07.07.2021 - 12:20 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Viel Platz und Aufwand für Nachwuchs der Stadt Tirschenreuth

In der Kreisstadt sind die Kinder ein wichtiges Gut. Das lässt sich die Stadt einiges kosten. Allein bei den Mädchen und Buben im Städtischen Kindergarten errechnet sich pro Kind ein Zuschuss von 6000 Euro im Jahr.

Der vierte Kindergarten in Tirschenreuth entsteht nahe der Altstadt. Im Herbst sollen dann die „Weltentdecker“ in ihr neues Domizil einziehen. So jedenfalls sieht es der Plan vor.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

Im aktuellen Haushaltsplan gehören auch den Kindergarten- und Schulkindern einige Kapitel. Nachdem Tirschenreuth als Träger für die Grund- und Mittelschule zuständig ist, schlagen bei der Stadt auch die Kosten zu Buche. Gut 560 000 Euro wird man hier zuschustern müssen, bei den Kindergärten sind es sogar fast 1,64 Millionen Euro. Im Haushaltsplan finden sich ausführliche Angaben.

So finden sich in den Unterlagen die Tabellen für die Belegung der Kindergärten in der Kreisstadt. Aktuell finden sich in Tirschenreuth vier Kindergärten, in denen insgesamt 357 Kinder betreut werden. Im vergangenen Jahr waren es 311 Kinder, allerdings wurden da nur drei Kindergärten aufgelistet.

Vier Kindergärten

Durch die deutlich gestiegene Nachfrage, gerade im Städtischen Kindergarten, war im Stadtrat die Entscheidung gefallen, eine vierte Einrichtung zu erstellen. Die wird derzeit nahe dem Großparkplatz errichtet. Dieser Kindergarten, gebaut von der Stadt, wird vom Bayerischen Roten Kreuz betrieben. Die Fertigstellung hat sich von Anfang April auf Anfang September verschoben. Derzeit betreut das Rote Kreuz 60 Kinder übergangsweise in den eigens aufgestellten Modulen an der Franz-Heldmann-Straße. Bei den Zahlen werden die Jahre von 2016 bis 2020 aufgelistet.

Kinderhaus Kinterbunt

Das Städtische Kinderhaus Kunterbunt verzeichnete zwischen 2016 und 2020 einen Anstieg von 114 auf 145 betreute Kinder. Die höchste Zahl wurde 2019 mit 152 Kindern erreicht. Aktuell sind es 131 Mädchen und Buben in fünf Kindergartengruppen und drei Krippengruppen. Um die Betreuung kümmern sich aktuell 25 Kräfte.

Kindergarten "Unsere Liebe Frau"

Beim Katholischen Kindergarten "Unsere Liebe Frau" veränderte sich die Zahl von 115 Kinder in 2016 auf 111 Kinder im vergangenen Jahr. Im laufenden Jahr ist diese Zahl mit 112 nahezu unverändert. Der höchste Stand wurde 2018 mit 126 Kindern erreicht. Um die Betreuung der vier Kindergartengruppen sowie einer Krippengruppe und einer Schulkindergruppe kümmern sich aktuell 20 Kräfte.

Evangelischer Kindergarten

Der Evangelische Kindergarten hatte vor fünf Jahren 62 und im vergangenen Jahr 55 betreute Kinder. Aktuell sind es 54 Kinder, davon 16 Schulkinder. Damit kann die Einrichtung zwei Kindergartengruppe sowie eine Schulkindergruppe vorweisen. Um die kümmern sich acht Mitarbeiterinnen.

Kinderhaus "Weltentdecker"

Noch nicht in der Tabelle im Haushaltsplan aufgelistet ist das neue Kinderhaus "Weltentdecker", für das der Neubau am Großparkplatz errichtet wird. Aktuell kann das Kinderhaus in der Interimsunterkunft an der Franz-Heldmann-Straße 60 Kinder betreuen. Die teilen sich auf in zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Um die Kinder kümmern sich 14 Mitarbeiterinnen.Damit stieg die Zahl der betreuten Kinder (in drei Kindergärten) von 291 im Jahr 2016 auf 311 in 2020. Aktuell finden sich in den vier Einrichtungen 357 Kinder.

554 Schulkinder

Aufgeführt sind im Haushaltsplan auch die Zahlen für die Grund- sowie die Mittelschule. Im Schuljahr 2016/2017 verzeichnete die Grundschule 260 sowie die Mittelschule 294 Kinder. Damit ergab sich eine Gesamtzahl von 554 Kindern. Die wurden von 28 Lehrern in der Grund- und 32 in der Mittelschule (insgesamt 60) betreut. Seitdem ist die Zahl der Kinder, aber auch der Lehrkräfte rückläufig. So werden im Schuljahr 2020/2021 an der Grundschule 252 (Höchststand 2018: 269) Kinder und an der Mittelschule 234 Kinder gezählt, insgesamt sind es damit 486 Schüler. Beim Personal verzeichnet die Grundschule 26 und die Mittelschule 28 Lehrkräfte (insgesamt 54). Aus den umliegenden Gemeinden besuchen 117 Schüler die Mittelschule.

Hoher Zuschussbedarf

Im Haushaltsplan sind natürlich auch die Kosten genauer aufgeführt. So weist die Grundschule einen Nettoausgabenbedarf von 350 700 Euro auf, im Vorjahr waren es 353 000 Euro. Das entspricht einem Betrag von 1392 Euro je Schüler. Bei der Mittelschule beträgt der Nettoausgabenbedarf 213 800 Euro (Vorjahr 123 400 Euro). Dies entspricht 914 Euro je Schüler. In den Ausgaben sind die Schülerbeförderungskosten von netto 106 100 Euro sowie die Unfallversicherungsbeiträge (48 000 Euro) enthalten.

Beim städtischen Kindergarten wird in den Unterlagen ein erhöhter Personaleinsatz für das laufende Jahr erwartet. Damit ergibt sich ein Zuschussbedarf von 866 500 Euro (Vorjahr 736 000 Euro). Bei 145 Kindern (Stand 2020) errechnet sich ein Zuschussbetrag von 5976 Euro je Kind (Vorjahr 4842 Euro).

Bei den Tageseinrichtungen der Kirchen, des BRK und im Kinderhort belaufen sich die Defizite auf insgesamt 774 000 Euro.

Für Bürgermeister Franz Stahl sind die Ausgaben durchaus gerechtfertig. Immerhin seien nahezu alle Gruppen der Kindergärten ausgelastet und für die Betreuung der Mädchen und Buben müsste halt gut ausgebildetes Personal bereitgestellt werden. "Der anhaltende Bedarf an Kindergartenplätzen bestätigt auch, dass Tirschenreuth eine Stadt mit hoher Attraktivität ist", beschreibt Stahl die positive Entwicklung. Es kann sich auch durchaus vorstellen, dass es nicht bei den vier Kindergärten im Ort bleiben werde.

Die positive Veränderung zeigt sich laut Stahl auch in der Zahl der Zuzüge, die deutlich über der Zahl der Wegzüge liegen würde. Durch die Bevölkerungsstruktur läge in Tirschenreuth aber die Zahl der Todesfälle über der der Geburten.

"Der anhaltende Bedarf an Kindergartenplätzen bestätigt auch, dass Tirschenreuth eine Stadt mit hoher Attraktivität ist."

Bürgermeister Franz Stahl

Im Tirschenreuther Haushalt finden sich auch interessante Zahlen über die Bevölkerungssituatuion

Tirschenreuth

 

 

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