18.10.2019 - 16:35 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Walzenhersteller Hamm: „Die Normalität hat uns wieder“

Eine Erfolgsmeldung nach der anderen verkündete der Walzenhersteller Hamm aus Tirschenreuth in den vergangenen Jahren. Wie aber wirkt sich die aktuelle negative weltwirtschaftliche Entwicklung auf das global agierende Unternehmen aus?

Wie viele global agierenden Unternehmen merkt auch die Hamm AG die negativen weltwirtschaftlichen Entwicklungen.
von Martin Maier Kontakt Profil

Der Zollkonflikt zwischen den USA und China sowie die mit dem Brexit verbundenen Unsicherheiten machen sich auch bei der Hamm AG bemerkbar. Das bestätigt Marketing-Chef Gottfried Beer in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklungen würden sich negativ auf die Investitionsbereitschaft „unserer weltweiten Kunden“ auswirken. „Wir erwarten für das kommende Jahr eine wirtschaftliche Abkühlung der Konjunktur und haben deshalb auch die Produktionszahlen am Standort in Tirschenreuth entsprechend angepasst“, erklärt der Marketing-Chef. Hamm habe aber in den Vorjahren bewiesen, sich auch unter schwierigen Rahmenbedingungen entwickeln zu können.

Einen Rekord nach dem anderen legte das Unternehmen in den vergangenen Jahren hin. 2018 hatte die Hamm AG so viele Walzen in einem Jahr produziert wie noch nie zuvor: 11 500 Stück. Dies hatten die beiden Vorstände Reinhold Baisch und Dr. Stefan Klumpp bei der Weihnachtsfeier verkündet. Der Umsatz bei Hamm war erstmals über 400 Millionen Euro geklettert, der Weltmarktanteil von 20 Prozent verteidigt. Auch 2017 titelte der „Neue Tag“ „Rekordjahr für Hamm“. Rund 1000 Mitarbeitern beschäftigt das Unternehmen aus Tirschenreuth.

„Die Hamm AG hat sich in den letzten 10 Jahren sehr dynamisch entwickelt“, schreibt Beer. Der Umsatz habe sich in diesem Zeitraum verdreifacht und die Anzahl der Beschäftigten am Standort in Tirschenreuth verdoppelt. Das erste Halbjahr 2019 sei auch noch sehr erfolgreich gewesen.

„Die Normalität hat uns wieder“, erklärt Hamm-Vorstand Dr. Stefan Klumpp auf NT-Nachfrage. 2018 sei in der Baumaschinenbranche ein absolutes Rekordjahr gewesen. Trotz der mittlerweile schwierigen Lage in der Weltwirtschaft schlage sich die Hamm AG sehr gut. Zu der Trennung von Leiharbeitern im Vormonat könne er keine Angaben machen. Aber die Erwartungshaltung sei, „dass wir einen Großteil der Stellen wieder besetzen“.

Wegen der wirtschaftlichen Lage sei eine starke Verunsicherung in der Branche zu spüren. Zudem komme es zu jahreszeitlichen Rückgängen. „Daher gehen wir diesmal für nächstes Jahr nicht in Vorleistung. Da ist uns das Risiko zu hoch“, sagt der Vorstand mit Blick auf die Walzen-Zahlen. Für 2020 zeigt er sich aber schon wieder optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass im Frühjahr die Geschäfte wieder anziehen werden.“

Ähnliche Situationen wie momentan habe es schon 2013 und 2016 gegeben. Auch habe Hamm bisher die ganzen Umstände um den Brexit gut verkraftet. Dabei würden sich die Infrastruktur-Maßnahmen der britischen Regierung für sein Unternehmen positiv bemerkbar machen. Klumpp schätzt, dass sogar bei einem harten Brexit das Geschäft für den Walzenhersteller in Großbritannien nur kurz zurückgehen würde.

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