-Fahrten eingesetzt wird. Für seinen Vortrag erhielt Zimmert von Roth stellvertretend für beide Fraktionen ein Fläschchen aus einer heimischen Brennerei.

Es entspann sich eine längere Diskussion, ob man einen erneuten gemeinsamen Anlauf unternehmen solle, um dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) beizutreten. Bürgermeister und Kreisrat Peter König (Neusorg) verwies auf einen Brief mit einer entsprechenden Anfrage, den er an Landrat Wolfgang Lippert adressiert hat. In diesem Schreiben bittet König um eine baldige und intensive Prüfung, ob unter den aktuell grundlegend geänderten Bedingungen der Landkreis Tirschenreuth dem VGN beitreten könne. Die Bahnhöfe der Gemeinden Neusorg, Immenreuth und der Stadt Waldershof liegen an der Bahnlinie Nürnberg-Marktredwitz.

Damit wäre der VGN-Tarif nach einem Beitritt durchgängig darstellbar. Es sollten weitere Gespräche zur Aufnahme in das Verbundsystem geführt werden und auch mögliche staatliche Förderungen sollten angesprochen werden, so Peter König.

Nach Meinung von Birgit Seelbinder wären momentan unter gewissen Umständen sogar die Beitrittskosten zum VGN förderfähig. Die Alt-Oberbürgermeisterin von Marktredwitz sah durchaus gute Chancen, in diesem Verkehrsverbund eine spürbare Verbesserung der Bahnanbindung an die Metropolregion Nürnberg zu erreichen. Sitzungsleiter Roth wollte im Anschluss von seinen Wunsiedler Kollegen mehr über deren Image-Kampagne "Freiraum für Macher" wissen. Landratskandidat Holger Grießhammer nannte bereits erste Erfolge, die aus dieser Internet-Kampagne über die sozialen Medien wie Facebook oder Instagram entstanden seien. So sei spürbar, dass vermehrt junge und gut ausgebildete Leute in den Landkreis Wunsiedel zurückkehrten. Voraussetzung seien aber hochwertige und hochqualifizierte Arbeitsplätze, so Grießhammer.

Kein verstaubtes Image

Ziel der Kampagne sei es, ein verstaubtes Image abzulegen und die Fichtelgebirgsregion attraktiv und "sexy" darzustellen. "Es lohnt sich, hier zu leben", betonte Grieshammer. Nur kurz wurden bei der gemeinsamen Arbeitssitzung die Themen Gleichstromtrasse und die Stabilisierungshilfen angesprochen. Abschließend waren sich alle Anwesenden einig, den gegenseitigen Austausch auch in Zukunft fortzuführen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.