In Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt trafen sich am Sonntagmorgen beim Kiegerdenkmal Abordnungen der Reservisten -und Soldatenkameradschaft, der Feuerwehr und aus dem Stadtrat. Mit mehreren Böllerschüssen der Böllerschützen Tirschenreuth wurde den Toten gedacht.
Die Bevölkerung durfte wegen der Coronaregelungen nur beim Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche den Volkstrauertag mit begleiten. Dennoch wurde es eine würdevolle Feier, die Peter Hamm, diesmal als einziger, anwesender Musiker direkt vor dem Denkmal sehr emotional mit der Trompete musikalisch begleitete.
Bewusst innehalten
Franz Stahl bedankte sich bei den Bürgern in der Kirche und den Teilnehmern der Kranzniederlegung für ihr Kommen trotz der Pandemie und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Dadurch könne man an diesem Tag der Volkstrauer dennoch den Kriegsopfern in Würde gedenken, sagte Stahl. In seiner Ansprache meinte der Bürgermeister, dies sei heute ein stiller Tag, an dem bewusst innegehalten werde, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu bedenken. Er dankte auch Stadtpfarrer Georg Flierl, der die Gedenkstunde unkompliziert organisiert habe und ihm die Möglichkeit gegeben habe, seine Rede in der Stadtpfarrkirche an die Bürger zu richten. Stahl erinnerte an die über 74 Millionen Menschen weltweit, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg den Tod fanden. "Unsere Gedanken sind daher heute auch bei den Hinterbliebenen der Opfer der Weltkriege, die noch immer unter ihrem Verlust leiden. Unsere Großeltern und Eltern waren Zeugen dieser schrecklichen Ereignisse."
Ein Tag der Mahnung
Doch die Erinnerung schwinde mit den Jahren. Damit das nicht passiere, seien Gedenktage wie der Volkstrauertag wichtig. Dies sei auch ein Tag der Mahnung, sagte Stahl weiter. "Möge er uns erinnern an unsere Aufgabe, den Frieden zu bewahren." Er sprach vom Glück, heute in einem friedlichen Europa leben zu dürfen. Die Familien dürften sicher aufwachsen und könnten ihr Leben weitgehend nach ihren Vorstellungen gestalten. "Unsere Kinder wachsen in einem Land auf, in dem Frieden selbstverständlich ist", meinte Stahl weiter und stellte diesen Satz infrage. Frieden sei nicht selbstverständlich, meinte er im Hinblick auf die politische Entwicklung auf der Welt, die große Sorge um den Frieden bereite. Vieles geschehe nach Lust und Laune, mühsam zustande gekommene Verträge würden einfach gekündigt. "Der Weltfrieden ist in meinen Augen zu einem zerbrechlichen Gut geworden, dass wir mehr denn je schützen müssen", so Stahl. Damit das gelinge, dürfe niemand den falschen Demagogen nachlaufen, die Staat und Gesellschaft demontieren wollen. "In deren Fahrwasser sammelt sich oft der braune Sumpf." Demokratische Grundprinzipien zu wahren sei die Voraussetzung für eine friedvolle Gesellschaft. Nicht überall auf der Welt funktioniere das so gut wie in Deutschland. In einigen Teilen der Welt gehörten Bomben, Vertreibung und Tod zum Alltag. Stahl forderte für alle jene Menschen, die das mitmachen müssten, Hilfsbereitschaft. "Unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt", schloss Stahl seine Ansprache.
Der Bürgermeister bat im Gottesdienst um eine stille Minute für alle Opfer weltweit, denen Unrecht angetan wurde. An jeden einzelnen richtete er seine Bitte, zum Frieden und zur Versöhnung untereinander einen Anteil zu leisten.















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