28.08.2018 - 12:50 Uhr
TrabitzOberpfalz

Agrardinos und Atemübungen

Sommerferien - das bedeutet: entspannen, Spaß haben, Wege abseits des Alltags gehen. Das wissen auch Trabitzer Jugendgruppen, und weil Faulenzen nicht ihr Ding ist, haben sie den August genutzt, um "Aktivferien daheim" zu verbringen.

Die gute Pflege der Oldtimerjugend hat sich bewährt: Trotz mehr als 40 Jahren auf der Mechanik "grasen" der Mengele-"Maisblitz" und der Deutz-D 5006-Schlepper jedes Maisfeld zügig und sauber ab. Bild: bjp
von Bernhard PiegsaProfil

(bjp) Und dabei anderen eine Freude zu bereiten: Gleich am zweiten Augustwochenende holte die Feilersdorfer Oldtimerjugend ihre teilweise mehr als ein halbes Jahrhundert alten "Landmaschinen-Großväter" aus den Stadeln und schickte sie zum "Maisernten wie in den 1970ern". Vier Wochen früher als im Vorjahr stieg die Aktion der jungen Freunde alter Vehikel, denn der Jahrhundertsommer hatte den Mais, dessen Urheimat immerhin im subtropischen Mexiko liegt, im Rekordtempo ins Kraut schießen lassen. Auch diesmal "opferten" rund 20 Burschen und Mädchen aus der vor fünf Jahren gegründeten Gruppe gern einen Ferientag, um einmal mehr zu beweisen, dass ihre sorgfältig gewarteten "Agrardinos" den heutigen Elektronik strotzenden High-Tech-Boliden kaum nachstehen.

Zum Lichten des einen Hektar großen Maiswaldes spannten die Jugendlichen zwei Einreiher-Maishäcksler von Mengele an je einen Deutz-Traktorveteranen. Fünf Gespanne sammelten das Erntegut und brachten es zum Silierplatz. "Es war staubig ohne Ende, aber das war nach der langen Trockenzeit ja kein Wunder und hat auch keinen von uns gestört", blickte Gruppensprecher Daniel Ackermann zurück. Schon nach vier Stunden war das Feld perfekt abgeerntet, und es blieb noch Zeit zum gemütlichen Beisammensein. Eine Woche später belohnten sich die Oldtimerfans mit einem Ausflug nach Straubing zum Gäubodenfest und zur Ostbayernschau mit ihren Landmaschinenständen.

Feuereifer zeigte auch der Burkhardsreuther Feuerwehrnachwuchs beim Ferienprogrammnachmittag, zu dem die größte Wehr der Gemeinde Trabitz eingeladen hatte. 20 Kinder durchstreiften beim Spielnachmittag "Rund ums Feuerwehrhaus" das Kirchdorf auf einem von Christiane und Andreas Pöhlmann gestalteten Parcours. An jeder der fünf von Feuerwehrjugend und Jubiläumsfestdamen beaufsichtigten Rundgangsstationen waren Geschicklichkeit und Geduld gefordert, um etwa mit einem Wasserstrahl Tennisbälle von Pylonen hinunter zu spritzen, einen Tischtennisball mit der (selbstverständlich waffenscheinfreien) "Schießbüchse" in einen Eimer zu katapultieren oder Wasserflaschen mit einem Fußball umzukegeln - was schwieriger ist, als es sich anhört.

Spaß hatten die Mädchen und Buben auch bei Leinenbeutel- und Klobürstenweitwurf, Bierdeckel-Zielwerfen und beim Kirschkerntransport. Dabei galt es, einen Kirschkern an das Ende eines Strohhalms festzusaugen und durch die Feuerwehrgarage zu bugsieren - "eine schöne Übung für künftige Atemschutzspezialisten", scherzte Feuerwehrvorsitzender Robert Schwemmer.

Beliebt auch die inoffizielle sechste Rundwegstation: Ein kurzes Wassertreten im Jakobusbrunnen schätzten die Kinder als willkommene Abkühlung. Mit einem gemeinsam Würstchen- und Eisessen klang der Nachmittag aus, über dessen abwechslungsreiche Gestaltung und reibungslose Organisation sich auch Bürgermeisterin Carmen Pepiuk freute. Als Andenken bekam jedes Kind eine "Grisu"-Feuerwehr-Trinkflasche und eine Urkunde.

Einen vergnüglichen Nachmittag verbrachten 20 Kinder beim Ferienprogramm der Feuerwehr Burkhardsreuth (hinten rechts stehend: Vorsitzender Robert Schwemmer). Bild: bjp

Vor vollem Haus spielte das "Mezzoblech"-Trio beim Weinfest der Burkhardsreuther Landjugend. Bild: bjp

Info:

Weinfest sticht Bundesliga

Was "ihre" junge Generation in die Hand nimmt, klappt: Weil die Trabitzer das wissen, war auch das Weinfest der Katholischen Landjugend Burkhardsreuth wieder ein Publikumsmagnet. Und das, obwohl die Jugendlichen am vergangenen Freitag gegen eine starke Konkurrenz antraten, denn zugleich übertrug das ZDF das Bundesliga-Auftaktspiel. Dennoch füllten sich in und vor "Heiners Halle" die Sitzplätze zügig, und trotz leise "herbstelnder" Temperaturen - die viele nach der wochenlangen Hitze als Wohltat genossen - brachen die letzten "Unentwegten" erst gegen drei Uhr am Samstagmorgen auf. Gut, dass die Landjugend für genug Bedienungspersonal gesorgt hatte.

Fast 40 junge Leute waren in zwei Schichten unermüdlich auf den Beinen, um die Wünsche der Besucher zu erfüllen. Gefragt waren natürlich vor allem die Weine aller Schattierungen, als solide Unterlage gab es dick belegten und heiß begehrten Zwiebelkuchen, "ang'machten Kas" oder Brezen mit Käse. Erstmals hatte die Gruppe auch für "Tafelmusik" gesorgt: Bis gegen elf Uhr abends unterhielt das Pressather Blasmusikertrio "Mezzoblech" die Gäste mit volkstümlichen und Schlager-Ohrwürmern. Für das stimmungsvolle und perfekt organisierte Fest spendeten die Besucher nicht nur viel Lob, sondern auch manches großzügige Trinkgeld. (bjp)

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