27.07.2020 - 12:04 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wallfahrt nach St. Anna diesmal ganz anders

1990 war es zum ersten Mal wieder möglich, dass Pilger über die Grenze nach Plana zur Wallfahrtsstätte St. Anna zogen. Nach dem großen Jubiläum vergangenes Jahr mit Beteiligung von Bischof Rudolf Voderholzer war dieses Jahr alles anders.

Die Zelebranten der Festmesse in St. Anna: (von links) Pfarrer Armin Maierhofer, Pfarrer Jaroslav Šašek, Regionaldekan Georg Flierl und Kaplan Daniel Fenk.
von Autor KODProfil

Trotz der Einschränkungen durch Covid-19 fiel die 31. grenzüberschreitende Wallfahrt nicht aus. Zwar gab es diesmal keine Fußwallfahrt, aber dennoch fanden sich fast 100 Gläubige von tschechischer und deutscher Seite, darunter auch 15 Radfahrer aus Tirschenreuth, in der herrlichen Barockkirche auf dem Annaberg ein. So feierten die Gläubigen auch in schwierigen Zeiten einen Tag vor dem Kirchenfest der heiligen Anna und des heiligen Joachim, den Großeltern von Jesus, einen festlichen Gottesdienst.

Regionaldekan Georg Flierl aus Tirschenreuth war in diesem Jahr der Anführer der Wallfahrt. Mit ihm standen Pfarrer Jaroslav Šašek aus Plana, Pfarrer Armin Maierhofer aus Mähring und Kaplan Daniel Fenk am Altar. Sophie Legat (Barockflöte) und das Doppelquartett des Männergesangvereins Tirschenreuth unter Leitung von Horst Schultes umrahmten die Messe musikalisch und wurden dabei von Werner Fritsch an der Orgel begleitet.

Bei der Jubiläumswallfahrt 2019 machten sich viele Gläubige von beiden Seiten der Grenze auf nach St. Anna:

Mähring

Bedeutung der Großeltern

Als Prediger war der Tirschenreuther Kaplan Daniel Fenk mit seinen Erfahrungen aus der "St.-Anna-Hochburg" in Sulzbach-Rosenberg geradezu prädestiniert. Er erinnerte an ein unscheinbares Paar: Die zunächst kinderlos gebliebenen Anna und Joachim erwarteten nach großer Leidenszeit ihre Tochter Maria und wurden schließlich die Großeltern von Jesus. Die Großeltern hätten auch heute eine große Aufgabe bei der Glaubensweitergabe und der Erziehung der Enkelkinder, mahnte der Kaplan. Gerade in den vergangenen Monaten sei dies durch den eingeschränkten Betrieb in Kindergärten und Schulen deutlich geworden. Daniel Fenk schloss mit den Worten: "Ich bitte Sie, liebe Großeltern, nehmen Sie diese Ihnen anvertraute und wichtige Aufgabe wahr. Seien Sie gute Vorbilder im Glauben und beten Sie für Ihre Kinder und Enkel. Zeigen Sie ihnen, soweit es möglich ist, wie schön der Glaube sein kann und wie viel Kraft er für das Leben gibt." Der Prediger bat um die Fürsprache der heiligen Anna und des heiligen Joachim für diese Aufgabe.

Spenden für Innenrenovierung

Am Ende der beeindruckenden Feier bedankte sich der Vorsitzende des Fördervereins St. Anna, Herbert Konrad, bei den treuen Pilgern, die sich unter Beachtung der Hygienebestimmungen an der Festmesse beteiligten. Besonders hob er die musikalische Gestaltung durch die Flötistin und die Sänger hervor. Den Bürgermeister-Stellvertretern Peter Gold (Tirschenreuth) und Pavel Nutil (Plana) sowie Bürgermeister Franz Schöner (Mähring) sagte Konrad ein „Vergelt`s Gott“ für die Unterstützung durch ihre Gemeinden.

Regionaldekan Flierl und der Fördervereinsvorsitzende gaben der Hoffnung Ausdruck, dass die 32. Wallfahrt im Jahr 2021 wieder im größeren Rahmen stattfinden kann. An der Veranstaltung möchte man aber auch unter den Einschränkungen von Covid-19 festhalten. Die von Herbert Konrad angesprochene geplante Renovierung des Innenraumes der Wallfahrtskirche unterstützten die Gläubigen mit stattlichen Geldspenden.

Kaplan Daniel Fenk bei der Festpredigt.
Sophie Legat trug zwei Solostücke auf ihrer Barockflöte zum Gottesdienst bei.
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