Tirschenreuth
24.08.2022 - 14:32 Uhr

„Sie war eine Vorkämpferin für Frauen und im sozialen Bereich“

Hannelore Bienlein-Holl hat in der Region viel geleistet. Vor allem Frauen und sozial Benachteiligte haben ihr einiges zu verdanken.

"Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", unter diesen Psalm stellte Pastor Torsten Riedel von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten aus Weiden die Abschiedsfeier für die am 28. Juli verstorbene Hannelore Bienlein-Holl. Zur Feier am Dienstagvormittag im Friedhof Tirschenreuth waren zahlreiche Wegbegleiter, politische Freunde und die Familie gekommen. Unter den Gästen waren auch die Vertreter zahlreicher SPD-Ortsvereine. Ihre letzte Ruhestätte fand die Verstorbene auf dem Friedhof der Kreisstadt.

"Von Gottes Liebe getragen"

Viele Verwandten, Freunde und Weggefährten nahmen Abschied von Hannelore Bienlein-Holl. Pastor Torsten Riedel betonte: "Gottes Liebe hat sie getragen, sie hat das Leben vieler Menschen geprägt. Sie ist gestorben im Glauben an die Auferstehung." SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch erinnerte in seiner Trauerrede an ihr vielfältiges Engagement in der Partei. "Sie hat die Grundwerte der SPD gelebt, sie war eine Pionierin. Sie war eine Vorkämpferin für die Frauen und im sozialen Bereich." Grötsch erinnerte an die fast vier Jahrzehnte politischen Wirkens der Verstorbenen. Hannelore Bienlein-Holl sei 1971 als erste Frau in den Tirschenreuther Kreistag eingezogen. "Sie hat Spuren in unserer Partei hinterlassen. Wir verlieren mit ihr eine wahrhaftig einzigartige Genossin", sagte Grötsch.

AWO-Bezirksvorsitzender Bernhard Feuerecker meinte, dass Hannelore Bienlein-Holl "die Arbeiterwohlfahrt im Landkreis und in der Oberpfalz geprägt hat". Sie habe die Grundsätze der Arbeiterwohlfahrt gelebt und sich für die Menschen vor Ort eingesetzt. "Sie hat bedürftigen und sozial schwachen Menschen Gehör verschafft", dankte Feuerecker.

Landrat Roland Grillmeier erinnerte daran, dass die Verstorbene nach der Gebietsreform mit Gründung des neuen Kreistags dem Gremium 37 Jahre lang angehört hatte. "Sie setzte sich immer für sozial schwächere Menschen ein. Die Gründung der Mitterteicher Tafel und des 'Bunten AWO-Ladens' werden in Erinnerung bleiben." Weiter würdigte der Landrat sie als "eine Vorkämpferin im sozialen Bereich". Hannelore Bienlein-Holl habe sich für die Menschen eingesetzt und viel für sie getan.

AWO-Kreisvorsitzender Edwin Ulrich erinnerte an 44 Jahre Tätigkeit in der Arbeiterwohlfahrt. "Sie war ein überaus sozial engagierter Mensch und hatte ein Herz für die kleinen Leute." Ulrich erinnerte mit einigen Jahreszahlen an den Einsatz von Hannelore Bienlein-Holl in der Arbeiterwohlfahrt. 1984 habe sie in Mitterteich die Bürgerhilfsstelle gegründet, drei Jahre später den Mobilen Sozialen Dienst. Sie habe 1990 die AWO-Benefizkonzerte eingeführt, Betreutes Wohnen 1997 in Mitterteich und 2003 in Plößberg eröffnet. 2005 habe sie sie den "Bunten AWO-Laden" und 2007 gemeinsam mit den Rotariern die Mitterteicher Tafel eingerichtet. 2010 sei auf ihre Initiative das "Haus der Pflege" in der Marktredwitzer Straße gekauft worden.

Leben als Geschenk verstanden

Pastor Torsten Riedel ging abschließend auf das Leben der gebürtigen Kielerin ein. "Sie hatte immer eine besondere Sorge für die Menschen. Dabei nahm sie ihr Leben nicht als selbstverständlich hin, sondern als geschenkt."

Höhepunkt und Abschluss der emotionalen Abschiedsandacht war das gemeinsam gesungene Dietrich-Bonhoeffer-Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen". Die Urnenbeisetzung fand im engsten Familienkreis statt.

 
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