02.12.2018 - 10:47 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

Wintermärchen in Eisblau [mit Video]

Als wäre der "Rattenfänger von Hameln" am Werk, lockt der Tirschenreuther Weihnachtsmarkt bereits am ersten Tag einige Tausend Besucher an. Für viel Applaus sorgt wieder die Beleuchtung.

von Ulla Britta BaumerProfil

Das Wetter hatte sich nach dem Blitzeis tags zuvor wieder wesentlich gebessert, die Kälte war durchaus erträglich und die Besucher strömten in Scharen zum Fischhofpark. Nichts konnte somit die Freude des Lions-Clubs Tirschenreuth als Veranstalter mehr trüben, als am Samstag Präsident Franz Göhl und die Ehrengäste den 7. Kunsthandwerklichen Weihnachtsmarkt eröffneten. Traditionell übernahmen dabei die Jagdhornbläser den musikalischen Part.

Göhl stellte Dominik Neitz öffentlich als seinen Nachfolger vor, machte aber deutlich, dass er sich auch nächstes Jahr nicht ganz zurückziehen werde. Der Präsident werde sich weiterhin um den Lichterzauber, die Pressearbeit und die Glühweintassen kümmern. Für nächstes Jahr stünden das Motiv der Tasse und die Farbe der Beleuchtung jetzt schon fest. „Sie sehen, wir arbeiten weit voraus“, stellte er fest. Zur Mithilfe der Migranten meinte Göhl: „Das funktioniert wunderbar. Wir haben keine Probleme damit, diese Menschen anzuerkennen.“

Amtsgerichtsdirektor Thomas Weiß begrüßte die Gäste in seinem Hof als Hausherr. Er bezeichnete die Migranten, die beim Markt mit anpacken, als tolle Menschen mit Anstand. Dafür bekam Weiß von den zahlreichen Zuschauern der Eröffnungsfeier Sonderapplaus. Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler erinnerte an den Stress, besonders in der „staaden Zeit“. Man müsse dem entgegenwirken mit Traditionen wie dieser. „Als eine Qualität, die wir leben“, bezeichnete Bürgermeister Franz Stahl den Markt. Zeitgleich mit der Eröffnung wurden die über 35.000 LEDs, diesmal in der Farbe Eisblau, aktiviert. Mit vielen Ahs und Ohs bestaunten tausende Gäste, die sich bereits auf dem Gelände tummelten, dieses Wintermärchen.

Und auch den Nikolaus hatte wohl der weithin sichtbare Lichterzauber angelockt. Auch der gute Mann war schon da mit seinen wilden Knechten und einem Leiterwagen voller Naschereien für die Kinder.

Video vom Weihnachtsmarkt

Für die Besucher blieben beim Bummel durch den Markt keine Wünsche übrig. Verteilt auf den Fischhofpark und im Hof des Amtsgerichts konnte weihnachtliches Kunsthandwerk vom Feinsten bestaunt werden. Die Aussteller präsentierten Selbstgestricktes von Socken bis Hut, filigranen Christbaumschmuck, Teelicht-Behältnisse, Krippenzubehör, aber auch Gold und Silber, verarbeitet in Ketten, Ringe und Armbänder.

Wer wollte, konnte sich ein Weihnachtskissen kaufen oder echte Wachskerzen erstehen. Es gab auch herrlich duftende Seifen. Große Freude hatten die Kinder beim Stand der Teddybären, die ebenfalls allesamt selbstgemacht waren.

Der Renner waren die kulinarischen Leckereien, darunter Glühwein in unterschiedlichsten Variationen, Feuerzangenbowle, Kartoffelspiralen, Räuber-Spieß, Krustenbraten und Schaschlikpfanne. Am Sonntag trübten über weite Strecken Regen und Wind das Vergnügen. Aber es gibt gute Nachrichten: Am nächsten Wochenende öffnet der Weihnachtsmarkt noch einmal.

Weitere Bilder vom Weihnachtsmarkt

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