10.10.2018 - 18:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wahl wird zum Geschenk

Kugelschreiber, Gummibärchen, Luftballons und Feuerzeuge: Werbegeschenke zur Wahl gibt es in den unterschiedlichsten Formen. Doch die Präsente, von denen sich die Parteien Stimmen erwarten, nimmt von Wahl zu Wahl deutlich ab.

Auch diesmal gibt es an Infoständen und bei Veranstaltungen wieder kleine Mitbringsel - neudeutsch „Give-aways“ genannt.
von Externer BeitragProfil

(prbr) Einige Gruppierungen verzichten diesmal komplett auf solche Gaben. "Ein Kugelschreiber geht immer", sagt Gisela Kastner, Kreisvorsitzende der Freien Wähler. Doch sie ist sich sicher, dass man "niemanden mit einem Wahlgeschenk überzeugen" kann. Die Inhalte müssten stimmen.

Ähnlich sehen dies auch die Parteien. Rainer Fischer, Kreisvorsitzender der SPD, gibt an, den Einsatz von solcher Präsenten "deutlich reduziert zu haben". Fischer: "Nämlich fast auf null." Bei der FDP und auch der Bayernpartei werden nach eigenen Angaben "ab und an bei Infoständen oder ähnlichen Veranstaltungen" Kugelschreiber oder Gummibärchen unter die Leute gebracht, doch diese sieht man nicht als Wahlgeschenke.

"Das ist mehr Equipment", so Hubert Dorn, Generalsekretär der Bayernpartei. Werner Ott, Kreisvorsitzender der FDP, sieht darin "lediglich eine kleine Aufmerksamkeit". Ott: "Oder würden Sie einen Kugelschreiber als Geschenk bezeichnen?" Karlheinz Binner, Bezirksvorsitzender der ÖDP, gibt sogar an, dass seine Partei noch nie Werbegeschenke verteilt habe. Anders sieht es bei der CSU aus, hier werden solche Wahlgaben immer noch eingesetzt. Neben dem "Klassiker" Kugelschreiber, gibt es auch Süßigkeiten, Feuerzeuge, Luftballons, Flaschenöffner und Blöcke, verrät der Kreisvorsitzende der Jungen Union, Matthias Grundler. Echte Hingucker sind die Lebkuchen- und Schokoladenherzen, Brezen sowie kleinen Bier- und Radlerflaschen, mit denen CSU-Kandidat Tobias Reiß unterwegs ist. Auf dem Etikett sind die Kandidaten des Stimmkreises für die Landtags- und Bezirkswahl zu sehen mit dem Aufdruck "Weil Bayern keine Flaschen braucht". Mit dem Slogan "Unterstreichen, worauf es ankommt", sind Holz-Lineale der Jungen Union bedruckt.

Die AfD und die Linke setzen auf "Altbewährtes", wie Kugelschreiber, Einkaufswagenchips, Feuerzeuge, Gummibärchen und Luftballons mit Werbeaufdruck. Ali Daniel Zant von den Linken erklärt, den Gebrauch solcher Gegenstände eingeschränkt zu haben, da diese die Umwelt belasten würden.

Die Grünen greifen in diesem Jahr auf "eine kleine Menge an Wahlgeschenken" zurück, wie Landtagsdirektkandidatin Anna Toman aus Bärnau berichtet. Auf typische Plastikprodukte verzichtet die Partei aus Gründen der Nachhaltigkeit. Stattdessen wurden circa 550 Honiggläschen und Samentütchen für einheimische Blühpflanzen unters Wahlvolk gebracht.

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